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13.06.2015

Drei Sojus und drei Progress fliegen bis Silvester zur ISS

Die Verantwortlichen des russischen ISS-Programms haben den Flugplan für die Sojus- und Progress-Raumschiffe aktualisiert. In der zweiten Jahreshälfte sollen demnach mit den beiden Raumschifftypen je drei Flüge stattfinden.

Nach dem Absturz eines Progress-Raumfrachters Ende April wurde das russische Flugprogramm zur Raumstation ISS zeitweilig gestoppt. Die Ursache für die schwere Panne soll ein Konstruktionsfehler bei der Verbindung zwischen dem eigentlichen Raumfrachter und der dritten Stufe der Sojus-Rakete gewesen sein, letztere war bei Progress M-27M in einer weiterentwickelten Version im Einsatz. Bei den nächsten Progress-Flügen wird eine ältere Version verwendet, bei den Sojus-Raumschiffen ist mit der Sojus-FG ebenfalls eine andere Version im Einsatz.

In der vergangenen Woche hat Russland den aktualisierten Flugplan für die Missionen zur ISS vorgestellt. Zunächst startet am 3. Juli mit Progress M-28M ein weiterer Raumfrachter, dessen Flug nach der ursprünglichen Planung erst Ende Juli stattfinden sollte. Das Raumschiff soll nicht nur den Ausfall der mit Progress M-27M verlorenen Ladung ausgleichen, sondern auch die Zuverlässigkeit des Systems aus Sojus-Trägerrakete und Nutzlast wieder nachweisen. Zwei weitere Progress-Frachter sollen am 21. September und am 21. November starten.

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Der nächste bemannte Flug zur ISS soll nun am 23. Juli beginnen, fast zwei Monate später als geplant. Ursprünglich sollten Oleg Kononenko, Kjell Lindgren und Kimiya Yui bereits am 26. Mai ins All fliegen und die ISS-Expedition 44 komplettieren. Nach einer Bahnkorrektur der Raumstation wegen der Gefahr durch Weltraumschrott zu Wochenbeginn musste der Starttermin von Sojus TMA-17M nun noch einmal neu berechnet werden. Möglicherweise müssen die drei Raumfahrer für den Weg zur ISS zwei Tage Dauer einplanen. Früher war diese Reisedauer normal, doch zuletzt konnte der Anflug nach der Anpassung der ISS-Bahn auf sechs Stunden verkürzt werden.

Unverändert ist der Starttermin von Sojus TMA-18M mit Sergej Wolkow und dem dänischen Esa-Astronauten Andreas Mogensen am 1. September geblieben. Wolkow löst dann auf der ISS Gennadi Padalka ab, während Mogensen den auf ihn angepassten Startsitz in Sojus TMA-16M montieren wird. Dieses Raumschiff ist aktuell die Rettungskapsel für Scott Kelly und Michail Kornijenko, die für fast ein Jahr auf der ISS bleiben. Da die Einsatzgarantie der Sojus-Raumschiffe nach 210 Tagen endet, werden die beiden Langzeitflieger ihrerseits ihre Startsitze in das neue Raumschiff Sojus TMA-18M transportieren, mit dem sie Ende März nächsten Jahres dann auch landen werden, sofern die Mission verläuft wie geplant.

Noch unbeantwortet ist die Frage nach der Begleitung von Andreas Mogensen. Eigentlich sollte das Sarah Brightman sein, die ein Ticket als Weltraumtouristin gebucht hatte, aber vor einigen Wochen ihren Flug absagte. In den nächsten Tagen soll bekanntgegeben werden, ob ein anderer Weltraumtourist, ein junger Raumfahrer ohne Flugerfahrung aus dem russischen Kosmonautenteam oder zusätzliche Fracht den freien Platz in der Sojus einnimmt.

Am 15. Dezember soll schließlich Sojus TMA-19M starten, das ist ein Monat später als ursprünglich geplant. Dann sind mit Juri Malentschenko, Thimothy Kopra und dem britischen Esa-Astronauten Timothy Peake die drei Mitglieder der ISS-Expeditionen 46 und 47 an Bord.

  • Bei klarem Himmel ist die Beobachtung der Raumstation ISS heute Abend kurz nach 23 Uhr möglich. Von Augsburg aus gesehen wird sie gegen 23.07 Uhr im Westen über dem Horizont auftauchen und dann in Richtung Süden fliegen. Im Südwesten erreicht sie gegen 23.10 Uhr den höchsten Punkt der Bahn, bevor sie in Richtung Süden fliegend etwa anderthalb Minuten später beim Eintritt in den Erdschatten ihre Helligkeit einbüßt und schließlich gegen 23.12 Uhr für das menschliche Auge ohne optische Hilfsmittel nicht mehr sichtbar ist.

(13. Juni 2015, Samstag)

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