Die Reiselust der Bayern bleibt hoch. Nach Daten des Vergleichsportals Check24 werden für die Pfingstferien mehr Pauschalreisen gebucht als im vergangenen Jahr. Besonders gefragt sind klassische Urlaubsziele am Mittelmeer. Italien verzeichnet dabei den stärksten Zuwachs: Die Buchungen steigen im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent. Auch Spanien und Griechenland legen zu. Gleichzeitig verlieren die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Zypern an Nachfrage.
Die hohe Nachfrage zeigt sich auch am Münchner Flughafen. Für die Pfingstferien haben die Fluggesellschaften mehr als 15.000 Starts und Landungen zu 215 Zielen angemeldet. Mehr als 6300 Flugbewegungen entfallen allein auf Spanien, Italien, Griechenland, die Türkei, Frankreich und England.
Die aktuelle Eskalation im Nahen Osten hat nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) zunächst zu Zurückhaltung bei Neubuchungen geführt. Inzwischen habe sich die Nachfrage jedoch wieder stabilisiert. Reisende verzichteten dabei meist nicht auf ihren Urlaub, sondern entschieden sich häufiger für andere Ziele. „Reisende weichen eher auf andere Ziele aus, als ganz auf das Reisen zu verzichten“, erklärt der Verband. Die Nachfrage verlagere sich damit teilweise auf andere Reiseziele innerhalb Europas.
Urlaub bleibt wichtig, Preise spielen aber eine Rolle
Ganz ohne Einfluss bleiben die gestiegenen Preise allerdings nicht. Nach Einschätzung des ADAC achten viele Reisende stärker auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und vergleichen Angebote genauer als früher. Auch die Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM) beobachtet ein bewussteres Ausgabeverhalten während des Urlaubs. Gespart werde etwa bei Unterkunft, Gastronomie oder Mobilität. Auf die Reise selbst verzichten viele Menschen jedoch nicht. „Viele Menschen sparen eher an anderen Stellen als am Urlaub selbst“, heißt es dort.
Und wie viel geben die Urlauberinnen und Urlauber aus? Die durchschnittlichen Reisekosten der bayerischen Check24-Kundinnen und -Kunden liegen bei rund 3400 Euro. Damit bewegen sie sich auf dem Niveau des Vorjahres. Auch die durchschnittliche Reisedauer bleibt mit rund acht Tagen nahezu unverändert.
Pfingstferien 2026: Pauschalreisen und flexible Buchungen sind gefragt
Verändert hat sich vor allem das Buchungsverhalten. Viele Urlauber warten länger ab und entscheiden sich erst kurzfristig für ein konkretes Reiseziel, sagt eine Sprecherin des ADAC. Als Gründe nennt der Automobilclub unter anderem eine größere Flexibilität bei der Reiseplanung sowie Unsicherheiten über aktuelle Rahmenbedingungen.
Nach Angaben des ADAC werden klassische Pauschalreisen wieder stärker nachgefragt. Sie bündeln Leistungen wie Flug, Hotel oder Rundreisebestandteile und bieten zusätzliche Absicherung – etwa bei Insolvenzen von Reiseveranstaltern oder bei Flugausfällen infolge von Reisewarnungen. Für die Pfingstferien seien insbesondere in der zweiten Ferienwoche noch Kapazitäten verfügbar, auch für Strandurlaube.
Auch Pfingsturlaub in Deutschland ist bei den Bayern gefragt
Es zieht jedoch nicht alle in den Pfingstferien ins Ausland. Nach Einschätzung des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga bleiben auch Reisen innerhalb Deutschlands gefragt. Besonders beliebt seien die Küstenregionen an Nord- und Ostsee sowie die heimischen Mittelgebirgsregionen. Aber auch Städte wie Berlin, Hamburg und München werden zu Pfingsten von den Bayern gern besucht.
Auch der ADAC beobachtet eine hohe Nachfrage nach Urlaubszielen im Inland. Ganz vorn dabei: der Bayerische Wald und das Alpenvorland. Zu den beliebtesten Reisezielen von Urlaubern, die mit dem Auto unterwegs sind, zählen außerdem Italien mit Gardasee, Südtirol und der oberen Adria sowie Kroatien. Viele dieser Ziele seien vergleichsweise unkompliziert erreichbar und häufig auch kurzfristig planbar.
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