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  5. Defekte am Startturm verzögern Starts von Proton-M und Ariane 5

08.06.2016

Defekte am Startturm verzögern Starts von Proton-M und Ariane 5

Sowohl in Baikonur als auch in Kourou haben Techniker bei den Startvorbereitungen defekte Bauteile am Startturm entdeckt. Eine Proton-M soll nun am Donnerstag starten, die Ariane 5 muss eine Woche länger warten. Ebenfalls später als einst geplant startet morgen eine Delta 4 Heavy.

Um einen Tag wurde am Mittwochvormittag unserer Zeit der Start einer Proton-M verschoben, die Intelsat 31 in einen supersynchronen Transferorbit bringen soll. Bei den Startvorbereitungen hatten Techniker am Startturm ein defektes Bauteil entdeckt, das für die Stromversorgung notwendig ist. Nach dem Austausch des Geräts wurden alle Kabel und Anschlüsse überprüft. Nach der Bestätigung, dass die Reparatur gelungen ist, wurde der neue Starttermin festgelegt. Am Donnerstag um 9.10 Uhr MESZ soll die Proton-M vom Startplatz 200 des Kosmodroms Baikonur mit Intelsat 31 starten. Die Mission der eigentlichen Trägerrakete dauert nur etwa zehn Minuten, über den Erfolg des Flugs entscheidet dann die Funktion der Oberstufe Bris-M. Diese soll insgesamt fünf Bahnmanöver ausführen, bevor sie den Satelliten mehr als 15 Stunden nach dem Start in einer elliptischen Bahn zwischen 3500 und 65000 Kilometer aussetzt.

Damit kommt es - sofern alles wie geplant verläuft - am Donnerstag zum Start von gleich zwei der leistungsstärksten Trägerraketen, die derzeit serienmäßig im Einsatz sind. Stärker als die Proton-M ist aktuell keine andere russische Rakete, das gilt in der amerikanischen Raumfahrt für die Delta 4 Heavy. Eine Rakete dieses Typs soll 19.59 Uhr MESZ von Launch Complex 37B in Cape Canaveral starten. Ihre Nutzlast ist mit NROL 37 ein etwa sechs Tonnen schwerer Satellit, der für die elektronische Aufklärung durch amerikanische Geheimdienste und das Militär im Einsatz sein wird. Die Rakete soll ihn direkt in einem geosynchronen Orbit in rund 36000 Kilometer aussetzen, der geplante Einsatzort ist bislang geheim. Dort wird er eine Überwachungsantenne mit einem Durchmesser von rund 100 Meter entfalten. Auftraggeber für die Mission, deren Kosten die Grenze von einer Milliarde Dollar überschreiten soll, ist das National Reconnaissance Office (NRO). Unter der Hoheit dieses Militärgeheimdienstes werden  die Spionagesatelliten der USA betrieben. Der Start von NROL 37 war ursprünglich für den 12. Mai geplant, auch der Starttermin 4. Juni wurde nicht gehalten. Grund für die Startverschiebung der Delta 4 Heavy sollen zusätzliche Überprüfungen am Satelliten gewesen sein.

Wie bei der Proton-M ist die Ursache der Startverschiebung einer Ariane 5, deren Start für den Mittwochabend unserer Zeit geplant war, ein Problem am Startturm. Hier trat ein Defekt an der Betankungsanlage auf, mit der die Tanks der Trägerrakete mit tiefgekühltem Treibstoff gefüllt werden. Die Reparaturen in Kourou brauchen etwas mehr Zeit als die Arbeiten in Baikonur, daher wurde der Start um rund eine Woche verschoben. Die Ariane 5 ECA soll nun am Donnerstag, 16. Juni, um 22.30 Uhr MESZ vom europäischen Weltraumzentrum in Französisch-Guayana starten. Sie bringt mit Echostar 18 und BriSat zwei Kommunikationssatelliten in einen geostationären Transferorbit.

Für weitere Startverschiebungen kann an allen drei Standorten das Wetter sorgen. Während das Klima in der kasachischen Steppe um Baikonur nur selten für Verhältnisse sorgt, die den Start einer Weltraumrakete gefährden, ist das in Kourou und Cape Canaveral häufiger der Fall. Diese beiden Startzentren liegen an der Atlantikküste in meteorologsich sehr aktiven Regionen. Die Chance, dass die Delta 4 Heavy am Donnerstagabend gleich im ersten Versuch starten kann, beträgt nach Einschätzung der Meteorologen bislang nur 40 Prozent. In Baikonur werden für den Start am Donnerstagmorgen unserer Zeit bislang keine störenden Wetterbedingungen erwartet, für Kourou kann das derzeit noch nicht vorhergesagt werden.

(08. Juni 2016, Mittwoch)

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