In Bayern legen tausende Beschäftigte von Postbank und Telekom am Donnerstag, 30. April, die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft Verdi hatte im Vorfeld zu Warnstreiks aufgerufen. Demnach hatten die Verhandlungen in beiden Tarifrunden zuletzt keine Einigung erbracht.
Bayern: Verdi ruft zu Warnstreiks bei Postbank und Telekom auf
Bei der Postbank sind von dem Streikaufruf bundesweit insgesamt rund 9000 Beschäftigte aus dem Filialvertrieb betroffen. Sie sollen nicht nur am Donnerstag streiken, sondern auch am Samstag, 2. Mai. Die Gewerkschaft fordert für sie unter anderem acht Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat, bei der Ausbildungsvergütung 200 Euro mehr. Die Arbeitgeberseite hatte bislang ein Angebot von zwei Prozent mehr Gehalt vorgelegt – und weitere zwei Prozent ab September 2027.
„Die Deutsche Bank hat gerade erst ein Rekordergebnis verkündet; da ist es jetzt völlig unverständlich, dass sie ein Gehaltsangebot macht, das nicht einmal ansatzweise die Inflation ausgleicht“, wird Jan Duscheck, der Verdi-Verhandlungsführer, im Streikaufruf zitiert. „Die Beschäftigten erwarten ein deutliches Signal der Anerkennung“, so Duscheck, der Unmut bei den Postbank-Beschäftigten sei groß, die Arbeitsbelastung sehr hoch. Verdi fordert zudem Regelungen zur Transformation der Privatkundenbank, etwa was Filialschließungen angeht, damit die Beschäftigten Planungssicherheit hätten.
Streiks bei Telekom und Postbank: Tausende Beschäftigte betroffen
Der Telekom-Streik hatte dagegen bereits am Dienstag und Mittwoch begonnen. Am Donnerstag streiken nun die Beschäftigten aus Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg. Verdi fordert für die bundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigten unter anderem 6,6 Prozent mehr Lohn sowie 120 Euro mehr für die dualen Studierenden.
Laut eigenen Angaben geht es den Mitgliedern der Gewerkschaft unter anderem darum, die Belastungen durch gestiegene Preise abzufangen, aber auch um Kündigungsschutz im Kontext der digitalen Transformation des Telekom-Konzerns.
Telekom und Postbank: Das bedeutet der Streik für Kunden in Bayern
Was bedeuten die Streiks jeweils für Kundinnen und Kunden? Bei der Postbank sind die Beschäftigten in 87 Filialen zum Ausstand aufgerufen, wie eine Verdi-Sprecherin auf Nachfrage erklärte. Viele von ihnen sollen am Donnerstag und Samstag deshalb wohl geschlossen bleiben, genaue Angaben über die einzelnen Filialen konnte sie jedoch nicht treffen. Betroffen sind aber teilweise auch Post-Kunden, da die Postbank in vielen Filialen im Auftrag auch deren Aufgaben, wie den Versand von Briefen und Pakten, übernehme. 30 Prozent der Beschäftigten in dem Bereich seien laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) jedoch verbeamtet und dürften nicht streiken, heißt es weiter.
Bei der Telekom sind laut BR ebenfalls mehrere Standorte betroffen. Für Kundinnen und Kunden könne es laut einer Verdi-Mitteilung zu einer schlechteren telefonischen Erreichbarkeit kommen, dazu Verzögerungen im technischen Kundendienst. Außerdem könne es zur Absage von vereinbarten Terminen kommen.
Die nächsten Verhandlungsrunden im Tarifstreit finden für die Postbank am 18. Mai 2026 statt. Für die Telekom sind zwei Verhandlungsrunden am 11./12. Mai sowie 26./27. Mai 2026 angesetzt.
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