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Schulen
27.01.2023

Diese neuen Vorschläge sollen den Lehrkräftemangel beheben

Lehrkräfte sind in Deutschland verzweifelt gesucht.
Foto: Caroline Seidel, dpa

Bis 2025 fehlen in Deutschland mindestens 25.000 Lehrer. Berater der Kultusminister legen jetzt Lösungsideen vor – unter anderem Mehrarbeit und Hybridunterricht.

Einige der wichtigsten Bildungsexperten und -expertinnen Deutschlands reden Klartext. "Der Mangel bedroht die Sicherstellung der Unterrichtsversorgung und beeinträchtigt auch die Qualität des Unterrichts", heißt es in einem neuen Gutachten zur Personalnot an Schulen. Es ist nicht irgendeine Stellungnahme. Sie stammt von den engsten wissenschaftlichen Beraterinnen und Beratern der deutschen Bildungsministerinnen und -minister: von der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz. Sie hatte den Auftrag, Empfehlungen zum Umgang mit dem Lehrkräftemangel auszusprechen. Und die haben es in sich.

Die Expertinnen und Experten um Olaf Köller, Direktor des Leibniz-Instituts für Pädagogik in Kiel, und Yvonne Anders, Professorin für frühkindliche Erziehung und Bildung an der Universität Bamberg, nehmen an, dass bis 2025 in ganz Deutschland 25.000 Lehrkräfte fehlen werden. Andere Bildungsforscher kamen zuletzt zu deutlich höheren Ergebnissen. Auf dem 40-seitigen Gutachten, das unserer Redaktion vorliegt, schlagen sie eine Reihe an Maßnahmen vor, die die Notlage an den Schulen abfedern sollen: Mehrere davon werden in Bayern bereits seit Jahren umgesetzt. Folglich könnten die Ideen der Kommission in Bayern ad hoc weniger neue Lehrkräfte beschaffen als in anderen Ländern.

47 Prozent der Lehrkräfte arbeiten in Teilzeit

Erste Empfehlung der Beraterinnen und Berater: schlummernde Reserven bei den bereits vorhandenen Lehrkräften ausschöpfen. Das größte Potenzial sieht die SWK bei den Teilzeitkräften. Das Gremium wird deutlich: "Die SWK empfiehlt, die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit zu begrenzen." Nur noch in Ausnahmefällen sollten Lehrkräfte die Genehmigung dafür erhalten, ihre Arbeitszeit auf unter 50 Prozent zu reduzieren, etwa dann, wenn sie kleine Kinder zu Hause haben. Tatsächlich arbeiten in Deutschland laut KMK 47 Prozent der Lehrkräfte in Teilzeit, viel mehr als im Durchschnitt aller anderen Berufe (29 Prozent). Damit die Lehrerinnen und Lehrer durch die Mehrarbeit nicht schnurstracks in die Erschöpfung laufen, sollten demnach Maßnahmen zur Kinderbetreuung und zur Gesundheitsförderung angeboten werden. Überdies wird den Ländern geraten, pensionierte Lehrkräfte an die Schulen zurückzuholen. In Bayern fleht Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) Pensionäre und Lehrkräfte in Teilzeit seit vielen Monaten an, freiwillig an die Schulen zurückzukehren und mehr zu arbeiten. 

Andere Maßnahmen waren in Bayern im Jahr 2020 gar nicht freiwillig. Angesichts eines drohenden Mangels von 1400 Lehrkräften hatte Piazolo Mehrarbeit an Grund-, Mittel- und Förderschulen angeordnet. Grundschullehrkräfte müssen seither 29 statt 28 Stunden pro Woche geben, Teilzeitkräfte trifft es mit am härtesten. Die meisten von ihnen müssen an Grund-, Mittel- und Förderschulen seither 24 Stunden in der Woche unterrichten – auch, wenn sie vorher einen Vertrag mit nur 16 oder 17 Stunden hatten. Und Lehrkräfte an diesen Schularten dürfen bis auf Weiteres keine Anträge auf einen vorzeitigen Ruhestand vor dem Ende ihres 65. Lebensjahres stellen, Sabbatjahre werden vorübergehend ebenfalls nicht genehmigt. Gegen den Mangel half das: Nach Berechnungen des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands brachte der Krisenplan allein 2020 einen Gewinn von fast 650 Vollzeit-Lehrerstellen. Die Stimmung an den betroffenen Schularten ist seitdem im Keller, wochenlange Proteste und Demonstrationen in ganz Bayern waren die Reaktionen.

