Mehr als 40 Jahre lang verkaufte Rofu Kinderland Spielzeug, doch ein schlechtes Weihnachtsgeschäft, zurückhaltende Kunden, gestiegene Kosten und intensiver Wettbewerb machen dem Unternehmen zu schaffen. Mitte Januar hat der Spielwarenhändler ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.
Unter Aufsicht eines vorläufigen Sachwalters möchte sich das Unternehmen mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach in Rheinland-Pfalz neu aufstellen. Den Antrag hat das Amtsgericht Idar-Oberstein bereits angenommen. Der Rechtsanwalt Marcus Katholing soll zusammen mit der Geschäftsführung von Rofu die Restrukturierung des Unternehmens durchführen. Das teilte Katholings Kanzlei Pluta Management mit. „Mit einem neuen Investor wollen wir das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen“, wird dieser darin zitiert.
Rofu Kinderland ist insolvent: Unternehmen hat bundesweit 104 Filialen
Rofu zählt mit seinen 104 Filialen, verteilt über sieben deutsche Bundesländer, zu den größten Spielwaren- und Babyfachmärkten der Bundesrepublik. Neben Spielzeug verkauft Rofu auch Kinderbücher, Schulhefte, Bastelsets, Puzzles und Gesellschaftsspiele. Etwa 1970 Angestellte sind nach Angaben des Unternehmens dort beschäftigt. Für diese sind die Gehälter laut der Geschäftsführung für drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert.
Wie es weitergeht, ist unsicher. „Das Eigenverwaltungsverfahren eröffnet dem Unternehmen eine Perspektive für die Zukunft“, wird die vorläufige Sachwalterin Annemarie Dhonau in der Mitteilung von Pluta Management zitiert. Die Rechtsanwältin wird das Verfahren begleiten und sicherstellen, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt werden. Ziel ist es, Rofu eine wirtschaftliche und strukturelle Neuausrichtung unter eigener Führung zu ermöglichen.
An diesen Standorten gibt es in der Region Filialen von Rofu Kinderland
Im Regierungsbezirk Schwaben und den angrenzenden Landkreisen hat Rofu zehn Filialen in Königsbrunn, Nördlingen, Donauwörth, Neuburg an der Donau, Günzburg, Senden, Kaufbeuren, Kempten, Weilheim in Oberbayern und Weißenburg in Bayern. Laut dem Geschäftsführer Michael Fuchs sollen diese, wie auch alle anderen Standorte, weiterhin geöffnet bleiben. „Unsere Fachmärkte bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet und der Geschäftsbetrieb geht in allen Filialen uneingeschränkt weiter“, wird er in der Mitteilung von Pluta Management zitiert. Auch der Onlineshop soll wie gehabt weiterlaufen.
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