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26.06.2016

Astronaut aus China nimmt an Mission der Esa teil

Normalerweise fliegen Astronauten der Esa in etwa 400 Kilometer Höhe um die Erde. Zu ihrem Training kann aber auch eine Mission unter die Erdoberfläche gehören. Sechs Raumfahrer betätigen sich nun als Höhlenforscher - einer von ihnen kommt aus China.

Die Raumstation ISS hat den ersten Buchstaben mit voller Berechtigung erhalten, kaum ein anderes Projekt ist so international wie die International Space Station. Eine große Raumfahrtnation ist allerdings nicht an Bord, wegen US-amerikanischer Vorschriften ist China von Ausstattung, Betrieb und Nutzung der ISS ausgeschlossen. An einer Trainingsmission der europäischen Raumfahrtagentur Esa, die Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung von Astronauten dient, nimmt nun jedoch mit Ye Guangfu auch ein Pilot aus China teil, der die Ausbildung als Taikonaut abgeschlossen hat. Bei allen Raumfahrtagenturen sind sowohl die Anwärter für einen Raumflug wie auch die Raumfahrer mit Weltallerfahrung ständig in wissenschaftliche und raumfahrttechnische Programme auf der Erde eingebunden, dazu zählt auch das Esa-Projekt Caves.

Eine Woche lang werden dabei ab Freitag, 1. Juli, eine Frau und fünf Männer auf der Insel Sardinien zu Höhlenforschern. Im Rahmen von Caves erforscht die Gruppe in rund 800 Meter unter der Erdoberfläche Höhlen auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien. Dabei müssen die Teilnehmer Aufgaben unter Bedingungen lösen, die ähnlich bei einem Aufenthalt im Weltraum auftreten. Die Bewegung innerhalb der Höhe ist ähnlich schwierig wie bei einem Weltraumausstieg, die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum an der Erdoberfläche ist durch die mehrere hundert Meter dicke Gesteinsschicht so kompliziert wie von der ISS aus. Alle Forschungsaufgaben wie auch die Organisation des Alltagslebens können nur dann erfolgreich bewältigt werden, wenn als Team zusammengearbeitet wird.

Dieses Team besteht diesmal aus Raumfahrern von fünf Raumfahrtagenturen, drei Caves-Teilnehmer waren bereits im Weltraum. Die europäische Esa und die japanische Jaxa sind mit Pedro Duque und Akihiko Hoshide vertreten, die beide bereits zwei Weltraummissionen absolviert haben. Der Spanier Duque hat von allen Caves-Teilnehmern die längste Erfahrung, er war schon 1998 im All. Von der Nasa ist mit Richard Arnold ein Astronaut dabei, der 2009 mit der Discovery zur ISS flog und bei zwei Weltraumausstiegen ein großes Solarpanel installierte.

Ebenfalls von der Nasa ist Jessica Meir. Die einzige Frau der Gruppe gehört zur bislang letzten Astronautengruppe, die ab Juni 2013 von der US-amerikanischen Raumfahrtagentur ausgebildet wurde. Etwa ein halbes Jahr früher hat Sergej Korsakow in Russland die Ausbildung zum Kosmonauten begonnen, noch einmal zwei Jahre früher, im Mai 2010, wurde Ye Guangfu in China als Taikonaut ausgewählt. Alle drei haben die Grundausbildung zum Raumfahrer erfolgreich abgeschlossen und gehören nun zum jeweiligen nationalen Korps der aktiven Astronauten, Kosmonauten bzw. Taikonauten, sie wurden aber noch nicht für eine Mission ins All ausgewählt.

(26. Juni 2016, Sonntag)

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