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  5. Debakel für russische Raumfahrt: Proton M stürzt ab, ISS bleibt auf ihrer Bahn

16.05.2015

Debakel für russische Raumfahrt: Proton M stürzt ab, ISS bleibt auf ihrer Bahn

Gleich zwei Pannen muss die russische Raumfahrt aufarbeiten. Heute Morgen ist der Start einer Proton M-Rakete mit MexSat 1 fehlgeschlagen. [Text mit Aktualisierung] Außerdem misslang ein Bahnmanöver der Raumstation ISS, weil die Triebwerke von Progress M-26M nicht zündeten.

Nach einer einmonatigen Verschiebung ist heute Morgen planmäßig um 7.47 Uhr MESZ eine Proton M-Rakete in Baikonur gestartet. Ausgestattet mit einer Bris M-Oberstufe sollte sie für Mexiko den Kommunikationssatelliten MexSat 1 ins All bringen. Etwas mehr als eine halbe Stunde nach dem Start bestätigte die russische Raumfahrtagentur Roskosmos erste Medienberichte, wonach es Probleme gegeben hat, machte aber keine Angaben, welcher Art diese Probleme sind.

Den Meldungen zufolge soll es etwa acht Minuten nach dem Start eine Fehlfunktion der dritten Raketenstufe gegeben haben. Trümmer könnten nahe der sibirischen Stadt Tschita niedergegangen sein. Die 300.000-Einwohner-Stadt liegt in der Nähe des östlichen Dreiländerecks von Russland, Mongolei und China südöstlich des Baikal. Zugleich gibt es aber auch bislang unbestätigte Informationen, dass die Bodenkontrolle zwar keine Kommunikationsverbindung zur Rakete herstellen kann, Beobachtungsstationen aber einen normalen Flugverlauf gemeldet haben.

Gut eine Stunde nach dem Start ist damit noch nicht sicher, ob der Satellit verloren ist oder doch noch seine geplante Umlaufbahn erreichen kann. Die Startverschiebung um einen Monat war aufgrund zusätzlicher technischer Überprüfungen am Satelliten notwendig geworden, die der Hersteller Boeing durchführte. (Informationsstand 9.00 Uhr MESZ)

[Aktualisierung] Am Samstagmittag gegen 13 Uhr MESZ bestätigte Roskosmos den Verlust des Satelliten. Nach 497 Sekunden Flugzeit versagte die dritte Stufe der Rakete in 161 Kilometer Höhe. Die Rakete, ihre Bris-M-Oberstufe und die Nutzlast seien beim Wiedereintritt in der Erdatmosphäre weitgehend verglüht. Über Trümmer, die bis zum Erdboden gelangt sind, lagen demnach noch keine bestätigten Informationen vor. Der russischen Mitteilung zufolge sei der Satellit versichert gewesen. (Informationsstand 13.00 Uhr MESZ)

Eine zweite Panne gab es auf der Raumstation ISS, deren Orbit in der Nacht zum Samstag um einige Kilometer angehoben werden sollte. Roskosmos teilte in der Meldung, die über das Problem der Proton M informierte, gleichzeitig mit, dass die Triebwerke des Raumfrachters Progress M-26M nicht gestartet werden konnten. Auch für die Ursache dieses Ausfalls gibt es bislang noch keine Erkenntnisse. (Informationsstand 9.00 Uhr MESZ)

(16. Mai 2015, Samstag)

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