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Tote Vögel entdeckt - So reagieren Sie richtig

Niederbayern

Tote Vögel im Wald entdeckt: So reagieren Sie richtig

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    Unter den toten Vögeln waren unter anderem Rot- und Schwarzmilane sowie Mäusebussarde.
    Unter den toten Vögeln waren unter anderem Rot- und Schwarzmilane sowie Mäusebussarde. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa (Symbolbild)

    Es war rund ein Dutzend toter Vögel, die ein Jäger am Dienstagabend in der Nähe eines Waldstücks bei Simbach bei Landau in Niederbayern fand. Unter den Tieren sind Rot- und Schwarzmilane, Wanderfalken, Mäusebussarde und mehrere Krähenarten. Als Einsatzkräfte der Polizei am Mittwoch das Gebiet absuchten, fanden sie noch einen weiteren toten Rotmilan und einen Kolkraben.

    Wie die Vögel zu Tode kamen, ist noch unklar. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Giftköder ausgelegt worden sind, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Erste Untersuchungsergebnisse des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) werden am Donnerstag erwartet.

    Wer Greifvögel tötet, kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden

    Weil Greifvögel unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes stehen, ist es verboten, sie zu jagen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Wer einen Greifvogel tötet, muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe rechnen. Laut Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) wurden im ersten Halbjahr 2025 14 Fälle registriert, mehr als im gesamten Vorjahr. Das EU-weit verbotene Nervengift Carbofuran war bei Giftködern demnach das am häufigsten nachgewiesene Gift. Es wurde früher als Insektizid eingesetzt.

    Nicht jeder tote Greifvogel muss einer Straftat zum Opfer gefallen sein. Diese Anhaltspunkte weisen laut Polizei darauf hin, dass das Tier nicht natürlich verendet ist:

    • Es liegen mehrere Greifvogel- oder Vogelkadaver nahe beieinander.
    • Es finden sich auffällige Fleischköder in der Nähe des toten Tieres.
    • Der verendete Vogel hat Fleischreste im Schnabel.
    • Es gibt auffällige Einfärbung am Schnabel, an der Schnabelschleimhaut oder am Federkleid (meist blau-violett oder blau)
    • Die Fänge (Füße) des Tieres sind verkrampft.
    • Der Kadaver weist Schusswunden oder Verletzungen am Kopf oder Nacken auf.

    Giftstoffe, die Vögel töten, können auf für Menschen gefährlich sein

    Wer einen toten Vogel findet, der diese Merkmale hat, sollte sich so verhalten:

    • Den Tierkadaver nicht anfassen, denn die verwendeten Giftstoffe können auch für Menschen gefährlich sein.
    • Unter keinen Umständen sollte man das tote Tier selbst mitnehmen. Dies kann eine Straftat darstellen, weil die Tiere streng geschützt sind.
    • Man sollte sich den Fundort merken, wenn möglich Fotos von dem toten Tier machen, den Fund umgehend der Polizei melden und bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte vor Ort bleiben, sofern das möglich ist.

    Laut wildlifecrime.info wurden etwa 30 verschiedene Giftstoffe bei Greifvogelvergiftungen in Deutschland nachgewiesen. Mehr als 90 Prozent der Fälle illegaler Greifvogelverfolgung bleiben unentdeckt und nur sieben Prozent aller Fälle werden aufgeklärt. (mit dpa)

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