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S-Bahn mit 5G-Steuerung ferngesteuert: Testbetrieb in München

Verkehr

Die Zukunft der Bahn? Ferngesteuerte S-Bahn erstmals in München getestet

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    In München können Triebfahrzeugführer ihre Bahnen auf dem Werksgelände testweise per Fernsteuerung rangieren.
    In München können Triebfahrzeugführer ihre Bahnen auf dem Werksgelände testweise per Fernsteuerung rangieren. Foto: Sven Hoppe, dpa

    S-Bahn-Fahren: Das könnte künftig für Zugführer ganz anders ablaufen als bislang – zumindest beim Rangieren. In München wird das ferngesteuerte Rangieren von Zügen deutschlandweit erstmals erprobt.

    Dafür hat die Bahn im Osten der Landeshauptstadt eine S-Bahn des Typs 423 umgebaut. Rund eine Million Euro haben die Ausrüstung des Testfahrzeugs und der „führerstandsähnliche Bedienplatz“ laut DB gekostet. Entstanden ist dabei auch eine 5G-Verbindung, mittels derer die Triebfahrzeugführer die Bahnen via Datenübertragung in Echtzeit steuern können.

    Mit der neuen Technik sollen nicht nur Laufwege gespart, sondern auch ein schneller und verlässlicher Betrieb ermöglicht werden, so die DB. Denn bislang müssen die Züge händisch rangiert werden. Dafür müssen Mitarbeitende zur Bahn laufen und dann an ihr Ziel fahren. „Züge per Fernsteuerung zu rangieren, kann unsere Mitarbeitenden entlasten und die Abläufe in unseren Werken erheblich beschleunigen“, sagte Harmen van Zijderveld, DB-Konzernvorstand des Regionalverkehrs.

    Ein Bedienplatz, kein Arbeitsweg: So funktioniert RTO 

    Mit der neuen Technik, genannt Remote Train Operation (RTO), können die Lokführer die S-Bahn von besagtem Bedienplatz aus fernsteuern. Über Monitore können sie dank an den Zügen angebrachten Kameras sogar mehr sehen, als normalerweise aus dem Führerstand heraus, berichtete die Deutsche Presse-Agentur. Die Displays zeigen Livebilder der Fahrt. Auch mit Tablets können im Rahmen des Testbetriebs die S-Bahnen gesteuert werden.

    Die S-Bahnen sollen künftig ohne Fahrer auskommen - zumindest vor Ort.
    Die S-Bahnen sollen künftig ohne Fahrer auskommen - zumindest vor Ort. Foto: Peter Kneffel, dpa (Archivbild)

    Mit der neuen Technik lässt sich das Fahrzeug laut DB nicht nur aus der Ferne bewegen, sondern damit können Mitarbeitende Türen schließen, die Beleuchtung einschalten oder auch Warnsignale abgeben. Perspektivisch soll auch kuppeln und entkuppeln möglich sein, sagte die Deutsche Bahn zur Deutschen Presse-Agentur. „Es geht um effizienteres Rangieren und Betriebsabläufe, mehr Wirtschaftlichkeit, aber auch die Attraktivität der S-Bahn als Arbeitgeber“, fasste Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) die Vorteile unter Verweis auf den Fachkräftemangel zusammen.

    Technik ist übertragbar

    Laut Bahn soll der technische Ansatz theoretisch nicht nur auf die deutschlandweit rund 400 S-Bahnen der Baureihe 423, sondern auch auf weitere Baureihen übertragbar sein.

    Angaben der DB zufolge sind die für die RTO benötigten Komponenten bereits auf dem Markt verfügbar und damit eine Nachrüstung theoretisch schnell umsetzbar. Dafür braucht es aber zunächst die Zulassung der Technik und eine Anschubfinanzierung vom Staat. Läuft alles glatt, könnten schon im Jahr 2028 die ersten 100 der knapp 300 Münchner S-Bahnen per Fernsteuerung rangiert werden.

    Während die S-Bahn solche Fortschritte in Richtung Zukunft macht, ist am Montag, 2. Februar, erst einmal Stillstand im ÖPNV angesagt: Verdi kündigte einen Streik an. Vielerorts fahren Busse, Tram und U-Bahnen nicht. In München ist die S-Bahn nicht betroffen, da diese von der Deutschen Bahn betrieben wird. (mit dpa)

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