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12.08.2015

109P/Swift-Tuttle: Zwei Amerikaner entdecken Quelle der Perseiden

Zwei US-amerikanische Astronomen haben 1862 einen Kometen entdeckt, der heute als 109P/Swift-Tuttle bezeichnet wird. Dass dieser Komet die Quelle für die Sternschnuppen der Perseiden ist, erkannte vier Jahre später ein Italiener. Noch viel früher haben vermutlich chinesische Astronomen den Kometen beobachtet.

Alljährlich Mitte August sind nachts bei wolkenlosem Himmel mehrere Dutzend Sternschnuppen pro Stunde zu sehen, die zu den Perseiden gehören, einem der aktivsten Meteorströme. Scheinbar kommen die kleinen Meteoroide aus der Region des Sternbilds Perseus, wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten, dort einen hellen Lichtschweif erzeugen und dann verglühen. In diesem Jahr steht der Höhepunkt der Perseiden in der Nacht zum Donnerstag an, und anders als im Vorjahr wird die Beobachtung auch nicht durch das helle Licht  des Mondes gestört - am Donnerstag ist Neumond.

Die Quelle für das Schauspiel ist ein Komet, dessen Umlaufbahn die Erde jedes Jahr im August kreuzt. Der Himmelskörper braucht immerhin 133 Jahre für einen Umlauf um die Sonne, hinterlässt aber auf seiner Bahn viele kleine Bruchstücke. Einige davon kollidieren mit der Erdatmosphäre und werden dabei zu Sternschnuppen. Entdeckt wurde der Komet im Jahr 1862 von zwei US-amerikanischen Astronomen. Mit einem Abstand von drei Tagen erspähten Lewis Swift und Horace Tuttle unabhängig voneinander den Himmelskörper, der deshalb heute die Bezeichnung 109P/Swift-Tuttle trägt.

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Dass ihre Entdeckung etwas mit dem Meteorstrom der Perseiden zu tun hat, wussten beide Astronomen zum Zeitpunkt der Entdeckung nicht. Diese Erkenntnis verdanken wir dem Italiener Giovanni Schiaparelli, der vier Jahre später über die Gleichartigkeit der Bahnparameter des Kometen und der Meteore berichtete.

Ob auch chinesische Astronomen den Zusammenhang zwischen Komet und Meteorstrom erkannt haben, ist nicht bekannt. Einige ihrer Beobachtungsberichte werden heute jedoch so interpretiert, dass sie damit den Kometen schon vor mehr als 2000 Jahren dokumentiert haben.

  • Heute vor zehn Jahren startete der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) mit einer Atlas 5 von Cape Canaveral aus. Die Mission der Forschungssonde sollte bis 2011 dauern, sie ist aber bis heute in Betrieb.

(12. August 2015, Mittwoch)

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