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Geschichte
04.05.2022

Kabinett beschließt Dokumentationszentrum Zweiter Weltkrieg

Ein neues Dokumentationszentrum in Berlin soll künftig die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzungsherrschaft in Europa aufzeigen.

Dazu hat die Bundesregierung am Mittwoch ein Konzept beschlossen. Die zuständige Kulturstaatsministerin Claudia Roth sieht darin "ein wichtiges erinnerungspolitisches Signal in diesen Zeiten".

Das Projekt betrifft 27 Länder. Das Konzept entstand unter der Leitung von Raphael Gross, dem Präsidenten des Deutschen Historischen Museums, mit Hilfe einer internationalen wissenschaftlichen Arbeitsgruppe sowie Leiterinnen und Leitern wichtiger deutscher NS-Erinnerungseinrichtungen. Der Entwurf befasst sich mit Struktur und Organen der vom Bundestag im Oktober 2020 beschlossenen Einrichtung sowie der Konzeption für Dauerausstellung und Opfergedenken.

"Die Neugestaltung der Erinnerungspolitik ist ein zentrales Vorhaben der Bundesregierung", sagte Roth in einer Mitteilung. "Wir stellen unsere Erinnerungspolitik bewusst in den europäischen Zusammenhang." Aus gemeinsamer Erinnerung solle eine gemeinsame Zukunft erwachsen.

Aus Sicht der Grünen-Politikerin geht es darum "zu beleuchten, wie die verheerende NS-Diktatur Krieg, Zerstörung und Vernichtung bis hin zum Menschheitsverbrechen des Holocaust über ganz Europa gebracht hat, wie wir diese Tatsachen vermitteln, erforschen und als Aufforderung für die heutige deutsche Verantwortung annehmen und ernstnehmen". Das Erinnern solle vor allem auch in die Zukunft gerichtet sein.

Das Konzept geht nun an Bundestag und Bundesrat zur Abstimmung. Zudem soll ein passender Standort für das Dokumentationszentrum gefunden werden. Neben dem Dokumentationszentrum Zweiter Weltkrieg werden in Berlin derzeit Orte für drei weitere Gedenkstätten gesucht: für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft, die polnischen Opfer von Krieg und Nazi-Terror sowie NS-Opfer unter den Zeugen Jehovas, einer der ersten von den Nationalsozialisten verfolgten Gemeinschaft.

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