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28.06.2016

Booster der Mars-Rakete SLS feuert für zwei Minuten

Zum zweiten Mal hat Orbital ATK in Zusammenarbeit mit der Nasa einen fünfteiligen Feststoffbooster getestet. Zwei dieser Zusatzraketen werden beim Start einer SLS genannten Rakete gebraucht, die eines Tages das Raumschiff Orion auf den Weg zum Mars schießen soll.

Mit dem Betrieb von Feststoffboostern beim Start großer Raumfahrzeuge hat die Nasa bereits eine jahrzehntelange Erfahrung. Jeweils zwei dieser Zusatzraketen waren beim Start eines Space Shuttle im Einsatz, ebenfalls je zwei sollen das Space Launch System (SLS) in den ersten rund zwei Minuten nach dem Abheben von der Startrampe in die Höhe drücken. Am Dienstag hat der Hersteller Orbital ATK in Zusammenarbeit erfolgreich den zweiten Test eines solchen Boosters durchgeführt.

Der Booster ist eine Weiterentwicklung der Feststoffraketen, die beim Start der Space Shuttle im Einsatz waren. Diese bestanden aus vier Segmenten, der am Dienstag erprobte Booster hat fünf Segmente. Zahlreiche Bauteile wurden neu- oder weiterentwickelt, ein Teil der Bauteile des Boosters entstand aus Werkstoffen, die es zu Zeiten der Space Shuttle-Konstruktion noch gar nicht gab.

Für den Test wurde die Zusatzrakete horizontal in einer Haltevorrichtung festgespannt und sollte dann für etwas mehr als zwei Minuten feuern. Doch kurz nach 16 Uhr unserer Zeit blieb es auf dem Testgelände Promontory, Utah, erst einmal still. Nachdem ein Problem an einem Computersystem behoben war, das für den Test benötigt wurde, zündete der Booster eine Stunde später als ursprünglich geplant.

Der Antrieb lief 126 Sekunden, die Flamme schoss mit der dreifachen Schallgeschwindigkeit aus dem Triebwerk. Dabei entwickelt die Feststoffrakete nach den Plänen der Konstrukteure einen Schub wie 14 Jumbo-Jets des Typs 747-400 zusammen, wenn diese unter voller Leistung starten. Die Brenndauer lag mit etwas mehr als zwei Minuten im Bereich der Erwartungen, ob der gesamte Test ein Erfolg war, wird erst die Auswertung der gesammelten Daten zeigen. Mehr als 500 Sensoren haben unter anderem Werte über die Motorleistung, die Akustik, Vibrationen und die Festigkeit der Hülle gemessen, mehrere Hochgeschwindigkeitskameras haben das Brennverhalten des Austrittsstrahls aufgezeichnet.

Zu den Rahmenbedingungen des Tests gehörte die Kühlung des Boosters auf etwa fünf Grad Celsius. Beim ersten Test im vergangenen Frühjahr war die Rakete dagegen auf mehr als 30 Grad Celsius erwärmt worden - so sollen die möglichen Außentemperaturen bei einem Start simuliert werden. Bei der Katastrophe der Challenger im Jahr 1986 führte die Januarkälte mit Minusgraden dazu, dass ein Dichtungsring eines Boosters brach und eine seitliche Stichflamme den Tank mit den flüssigen Treibstoffen explodieren ließ.

Während die amerikanische Raumfahrtagentur Nasa den Transport von Menschen und Material zur Raumstation ISS an kommerzielle Unternehmen vergeben hat, behält sie bei der Entwicklung eines neuen bemannten Raumschiffs für interplanetare Missionen und der dazu nötigen Rakete SLS die Fäden selbst in der Hand. Dennoch wird auch hier mit externen Partnern sowie mit privaten Raumfahrtunternehmen zusammengearbeitet, im Fall der Zusatzraketen für das SLS ist es Orbital ATK. Nach aktuellem Stand soll das Raumschiff Orion, dessen Servicemodul die Esa mit ihren industriellen Partnern beisteuert, erstmals Ende 2018 von einem SLS ins All geschossen werden, geplant ist eine unbemannte Mission zum Mond. Später sollen bemannte Missionen zu erdnahen Asteroiden sowie zum Mars folgen.

(28. Juni 2016, Dienstag)

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