Studie zum Glück: Glücksatlas: Warum Augsburg München hinter sich lässt
Studie zum Glück
Glücksatlas: Warum Augsburg München hinter sich lässt
Augsburg belegt beim Glücksatlas einen Spitzenplatz, München landet deutlich dahinter. Was Augsburg und der bundesweite Spitzenreiter Erfurt anders machen, zeigt die aktuelle Studie.
Von dpa|
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München hat viele schöne Ecken, doch macht das die Menschen glücklich? (Archivbild)Foto: Sven Hoppe/dpa
Ein Traumplatz für Augsburg, Pech für München: bei der Lebenszufriedenheit hat die Fuggerstadt der Landeshauptstadt einiges voraus. Im Ranking von 40 deutschen Großstädten landet Augsburg auf Platz 2 nach Spitzenreiter Erfurt und vor Metropolen wie Hamburg, Köln oder Essen, geht aus dem Glücksatlas der Süddeutschen Klassenlotterie SKL hervor. München dagegen schafft es nur auf Platz 24, gleichauf mit Leipzig, während Nürnberg als zweitgrößte Stadt des Freistaats sogar nur auf Platz 35 kommt - immerhin gemeinsam mit Berlin.
Glück mehr als Wohlstand
Woran das liegt? Immerhin wirbt München doch gerne mit Gemütlichkeit, schöner Natur und einem entspannten Lebensgefühl. Und auch Nürnberg kann in puncto idyllischer Altstadt und zahlreichen Sehenswürdigkeiten punkten. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg, der die Studie mit seinem Team ausgewertet hat, erläutert mögliche Gründe: „Die materiellen Wohlstandsindikatoren erfassen das Lebensglück der Menschen nicht vollständig, auch immaterielle Faktoren wie das Gemeinschaftsgefühl und die persönliche Identifikation mit dem Wohnort spielen eine große Rolle“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler.
Teure Mieten und überforderte Infrastruktur
Süddeutsche Städte seien trotz hohen Wohlstands schwächer, resümieren die Verfasser. Die Einkommen und die Wohneigentumsquote seien hoch, die Kriminalität niedrig und die Bildungs- wie Gesundheitsversorgung vorbildlich. „Trotzdem berichten die Einwohner der süddeutschen Großstädte von einer eher mäßigen bis geringen Lebenszufriedenheit“, so das Fazit. Ein möglicher Grund könnten horrend hohe Mieten sein: „München ist die teuerste Großstadt Deutschlands, zudem gibt es viele Alleinlebende“, heißt es in der Studie.
Und auch sonst läuft vieles nicht rund. Städte wie München, Frankfurt am Main (Platz 38) oder Wiesbaden (Platz 39) hätten alle eine schlechte Umweltqualität sowie eine überforderte Infrastruktur. Auch bei Einkommen und Vermögen gebe es „eine hohe Ungleichheit“. Das senke für den ärmeren Teil der Bevölkerung die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Alltag in der Stadt teilhaben zu können, „während sich Wohlhabendere in eigene Milieus zurückziehen“, so die Erkenntnisse aus dem Glücksatlas.
Wohlfühlen in Augsburg
Anders Augsburg: Die Stadt kann der Untersuchung zufolge mit gemäßigten Mietpreisen punkten, aber auch mit geringer Kriminalität. Eine Situation, die dem Glücksatlas ähnlich auch in der thüringischen Landeshauptstadt zu finden ist. „Im Vergleich zu anderen Städten der Region ragt Erfurt durch günstige Mieten, hohe Umweltqualität und eine leicht überdurchschnittliche wirtschaftliche Lage hervor. Gleichzeitig hebt sich die Stadt vom Trend vieler ostdeutscher Städte ab, die häufig mit höherer Arbeitslosigkeit, geringeren Einkommen und demographischen Problemen kämpfen.“
Das Institut für Demoskopie Allensbach hat für das Ranking 23.286 Menschen zwischen 16 und 84 Jahren befragt von Januar 2023 bis April 2026. Um belastbare Ergebnisse zu erhalten, habe man drei Befragungsjahre zusammengefasst. Gewertet wurde auf einer Skala von 0 bis 10. Augsburg erreicht demnach 7,42 Punkte, München 6,98 Punkte und Nürnberg nur 6,71 Punkte.
In Augsburg fühlen sich die Menschen offenbar besonders wohl. (Archivbild)Foto: Stefan Puchner/dpa
Nürnberg landet beim Glücksatlas auf den hinteren Plätzen. (Archivbild)Foto: Daniel Karmann/dpa
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