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05.12.2017

Cygnus testet Docking Adapter und Dragon wartet länger auf den Start

Erst am Mittwoch wird der Raumfrachter Cygnus die ISS verlassen. Abgekoppelt wurde er aber bereits einen Tag vorher, um den Docking Adapter für die künftigen bemannten Raumschiffe der USA zu testen. Der Start von Dragon CRS-13 wurde verschoben.

Nur drei Wochen war der Raumfrachter Cygnus OA-8 am ISS-Modul Unity angedockt. Die Crew der ISS-Expedition 53 hat ihn entladen, in seinem unter Druck stehenden Frachtraum Experimente durchgeführt und diesen anschließend mit Abfall und nicht mehr benötigter Ausrüstung gefüllt. Nach dem Schließen der Verbindungsluken zwischen Transportschiff und Raumstation hat die Bodenkontrolle am Dienstag mit Canadarm2 den Frachter erfasst und abgekoppelt.

Anders als sonst bleibt Cygnus OA-8 aber einen Tag mit dem Roboterarm verbunden. Dieser bugsierte ferngesteuert das Transportschiff zum Modul Harmony an der Spitze der Raumstation ISS. Dort dient es als Versuchsobjekt für die Kommunikation mit dem International Docking Adapter (IDA), der bereits an einem der Kopplungsstutzen von Harmony montiert ist. Cygnus übernimmt dabei die Rolle der künftigen Raumschiffe CST-100 Starliner und Crew Dragon, mit denen die Nasa wieder aus eigener Kraft Raumfahrer zur ISS bringen will. Seit dem Ende des Programms der Space Shuttle vor mehr als sechs Jahren ist die amerikanische Raumfahrtagentur dafür auf Plätze in russischen Raumschiffen des Typs Sojus angewiesen.

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Am Mittwoch, 6. Dezember, haben Mark Vande Hei und Joseph Acaba dann die Aufgabe, Cygnus OA-8 Gene Cernan endgültig von der Raumstation ISS zu verabschieden. Die Freigabe des Frachters soll um 14.10 Uhr MEZ erfolgen, die Nasa überträgt ab 13.45 Uhr MEZ in einem Livestream.

Um mindestens vier Tage haben SpaceX und die Nasa den Start des nächsten Raumfrachters Dragon CRS-13 verschoben. Als nächster möglicher Starttermin wird Dienstag, 12. Dezember, um 17.46 Uhr MEZ angepeilt. Als Gründe für die Verschiebung führt die Nasa in einer Mitteilung die Bereitschaft der Startrampe, Anforderungen wissenschaftlicher Nutzlasten, die Verfügbarkeit der ISS-Crew sowie die Orbitalmechanik an. 

Es ist eine Fülle von Begründungen, die in dieser Form mehr Fragen offen lassen als beantworten. Geplant war der Start für Freitag, 8. Dezember, um 19.20 Uhr MEZ vom Launch Complex 40 (LC40) der Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS). Die Startrampe war vor mehr als einem Jahr bei der Explosion einer Falcon-9 schwer beschädigt worden, die Dragon-Mission soll der erste Start nach der Reparatur des LC40 sein. Ob es dort Verzögerungen gibt oder doch eher bei wissenschaftlichen Experimenten, die nicht rechtzeitig verladen werden konnten, bleibt unklar. Dass bei der Festlegung des Startzeitpunkts die Bahnmechanik eine Rolle spielt, ist selbstverständlich. Allerdings hat die ISS ihre Flugbahn in den vergangenen Tagen wahrscheinlich nicht so dramatisch verändert, dass sie Cape Canaveral am Freitag nicht überfliegen würde.

Und die Verfügbarkeit der ISS-Crew ist eine recht ungewöhnliche Begründung. Bei einem Start am 12. Dezember würde Dragon CRS-13 die ISS - sofern der Raumfrachter wie geplant eine zwei Tage dauernde Anflugroute nutzt -  am Donnerstag, 14. Dezember, bei der Raumstation ankommen. Das ist der Tag, an dem drei Besatzungsmitglieder mit Sojus MS-05 zur Erde zurückkehren sollen, die ISS-Expedition 54 bilden dann für mindestens drei Tage nur der russische Kosmonaut Alexander Misurkin sowie die Nasa-Astronauten Vande Hei und Acaba. Sie müssten dann am Morgen zunächst ihre Teamkollegen der ISS-Expedition 53 verabschieden und sich am Abend auf die Aufgabe konzentrieren, mit Canadarm2 das anfliegende Dragon-Frachtraumschiff einzufangen.

(05. Dezember 2017, Dienstag)

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