Eine Empfehlung der SWK zielt besonders auf die Schülerinnen und Schüler. Die Wissenschaftler schlagen vor, Unterrichtsformen zu prüfen, mit denen Jugendliche auch im Klassenzimmer künftig mehr selbstständig lernen. Etwa durch Ansätze, in denen die Lehrkraft Wissen vermittelt, das die Schülerinnen und Schüler dann in für sie zugeschnittenen Aufgaben selbstständig verinnerlichen. Die Lehrkraft ist damit nicht ans Pult gebunden, sondern wandert durch die Klassenräume, geht gezielt auf Fragen einzelner Schülerinnen und Schüler ein. Auf diese Weise könnte ein Lehrer theoretisch mehr Schüler und Schülerinnen gleichzeitig übernehmen. Ferner empfiehlt die SWK, ein aus Corona-Zeiten bekanntes Modell weiterzunutzen – zumindest in der gymnasialen Oberstufe: den Hybridunterricht, bei dem ein Teil der Schüler im Klassenzimmer lernt und der andere Teil per Videokonferenz zugeschaltet ist. Auch so könnte man Klassen zusammenlegen. Das bayerische Kultusministerium hat dem noch am Freitag eine Absage erteilt: „Was euphemistisch als ‚Flexibilisierung durch Hybridunterricht und Erhöhung der Selbstlernzeiten’ bezeichnet wird, steht in Bayern nicht zur Diskussion. Die Pandemie hat vor Augen geführt, wie wichtig der Präsenzunterricht ist!“

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Lehramts-Studierende sollen Lehrer unterstützen

In ihrem neuen Gutachten empfehlen die Berater den deutschen Kultusministerinnen und -ministern auch, die Schulen im Alltag durch Lehramts-Studierende und zusätzliches Personal in den Sekretariaten zu unterstützen, das Verwaltungsaufgaben übernimmt. Der erste Vorschlag wird in den Bundesländern nahezu flächendeckend schon umgesetzt, auch in Bayern stünde der Unterricht ohne Hilfskräfte aus den Universitäten längst kurz vor dem Zusammenbruch. Der Ruf nach mehr Verwaltungspersonal ist in Bayern seit Jahren laut. Allein an Gymnasien, das ergab eine Umfrage des Philologenverbands, würden 65 Prozent der Teilzeitkräfte mehr Unterrichtsstunden übernehmen, wenn sie sich mit weniger Bürokratie herumschlagen müssten.

Darüber hinaus rät die SWK den Ländern, gezielt Maßnahmen anzubieten, damit vorhandene Lehrkräfte sich für Mangelfächer fortbilden können, für die es zu wenige Pädagogen gibt. Das werde bisher nur in wenigen Bundesländern praktiziert, so die Forschenden. In Bayern nicht, in Mecklenburg-Vorpommern etwa schon. Dort können sich Lehrer zum Beispiel in drei Schulhalbjahren zur Informatik-Lehrkraft ausbilden lassen und dieses Fach dann ganz regulär unterrichten. 

Lehrermangel: 80 Prozent der zugewanderten Lehrkräfte bekommen keine Anstellung

Ein weiterer Vorschlag im neuen Gutachten: zugewanderten Pädagoginnen und Pädagogen den Einstieg erleichtern. Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft stellen pro Jahr bundesweit rund 2500 Lehrkräfte aus anderen Ländern den Antrag, in deutschen Schulen arbeiten zu dürfen. "Insgesamt bemühen sich 80 Prozent der im Ausland ausgebildeten Lehrkräfte in Deutschland vergeblich um eine Anerkennung", schreibt die SWK. Was also tun? Die Voraussetzungen für zugewanderte Pädagogen auf unnötige Hürden überprüfen, passgenaue Qualifikationsmaßnahmen für jeden Bewerber schaffen.

Große Hoffnungen setzt die SWK in Quereinsteiger. Ohne sie geht es vielerorts jetzt schon nicht mehr. Hatte man im bayerischen Kultusministerium das Wort Quereinsteiger lange gar nicht in den Mund genommen, kündigte Piazolo kürzlich erst an, an bestimmten Schularten und in bestimmten Fächern auch Bewerbern ohne Lehramtsstudium den Zugang ins Klassenzimmer zu erleichtern. Gezielt angesprochen werden sollen Hochschulabsolventen von Physik bis Germanistik, gerne auch mit einigen Jahren Berufserfahrung. Die Interessenten sollen in den Schulen ein Referendariat beginnen und nach zwei Jahren und einer pädagogischen Zusatzausbildung mit einem regulären zweiten Staatsexamen vollwertige Lehrkräfte werden können. Auf "250 Bewerber plus X" hofft der Minister pro Jahr.

Wie viele Lücken all die Vorschläge der Bildungswissenschaftler und all die Pläne der Bundesländer am Ende stopfen können, weiß niemand. Das hängt von der Bereitschaft der Lehrkräfte ab und von der Bereitschaft der Politik, Geld in die Hand zu nehmen und die Forderungen der Wissenschaft und der Schulen ernst zu nehmen. Doch selbst wenn die Vorschläge der SWK zum Erfolg würden: Dass sie 25.000 Lehrerstellen schaffen können, bezweifeln selbst die Verfasser des Gutachtens und schreiben: "Das Problem des Lehrkräftemangels wird aller Voraussicht nach in den kommenden 20 Jahren bestehen bleiben."

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