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„Sinnvolle Alternative zu Söder“: Linke-Höhenflug erreicht Bayern

Analyse

„Sinnvolle Alternative zu Söder“: Warum der Linken-Hype jetzt auch Bayern erreicht

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    Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, ist das Gesicht des Aufschwungs ihrer Partei.
    Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, ist das Gesicht des Aufschwungs ihrer Partei. Foto: Kay Nietfeld, dpa

    Es ist gerade einmal wenige Monate her, da dümpelte Die Linke in Bayern in Umfragen bei einem Prozent. Vom bundesweiten Höhenflug der Partei – Meinungsforschungsinstitute sehen sie durchweg zweistellig – war nichts zu spüren. Zumindest im Freistaat drohte Die Linke das Schicksal zu ereilen, das der Partei nach der Gründung des BSW 2024 prophezeit wurde: marginalisiert in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Doch nun scheint der Linken-Hype sogar im konservativ geprägten Bayern anzukommen.

    Denn mit Zustimmungswerten von inzwischen fünf Prozent legen die Linken im Bayern-Monitor des Meinungsforschungsinstituts Civey, mit dem unsere Redaktion kontinuierlich das Stimmungsbild im Freistaat untersucht, zum zweiten Mal in Folge zu. Im September stand die Partei noch bei einem, im Oktober bei vier Prozent. Als Umfrage-Gewinnerin ist sie im November nicht allein: Auch die CSU als klar stärkste Partei klettert von 38 auf 40 Prozent der Wählerstimmen, die Grünen von elf auf zwölf Prozent. Verlierer sind Freie Wähler und BSW, die jeweils einen Prozentpunkt verlieren und nun nur noch neun respektive ein Prozent der Stimmen erhalten würden. Die AfD steht unverändert bei 20, die SPD bei acht und die FDP bei zwei Prozent.

    Die Wählerinnen und Wähler der Linken sind jung und weiblich

    Nun bewegen sich Werte von fünf Prozent wie bei der Linken immer noch auf einem überschaubaren Niveau. Dennoch: Seit der Gründung der Partei im Jahr 2007 wartet sie auf einen Einzug in den bayerischen Landtag. In Umfragen im Freistaat stand sie nie besser da. Laut Sabrina Mayer, Politikwissenschaftlerin an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, zeichnet sich diese Entwicklung schon seit einiger Zeit ab: „Die Linke positioniert sich als sinnvolle Alternative zu Ministerpräsident Markus Söder und den Regierungsparteien. Sie konnte zuletzt viele neue Mitglieder gewinnen.“

    Tatsächlich verzeichnete die bayerische Linke Ende September erstmals mehr als 9000 Mitglieder. „Innerhalb eines Jahres hat sich Die Linke mehr als verdreifacht. Die Hälfte der Neumitglieder ist weiblich und fast zwei Drittel sind unter 30“, ist in einer Pressemitteilung des Landesverbands zu lesen. Politologin Mayer sagt, dass sich diese Personengruppen zuvor eher bei den Grünen heimisch gesehen hätten. Nun habe man jedoch nach einer Partei gesucht, die weniger auf Klima und mehr auf soziale Gerechtigkeit setzt. „Soziale Gerechtigkeit wird immer wichtiger, dafür steht Die Linke, da wird ihr mit am meisten Expertise zugesprochen.“

    Linke deutlich erfolgreicher als BSW: Das sind die Gründe

    Auch Ministerpräsident Söder habe seinen Anteil am Aufwind der Linken, meint Mayer. „Gerade in Bayern ist der Kulturkampf durch Aussagen Söders präsent. Gleichzeitig herrscht im Freistaat eine schwierige Lebensrealität mit extrem hohen Mieten in Städten wie München oder Augsburg.“

    Sabrina Mayer ist Professorin für Politische Soziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
    Sabrina Mayer ist Professorin für Politische Soziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Foto: Benjamin Herges, Uni Bamberg

    Dass nun Die Linke bundesweit einen Höhenflug erlebt – und nicht, wie zunächst vermutet, das BSW –, hat viele Gründe, sagt die Expertin. „Die Linke hat sich eher professionalisiert, während das BSW auch fragwürdige Themen platziert hat. Die zahlreichen internen Streitigkeiten im BSW können ebenfalls Wählerinnen und Wähler abschrecken. Gleichzeitig wurden durch die Gründung des BSW viele Politikerinnen und Politiker aus der Linken abgezogen, die beispielsweise eine Stasi-Vergangenheit hatten.“ Damit verloren die Linken eine Angriffsfläche.

    Die Gefahr, dass Die Linke im Erfolg zu sehr auf ihr Aushängeschild Heidi Reichinnek setzt, sieht Politikwissenschaftlerin Mayer indes nicht. Die Partei habe aus ihren Fehlern gelernt, Stichwort Sahra Wagenknecht. Zudem mache der Co-Parteivorsitzende Jan van Aken derzeit eine gute Figur, etwa in der Debatte um die Vermögenssteuer, sagt die Expertin.

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