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Woher kommen Kerosin und Benzin? Die größten Raffinerien in Bayern

Kerosinmangel

Woher kommen unser Kerosin und Benzin? Die bayerischen Raffinerien im Überblick

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    In der Gunvor-Raffinerie bei Kösching werden jährlich etwa fünf Prozent des deutschen Jahresverbrauchs an Rohöl verarbeitet.
    In der Gunvor-Raffinerie bei Kösching werden jährlich etwa fünf Prozent des deutschen Jahresverbrauchs an Rohöl verarbeitet. Foto: Heinz Reiß (Archivbild)

    Diesel teurer, Benzin teurer – und dann auch noch die Nachricht, dass Kerosin teurer werden könnte und damit der Sommerurlaub, insofern man ins Flugzeug steigen will. Aber woher stammt das Kerosin eigentlich, das die Flugzeuge an bayerischen Flughäfen tanken? Und wo wird der Sprit für unsere Autos produziert? Wir stellen die Raffinerien in Bayern vor.

    Während das Rohöl, die Grundlage für den Flugzeugtreibstoff, aus dem Ausland importiert wird, findet der Raffinerieprozess größtenteils in Deutschland selbst statt. Über Pipelines, Schiene und Straße gelangt das Kerosin in die riesigen Tanks der Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen. Der Münchner Flughafen kann etwa bis zu 45.000 Kubikmeter Kerosin lagern – das sind 45 Millionen Liter. Beide Raffinerien erhalten Rohöl über die Transalpine Ölleitung, kurz TAL. Dabei handelt es sich um die wichtigste Ölversorgungsleitung für Bayern.

    Vohburg

    • Betreiber: Bayernoil
    • Mitarbeiter: rund 850 (gemeinsam mit Standort Neustadt)
    • Verarbeitungskapazität von Rohöl: 10,3 Millionen Tonnen pro Jahr (gemeinsam mit Neustadt) (ca. zehn Prozent des deutschen Jahresverbrauchs)

    In den 1960er Jahren entstanden einige Raffinerien im Raum Ingolstadt. Eine davon ist die Raffinerie in Vohburg, die 1967 in Betrieb ging. Sie wird gemeinsam mit dem Standort Neustadt an der Donau von der Firma Bayernoil betrieben. Darüber, wie viel Kerosin auf dem 167 Hektar großen Gelände hergestellt wird oder an die bayerischen Flughäfen fließt, gibt Bayernoil keine Auskunft.

    Für Schlagzeilen sorgte die Raffinerie 2018, als es zu einer Explosion und in Folge zu einem Großbrand auf dem Gelände kam. Die Detonation war in einem Umkreis von rund 25 Kilometern zu spüren. Etwa 15 Menschen wurden verletzt, rund 1000 Gebäude beschädigt, ein Sachschaden in Höhe von rund 800 Millionen Euro entstand. Der Landkreis Pfaffenhofen rief damals den Katastrophenfall aus, die Anwohnerinnen und Anwohner mehrerer Ortschaften wurden evakuiert. Die Ursache war ein Riss in einem Reaktor.

    Nach der Explosion auf dem Gelände der Bayernoil-Raffinerie in Vohburg mussten einige Gebäude und Produktionsanlagen repariert, saniert oder neu aufgebaut werden.
    Nach der Explosion auf dem Gelände der Bayernoil-Raffinerie in Vohburg mussten einige Gebäude und Produktionsanlagen repariert, saniert oder neu aufgebaut werden. Foto: Manfred Dittenhofer (Archivbild)

    Burghausen

    • Betreiber: OMV Deutschland
    • Mitarbeiter: rund 530
    • Verarbeitungskapazität von Rohöl: 3,8 Millionen Tonnen pro Jahr (ca. vier Prozent des deutschen Jahresverbrauchs)

    Die Raffinerie Burghausen gibt es ebenfalls seit 1967. Seit 1987 ist sie in der Hand des OMV-Konzerns. In Burghausen liegt der Fokus zwar auf Petrochemie – Verfahren, mit denen aus Erdgas und Erdöl andere Produkte wie etwa Kunststoffe hergestellt werden – aber auch Kerosin wird hier hergestellt. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen gibt OMV allerdings keine Auskunft, um wie viel Kerosin es sich handelt.

    Von der Raffinerie führt eine Pipeline zum Tanklager Feldkirchen (westlich von München). Diese versorgt nicht nur die Landeshauptstadt mit Diesel und Heizöl, sondern leitet Kerosin über ein weiteres Tanklager auch direkt zum Münchner Flughafen.

    Kösching

    • Betreiber: Gunvor Group
    • Mitarbeiter: rund 350
    • Verarbeitungskapazität von Rohöl: fünf Millionen Tonnen pro Jahr (ca. fünf Prozent des deutschen Jahresverbrauchs)

    Rund 25 Kilometer von Neustadt entfernt nahe Kösching befindet sich die Gunvor-Raffinerie, früher Esso-Raffinerie. Sie liegt auf einem 128 Hektor großen Gelände, teils auf Gebiet der Stadt Ingolstadt, teils im Landkreis Eichstätt. Kerosin wird hier nicht raffiniert, dafür unter anderem Benzin, Diesel, Heizöl und auch Produkte für die chemische Industrie. Die Gunvor Group übernahm die Anlage 2012, nachdem der vorherige Betreiber, Petroplus, Insolvenz angemeldet hatte.

    Die Gunvor-Raffinerie bei Ingolstadt ging 1963, damals noch unter dem Namen Esso-Raffinerie, in Betrieb.
    Die Gunvor-Raffinerie bei Ingolstadt ging 1963, damals noch unter dem Namen Esso-Raffinerie, in Betrieb. Foto: Thomas Balbierer (Archivbild)

    Neustadt an der Donau

    • Betreiber: Bayernoil
    • Mitarbeiter: rund 850 (gemeinsam mit Vohburg)
    • Verarbeitungskapazität von Rohöl: 10,3 Millionen Tonnen pro Jahr (gemeinsam mit Vohburg) (ca. zehn Prozent des deutschen Jahresverbrauchs)

    Der zweite Standort von Bayernoil liegt nur wenige Kilometer entfernt in Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim). Auf dem rund 300 Hektar großen Gelände wird allerdings kein Kerosin hergestellt, sondern Propan, Butan, Raffineriegas, Heizöl sowie Benzin und Diesel. Die Raffinerie ging 1964 in Betrieb.

    Im Januar 2025 kam es zu einem Großbrand, bei dem vier Menschen verletzt wurden. Anwohnerinnen und Anwohner wurden wegen der Rauchentwicklung gewarnt. Das Feuer wurde von einem Behälter ausgelöst, der mit Stickstoff gefüllt war und platzte. Dadurch wurden weitere Anlagenteile beschädigt, die sich entzündeten. Der Raffineriebetrieb stand mehrere Tage still.

    Ein Großaufgebot von Feuerwehr- und Rettungskräften war bei dem Brand 2025 im Einsatz.
    Ein Großaufgebot von Feuerwehr- und Rettungskräften war bei dem Brand 2025 im Einsatz. Foto: Lars Haubner/NEWS5/dpa (Archivbild)
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