Wer auf Bus, Straßenbahn und U-Bahn angewiesen ist, muss sich am heutigen Montag Alternativen suchen. Die Gewerkschaft Verdi hat in ganz Deutschland die Beschäftigten im Nahverkehr zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. In Bayern sind die Kommunen betroffen, für die der Tarifvertrag Nahverkehr (TVN) gilt. Dazu zählen laut der Deutschen Presseagentur (dpa) unter anderem die Städte München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt. Eine genaue Übersicht zur Lage in den einzelnen Städten finden Sie unten.
Mancherorts sollen voraussichtlich einzelne Busse fahren – besonders dort, wo der Betrieb an externe Firmen vergeben wurde. Unter Umständen fahren auch einzelne U-Bahn-Linien. Die S-Bahnen in München und Nürnberg sind vom Streik heute nicht betroffen, da sie von der Bahn betrieben werden.
Warnstreik heute in Augsburg: Einzelne Buslinien werden laut SWA wohl fahren
In Augsburg wird der Nahverkehr deutlich eingeschränkt sein oder gänzlich zum Erliegen kommen, teilen die Stadtwerke Augsburg (SWA) unserer Redaktion mit. Wie stark die Beeinträchtigungen werden, hänge davon ab, wie viele Mitarbeitende dem Streikaufruf folgen. Ein Notfahrplan könne deshalb nicht entwickelt werden. Einzelne Buslinien werden wohl nicht vom Streik betroffen sein.
In Ingolstadt bleiben die Stadtbuslinien von dem Streik verschont, wie der Verkehrsverbund Großraum Ingolstadt (VGI) mitteilt. Es komme am Montag zu keinen Veränderungen oder Einschränkungen im Busverkehr.
Streik im Nahverkehr München: S-Bahnen und Regionalbusse fahren normal
In der bayerischen Landeshauptstadt München trifft der Streik laut der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) U-Bahnen, Trams und die Busse bis zur Liniennummer 199. Auch hier ist der Betrieb von der Verfügbarkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abhängig.
- Bei Bussen ist ein stark eingeschränkter Betrieb möglich, weil die privaten Busunternehmen nicht bestreikt werden. Es ist allerdings laut MVG davon auszugehen, dass die Busse unregelmäßig fahren und nur einen Teil der Linien bedienen können.
- Aus Sicherheitsgründen soll die U-Bahn zunächst außer Betrieb bleiben. Ob sie überhaupt fahren kann, ist davon abhängig, ob genug Personal in der Leitstelle zur Verfügung steht.
- Ähnliches gilt für die Tram. Falls Fahrzeuge besetzt werden können, werden diese laut MVG zunächst auf der am stärksten nachgefragten Linie 20 in der Dachauer Straße eingesetzt.
- S-Bahn und Regionalbusse werden nicht bestreikt.
Tarifstreit im ÖPNV Nürnberg heute: Keine U-Bahnen und Trams
Die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) teilt mit, dass im Rahmen der Streiks am Montag keinen U-Bahn-Betrieb und keinen Straßenbahnbetrieb geben werde. Auch das übliche Angebot mit Bussen entfällt. Auf Basis des Nightliner-Netzes sollen insgesamt 14 Buslinien sternförmig vom Hauptbahnhof aus in alle Richtungen fahren.
In Regensburg entfallen weitgehend alle Fahrten der städtischen Buslinien, teilt der Regensburger Verkehrsverbund mit. Betroffen seien auch die Schulbus-, die Campus- und die Express-Buslinien in der Stadt. Nicht betroffen vom Warnstreik seien die Regionalbusfahrten.
Auch in Bamberg wird es wie erwartet zu Einschränkungen kommen. Wie die Stadtwerke Bamberg mitgeteilt haben, entfallen nahezu alle Busfahrten im Stadtgebiet am Montag, bis auf die Schulbusfahrten der Fa. Basel und einige Fahrten, die dank eines Notfallfahrplans zustande kommen. Diese sollen im Stundentakt auf den Strecken der Linien 935, 936, 937 und 938 von einem privaten Unternehmen übernommen werden. Einsehbar ist der Notfallfahrplan auf der Website der Stadtwerke.
Auf Ähnliches müssen sich Fahrgäste auch in Passau einstellen. Einer Mitteilung der dortigen Stadtwerke nach wird ein „Großteil der Fahrten“ ausfallen. Welche Fahrten dennoch stattfinden, da sie von privaten Unternehmen durchgeführt werden, haben die Stadtwerke in einem separaten Fahrplan für Montag zusammengefasst, der online einsehbar ist.
In Landshut rechnen die Stadtwerke laut Angaben im Internet aktuell nicht damit, dass es am Montag Busfahrten in der Stadt geben wird. Genauere Details, ob einzelne Fahrten doch möglich seien, könnten laut Angaben auf der Website der Stadtwerke demnach erst am Montagmorgen bekannt gegeben werden.
Die Stadtwerke Schweinfurt machen in ihrer Meldung darauf aufmerksam, dass sich insbesondere Schüler auf Busausfälle einstellen müssen. Auch die übrigen Fahrten werden überwiegend nicht stattfinden, es gibt allerdings Ausnahmen, wie online einzusehen ist.
Streik auch in Baden-Württemberg: Busse und Trams in Ulm sollen trotzdem fahren
Obwohl auch in Baden-Württemberg gestreikt wird, müssen sich Fahrgäste der Busse und Trams in Ulm keine Sorgen machen. Laut einer Mitteilung der Stadtwerke Ulm (SWU) sind die Nahverkehrslinien nicht betroffen. Am Montag fahren Busse und Bahnen also im Regeltakt.
Hintergrund des Streiks ist der Tarifstreit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Bayern. Die erste Verhandlungsrunde am 19. Januar in Nürnberg endete ohne Ergebnis. Am 13. Februar steht die zweite Verhandlungsrunde an. Verdi fordert unter anderem, dass die Tarifgehälter um 668,75 Euro pro Monat angehoben werden und von einer 38,5-Stunden-Woche auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich gewechselt wird.
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