Newsticker

RKI meldet 18.633 Neuinfektionen und 410 weitere Todesfälle
  1. Startseite
  2. Community
  3. Leserblogs
  4. 40plus
  5. Atomuhren bleiben stehen: Indien startet Navigationssatellit als Ersatz

29.08.2017

Atomuhren bleiben stehen: Indien startet Navigationssatellit als Ersatz

Am Donnerstagnachmittag soll eine PSLV mit IRNSS 1H den achten Satelliten für das regionale indische Navigationssystem IRNSS ins All bringen. Eigentlich ist das System mit sieben Raumsonden komplett, doch bei einer davon sind die Atomuhren ausgefallen.

Auf dem Launch Pad 2 des Satish Dhawan Space Centre (SDSC) im indischen Sriharikota laufen die Vorbereitungen für den nächsten Start eines Satelliten in die Erdumlaufbahn. Eine PSLV-XL soll am Donnerstag, 31. August, um 15.30 Uhr MESZ (19.00 Uhr Ortszeit) mit IRNSS 1H starten und ihn knapp 20 Minuten später in einem elliptischen Erdorbit zwischen 285 und 20650 Kilometer bei einer Bahnneigung von 19 Grad gegen den Äquator aussetzen. Der Navigationssatellit ist beim Start etwas mehr als 1400 Kilogramm schwer, davon sind etwa 800 Kilogramm Treibstoff für die geplante Einsatzdauer von etwa zehn Jahren. Der Satellit selbst ist annähernd würfelförmig mit einer Kantenlänge zwischen 1,50 und 1,58 Meter, dazu kommen zwei Solarpanele für die Energieversorgung.

Im April 2016 ist IRNSS 1G gestartet, der Satellit komplettierte die Flotte für das regionale indische Navigationssystem IRNSS. Vier Raumsonden senden dazu Navigationssignale aus einem Orbit in etwas mehr als 20000 Kilometer Höhe bei einer Bahnneigung von 29 Grad gegen den Äquator, drei weitere aus einem geostationären Orbit von knapp 36000 Kilometer. Damit ist auf dem Subkontinent Indien und einem Umkreis von bis zu 1500 Kilometer eine genaue Positionsbestimmung möglich, ohne dass die Nutzer eines der globalen Systeme aus den USA, Russland, China oder Europa nutzen müssen.

Die indische Raumfahrtagentur Isro hat mehrere Ersatzsatelliten gefertigt, nun muss einer davon nur ein Jahr nach der Fertigstellung des Systems starten. Bis Januar 2017 blieben bei IRNSS 1A alle drei Atomuhren stehen, ohne die kein exaktes Zeitsignal für die Nutzer auf der Erdoberfläche erzeugt werden kann. Der älteste Satellit des Systems war am 1. Juli 2013 mit einer PSLV-XL gestartet. Sollte es nicht gelingen, seine Atomuhren wieder zu starten, wird ihn IRNSS 1H ersetzen. Noch nicht entschieden ist, ob der alte Satellit in eine höhere Umlaufbahn steigt, wo er für messtechnische Experimente weiter genutzt werden kann, denn die sonstigen Komponenten funktionieren bislang wie vorgesehen. Eine andere Option besteht darin, ihn kontrolliert in der Erdatmosphäre verglühen zu lassen.

(29. August 2017, Dienstag)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren