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Kulturerbe: Staatsregierung nimmt 19 bayerische Bräuche neu in Verzeichnis auf

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Wiesenfeste, Kirchweih und Hopfenanbau: Diese bayerischen Bräuche sind nun Kulturerbe

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    Zahlreiche Menschen gehen jedes Jahr über die Erlanger Bergkirchweih. Nun zählt das Fest als Immaterielles Kulturerbe.
    Zahlreiche Menschen gehen jedes Jahr über die Erlanger Bergkirchweih. Nun zählt das Fest als Immaterielles Kulturerbe. Foto: Daniel Karmann, dpa (Archivbild)

    Vom „Schichtl“ auf dem Oktoberfest bis zur Alm- und Alpwirtschaft: Die bayerische Staatsregierung hat 19 weitere Kulturformen in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Unesco-Auszeichnungen zeigten laut Finanz- und Heimatminister Albert Füracker die „lebendige Vielfalt unserer kulturellen Ausdrucksformen“.

    Staatsregierung erweitert Kulturerbe um 19 bayerische Bräuche

    Seit 2003 zeichnet die Unesco Bräuche, Traditionen oder Handwerkstechniken als Immaterielles Kulturerbe aus, um diese sichtbar zu machen. Dadurch sollen unter anderem Maßnahmen unterstützt werden, die diese erhalten und weiterentwickeln. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat des Übereinkommens. Neben dem bundesweiten Verzeichnis gibt es in Bayern ein eigenes Landesverzeichnis.

    Diese Kulturformen wurden nun in das Verzeichnis aufgenommen:

    • Handwerklicher Geigenbau und Streichbogenbau
    • Neujahrslied-Singen der Banater Schwaben
    • Hopfenanbau in Deutschland
    • Alm- und Alpwirtschaft
    • Historischer Festzug Wolnzach
    • Künstlervereinigung Dachau
    • St. Anna-Fest in Staucharting
    • Varieté-Theater „Auf geht’s beim Schichtl“ auf dem Münchner Oktoberfest
    • Pichelsteinerfest in Regen
    • Wolfauslassen im Bayerischen Wald
    • Krippentradition Tirschenreuth
    • Wirken der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft
    • Lohrer Karfreitagsprozession
    • Ansbacher Rokoko-Festspiele
    • Erlanger Bergkirchweih
    • Metallspitzenklöppeln in Abenberg
    • Pegnesischer Blumenorden
    • Heilig-Blut-Fest in Burgwindheim
    • Wiesenfeste

    Vom Handwerk bis zum Fest: Diese besonderen Bräuche gibt es in Bayern

    Neben dem bekannten „Schichtl“ auf dem Oktoberfest, der Erlanger Bergkirchweih oder dem Hopfenanbau in Deutschland stehen auch unbekanntere Bräuche auf der Liste. Darunter beispielsweise das Wolfauslassen im Bayerischen Wald oder der Pegnesischer Blumenorden. Was steckt also hinter diesen Bräuchen?

    Neujahrslied-Singen der Banater Schwaben

    Beim Treffen der Landsmannschaft der Banater Schwaben, den sogenannten Donauschwaben, hat das gemeinschaftliche Singen eine identitätsstiftende Bedeutung. Besonders das „Neujahrslied“ aus Sanktanna im heutigen Rumänien ist ein wichtiger Teil der Kultur. Laut dem bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat (STMFH) steht es heute „stellvertretend für die Bemühungen um die Pflege mitgebrachter Traditionen“.

    Auch in Augsburg gibt es eine Landsmannschaft der Banater Schwaben. Zu ihrem 75. Jubiläum sind sie in die Fuggerstadt gekommen.
    Auch in Augsburg gibt es eine Landsmannschaft der Banater Schwaben. Zu ihrem 75. Jubiläum sind sie in die Fuggerstadt gekommen. Foto: Kurt Aue (Archivbild)

    Wolfauslassen im Bayerischen Wald

    Mit lauten Glocken ziehen die Menschen in den Gemeinden im Landkreis Regen und in angrenzenden Gebieten durch den Ort. Sie werden als „Wölfe“ bezeichnet und werden vom „Hirten“ angeführt. Das Wolfauslassen ist ein Heischebrauch, der am 11. November stattfindet. Entstanden ist er aus dem Hirtenbrauch zum Ende der Weidesaison.

    Wolfauslassen in Langdorf: Das Goaßlschnalzen ist bis heute Teil des niederbayerischen Brauchtums.
    Wolfauslassen in Langdorf: Das Goaßlschnalzen ist bis heute Teil des niederbayerischen Brauchtums. Foto: Peter Von Felbert, dpa (Archivbild)

    Metallspitzenklöppeln in Abenberg

    Bei dieser regionalen handwerklichen Tradition werden aus feinen Gold-, Silber- und Kupferdrähten filigrane Metallspitzen hergestellt. Heute werden so Accessoires für Mode und Trachten produziert. Über Kurse in der Klöppelschule, das Museum und Hobby-Klöppler wird das Handwerk weitergegeben.

    Beim Klöppeln werden aus Metalldrähten oder Stoffschnüren Muster und Verzierungen erschaffen.
    Beim Klöppeln werden aus Metalldrähten oder Stoffschnüren Muster und Verzierungen erschaffen. Foto: Sebastian Willnow, dpa (Symbolbild)

    Pegnesischer Blumenorden

    Seit 1644 gibt es den Pegnesischen Blumenorden in Nürnberg. Ihre Aufgabe sehen die Mitglieder in der Entwicklung und Pflege der deutschen Sprache und Literatur. Ein Teil davon ist die Mundartdichtung und die Förderung entsprechender Autorinnen und Autoren. Neben Lesungen veranstaltet der Orden Aufführungen des „Poetischen Theaters“ und das „Irrhain-Fest“. Die Mitglieder betreiben zudem die Literaturzeitschrift „Blattwerk“.

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