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Ausstellung
24.06.2022

Schloss Neuhardenberg zeigt Werke von Armin Mueller-Stahl

Armin Mueller-Stahl, Schauspieler und Maler.
Foto: Georg Wendt, dpa (Archivbild)

Er ist ein großer Schauspieler, Musiker, Schriftsteller und Künstler und er malt gegen das Vergessen: In der Orangerie Schloss Neuhardenberg sind an diesem Samstag 33 Arbeiten von Armin Mueller-Stahl (91) zu sehen.

Die Malereien aus dem Werkzyklus "Jüdische Freunde. Schicksale, Weggefährten, Porträts" des Künstlers erinnern an jüdische Persönlichkeiten, die auf verschiedene Art und Weise mit seinem Lebensweg verknüpft sind, wie die Stiftung Schloss Neuhardenberg mitteilte. Armin Mueller-Stahl selbst wird bei der Eröffnung der Schau im kleinen Kreis am Freitagabend erwartet.

Unter den Arbeiten ist auch ein Porträt von Martha Liebermann, das auf Anregung der Stiftung für die Ausstellung entstand und an die die Stiftung in diesem Jahr besonders erinnert. Daneben finden sich Porträts von Walther Rathenau, dem Außenminister der Weimarer Republik, der vor genau 100 Jahren (am 24. Juni 1922) von Rechtsextremen ermordet wurde, des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki, des Regisseurs und Drehbuchautors Billy Wilder sowie von Karl Marx. Zum ersten Mal öffentlich ausgestellt ist nach Angaben der Stiftung das ebenfalls erst kürzlich für die Ausstellung entstandene Bildnis des Jahrhundertgeigers David Oistrach aus Odessa, der ein Millionenpublikum in Ost und West in der Musik vereinte.

Anliegen Armin Mueller-Stahls ist es nach Angaben der Stiftung, mit dem Werkzyklus die Lebensverdienste und Schicksale der dargestellten Persönlichkeiten dem Vergessen zu entreißen und daran zu erinnern, dass Frieden, Freiheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt jederzeit aktiv bewahrt werden müssen.

Der in der Nähe von Lübeck an der Ostsee lebende Künstler wurde 1930 in Tilsit, dem heutigen Sowjetsk, geboren. Er gilt wegen der Vielschichtigkeit seiner künstlerischen Ausdrucksweisen als Ausnahmeerscheinung in der Kunst des 21. Jahrhunderts.

Der "Märkischen Oderzeitung" hatte er in einem Interview gesagt, Anlass für das Schaffen der Porträts sei der Rechtsruck und zunehmende Antisemitismus in den europäischen Ländern. Ihm erscheine das furchtbar. "Ich habe das Dritte Reich ja noch erlebt - ein jüdischer Schulfreund von mir verschwand ... ich wollte vor diesem Hintergrund jüdische Menschen ins Bewusstsein holen, die mir wichtig sind."

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