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Bundesliga
13.08.2022

Remis gegen Trend: Hertha und Eintracht schöpfen Hoffnung

Cheftrainer Sandro Schwarz von Hertha BSC steht am Spielfeldrand.
Foto: Andreas Gora, dpa (Archivbild)

Was überwiegt? Die Freude über den ersten Punkt oder der Frust über die verpasste Siegchance? Nach den heiß diskutierten Enttäuschungen in DFB-Pokal, Bundesliga und UEFA-Supercup trennen sich Hertha BSC und Eintracht Frankfurt mit einem hart umkämpften Remis.

Wieder kein Sieg, aber jeweils ein Punkt für geplagte Fußball-Seelen: Hertha BSC und Eintracht Frankfurt haben durch ein 1:1 (1:0) den kompletten Fehlstart in der Fußball-Bundesliga abgewendet. Doch ein Hauch Enttäuschung über einen verpassten Dreier gibt es wohl auf beiden Seiten. Suat Serdar brachte die Berliner am Samstag vor 44 694 Zuschauern im Olympiastadion in der dritten Minute in Führung. Daichi Kamada (48.) bewahrte den Europa-League-Sieger nach dem 1:6 zum Auftakt gegen den FC Bayern und dem 0:2 vor drei Tagen im UEFA-Supercup gegen Real Madrid durch seinen Treffer vor einem weiteren Rückschlag.

Emotionaler Höhepunkt war eine knifflige Elfmeterentscheidung. Referee Frank Willenborg entschied zwei Minuten vor dem Ende auf Strafstoß für Frankfurt, weil Hertha-Torwart Oliver Christensen, Eintracht-Stürmer Rafael Borré gefoult haben sollte - nach Videostudium revidierte er aber sein Urteil.

Die Trainer Sandro Schwarz bei seiner Heimpremiere und Oliver Glasner setzten beide auf neue Offensivkräfte. Bei den Berlinern gaben Chidera Ejuke und der wuchtige Wilfried Kanga ihr Startelfdebüt. Die Eintracht versuchte es nach dem Abschied von Filip Kostic mit einer Neuner-Doppelspitze, gebildet von Randal Kolo Muani und Lucas Alario. Mario Götze kehrte nach der Niederlage gegen Real Madrid im UEFA-Supercup in die Anfangsformation zurück.

Das Hertha-Konzept ging erstmal besser auf. Eine Fehlerkette von Kamada bis Ansgar Knauff nutzte Serdar per Kopfball zur frühen Führung. Die nach den jüngsten Enttäuschungen durch die Pokalpleite in Braunschweig (5:6 i.E.) und der Derby-Pleite gegen Union Berlin (1:3) erstaunlich gute Stimmung in der Ostkurve, in der die Berliner Fans mit einer Mega-Choreografie 130 Jahre Hertha-Historie feierten, stieg weiter an.

Grund zum Jubeln hätte es bald wieder geben können. Evan Ndicka (15.) klärte nach einer Hereingabe von Maximilian Mittelstädt in höchster Not. Kanga (23.) kam nach einem schnellen Angriff frei zum Schuss und hätte erhöhen müssen.

Die Eintracht hatte wenig zu bieten und wirkte im 3-3-2-2-System nicht harmonisch. Alario (7.) hatte die schnelle Chance zum Ausgleich, vergab aber recht schlampig. Die vom Assistenten angezeigte Abseitsstellung hätte einer Videoüberprüfung nicht standgehalten. Kamadas Schuss (41.) nach einer abgefälschten Flanke des weitgehend wirkungslosen Götze ging über das Tor.

Ins Spiel fand die Eintracht durch Berliner Hilfe zurück. Ein krasser Fehler von Filip Uremovic führte zum Konter über Kolo Muani und den einschussbereiten Kamada. Jetzt spielten die Hessen direkter. Kolo Muani (55.) schoss knapp vorbei. Die Hertha fiel aber nicht wie bei ähnlichen Spielverläufen zuletzt in sich zusammen. Beide Teams glaubten an ihre Siegchance und hatten viele Chancen. Dodi Lukebakio (59./61.), Stevan Jovetic (72.) und Suat Serdar (83.) sowie Kamada (63.) und Kolo Muani (64.) vergaben. Die Elfmeter-Möglichkeit wurde den Gästen vom Referee nicht mehr gewährt.

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