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Konflikt
25.11.2022

Denkmalpflegerin: Denkmalschutz sucht nach Klima-Lösungen

Ulrike Wendland sieht die Denkmalpflege beim Klimaschutz nicht als Verhinderer an.
Foto: moe/Christian Möller, dpa (Archivbild)

Solarpaneele auf den Dächern denkmalgeschützter Gebäude? Das ist oft ein Reizthema. Die Chefin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz sieht die Denkmalpfleger aber nicht als Bremser an.

In der Diskussion um den Klimawandel und den Ausbau der erneuerbaren Energien sieht sich der Denkmalschutz zu Unrecht als Verhinderer dargestellt. Die Denkmalpfleger seien immer an Lösungen interessiert, sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Ulrike Wendland. Denkmale seien aber immer Unikate, und es müsse jeder Einzelfall geprüft werden. Das Thema spielt derzeit auch auf der europäischen Leitmesse "denkmal 2022" in Leipzig eine große Rolle.

Es sei Konsens in der Denkmalpflege, dass man in Zeiten des Klimawandels alle vorhandenen Möglichkeiten ausnutzen müsse, sagte Wendland. Photovoltaikanlagen würden als Brückentechnologie angesehen. Es werde schon jetzt geschaut, ob man zum Beispiel an unauffälligen Stellen Paneele anbringen könne. "Die Ausnahme ist natürlich, wenn die Statik eines Gebäudes leiden würde."

Grundsätzlich bleibe aber dabei, dass Photovoltaikanlagen nicht denkmalgerecht seien - so wie auch ein Fahrstuhl in einem Schloss nicht denkmalgerecht sei. "Brandschutztüren sind ebenfalls nie denkmalgerecht. Und trotzdem bauen wir sie ein", sagte Wendland. Die Denkmalpfleger hätten schon seit Jahrzehnten Erfahrung damit, andere gesellschaftliche Belange mit dem Denkmal zu vereinen. Das gelte auch beim Klimawandel.

Der Konflikt hat zuletzt für etliche politische Diskussionen gesorgt. Nordrhein-Westfalen hat die Regeln für Solaranlagen auf Denkmälern gelockert, das Land Brandenburg kündigte ebenfalls an, sein Denkmalschutzgesetz ändern zu wollen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll Vorrang vor Interessen des Denkmalschutzes bekommen.

Wendland kritisierte, dass die Diskussion um Klima- und Denkmalschutz viel zu stark auf Solaranlagen auf Dächern verengt werde. "Aus meiner Sicht ist das Symbolpolitik", sagte sie. Es gebe schon längst viele gute Beispiele vor allem auf kommunaler Ebene, wo das Thema etwa mit der Aufstellung von Solarkatastern verträglich gelöst werde.

Zudem helfe auch der technische Fortschritt, das lasse sich auch auf der Leipziger "denkmal"-Messe gut sehen. Dort zeigten Aussteller zum Beispiel dachintegrierte Photovoltaikanlagen, die nicht auf, sondern an Stelle von Ziegeln eingebaut werden können. "Ich denke, in weniger als fünf Jahren wird sich manches Problem der Verunstaltung nicht mehr stellen", sagte Wendland.

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