In Bayern hat am Wochenende eine Schlangen-Sichtung zu einem größeren Einsatz der Feuerwehr gesorgt. Eine Frau entdeckte am Isarstausee bei Oberfischbach (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) am Sonntag, 7. Juni, eine Schlange mit einem roten Kopf, wie die tz berichtete. Die Passantin alarmierte daraufhin die Freiwillige Feuerwehr Oberfischbach.
Die Einsatzkräfte rückten an und konnten die Schlangenart ebenfalls nicht zuordnen. Der Fund wurde wie folgt beschrieben: Eine dunkel gefärbte Schlange mit einem rötlichen Kopf. Sie war in der Nähe des Stausees anzutreffen. Fotos der Schlange wurden von den Einsatzkräften an einen Schlangenexperten in München übermittelt.
Schlange führt zu Feuerwehreinsatz in Oberbayern
Wenig später gab ein Experte jedoch Entwarnung, heißt es in dem Bericht der tz. Bei dem Reptil handle es sich um eine heimische schwarze Kreuzotter. Da die Schlange sich in seinem natürlichen Lebensraum befand, rückte die Feuerwehr wieder ab.
Bei der Kreuzotter handelt es sich um die einzige heimische Giftschlange in Bayern. Im Südschwarzwald in Baden-Württemberg ist noch eine zweite Giftschlange beheimatet: die Aspisviper. Sie kommt extrem selten vor und gilt als vom Aussterben bedroht.
Diese Schlangen leben in Bayerns Wäldern, Wiesen und Mooren
In Bayern leben neben der Kreuzotter noch weitere Schlangenarten. Die häufigsten Schuppenkriechtiere:
- Die Kreuzotter ist die einzige Giftschlange, die in Bayern vorkommt.
- Die Schlangen haben ein typisches X- oder V-förmiges Abzeichen auf dem Kopf, ein Zickzackband auf dem Rücken sowie Längsstreifen an den Kopfseiten. Variabel hingegen ist die Grundfarbe der Tiere: Von fast weiß bis grau, von gelb bis braun oder von rot bis kupferfarben. Manche Tiere sind auch komplett schwarz.
- Der Biss einer Kreuzotter ist für einen gesunden Menschen meist nicht tödlich.
- Ihr Lebensraum ist vielseitig: von Mooren, Waldrändern bis zu Bergwiesen.
- Der Biss einer Ringelnattern ist nicht gifitg.
- Sie haben einen weiß-gelblichen Fleck am Hinterkopf.
- Die Tiere sind sehr lang, Männchen werden bis zu 100 Zentimetern, Weibchen bis zu 150 Zentimetern.
- Schlingnattern haben an der Seite ihres Kopfs einen dunkelbraunen Streifen
- Der Körper ist grau, braun oder leicht rötlich gefärbt und hat dunkle Flecken
- Die zierliche Schlange wird bis zu 70 Zentimeter lang.
- Ihre Beute umschlingt sie bei der Jagd und erstickt sie.
- Das Reptil ist gelblich-brau, oliv oder grau.
- Die Schuppen auf dem Rücken und an der Seite sind glatt und glänzend.
- Bevorzugen warme und trockene Biotope. In Bayern kommen sie nur an wenigen Orten vor, beispielsweise bei Passau und im Inntal, an der Salzach und im Berchtesgadener Becken.
- Die Äskulapnatter ist die größte heimische Schlange. Sie kann mehr als zwei Meter lang werden.
Was tun, wenn eine Kreuzotter gebissen hat?
Die Kreuzotter-Population nimmt nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt ab. Im Freistaat findet man sie nur noch in kleiner Zahl vor. Inzwischen wird die Kreuzotter in allen deutschen Bundesländern auf der Roten Liste geführt und gilt als gefährdet.
Im Fall eines Bisses einer Kreuzotter sollten Betroffene sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen oder beim Giftnotruf der Technischen Universität München nachfragen. In den meisten Fällen geht keine große Gefahr aus. Das Gift kann jedoch Übelkeit verursachen. Man sollte Anstrengung vermeiden und den betroffenen Körperteil ruhig stellen, aber nicht abbinden. Um den Kreislauf nicht weiter zu belasten, sollte man Kaffee und Alkohol meiden.
Population der Kreuzotter nimmt in Bayern ab
Die Wunde darf nicht ausgeschnitten oder ausgesaugt werden, so das Landesamt für Umwelt. Manchmal kann ein Biss jedoch zu Komplikationen führen: Wie alle Proteine können auch die Enzyme und Peptide im Kreuzottergift allergische Reaktionen auslösen. Außerdem kann die Bisswunde bakteriell infiziert werden, was zu schweren Entzündungen bis zur Blutvergiftung führen kann.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren