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04.05.2014

Ein Palast auf dem Mond

Derzeit setzt China die zweite Etappe des ambitionierten Programms zur Erforschung des Mondes um, nach einer weichen Landung erforscht Chang'e 3 den Erdtrabanten. Weit fortgeschritten sind die Planungen der Mondstation Yuegong, die Menschen mit Sauerstoff und Nahrung versorgen soll.

In drei Etappen will China den Mond erforschen. Mit den Sonden Chang'e 1 und Chang'e 2 wurde die Oberfläche des Erdtrabanten kartografiert, zudem testeten die Chinesen die erforderlichen Technologien für die Navigation während der Reise zum Mond und das Erreichen einer Umlaufbahn.

Im Dezember vergangenen Jahres gelang mit Chang'e 3 eine weiche Landung und damit der Beginn der zweiten Forschungsetappe. Die Mondsonde hatte auch den Mondrover Yutu an Bord, der zunächst auch auf der Oberfläche rollte, inzwischen aber aufgrund eines technischen Problems nicht mehr fahrbereit ist. Trotz der kalten Mondnächte, denen die Technik aufgrund dieses Problems schutzlos ausgeliefert ist, funktionierten einige Messinstrumente des Rovers noch und lieferten Daten. Das Mutterschiff funktioniert dagegen wie geplant und liefert den Wissenschaftlern weiterhin Informationen. In einem nächsten Schritt soll eine unbemannte Mission auf dem Mond Proben sammeln und Material zur Erde bringen.

Das große Ziel ist jedoch weiter gesteckt und übertrifft die Leistung, die Ende der 1960, Anfang der 1970er Jahre US-Astronauten mit den Apollo-Missionen vollbrachten. Chinesische Raumfahrer sollen auf dem Mond landen und nicht nach wenigen Stunden oder Tagen zur Erde zurückkehren, sondern eine bewohnbare Station errichten. Inzwischen haben die Ingenieure die Konstruktionspläne für Yuegong - auf deutsch Mondpalast - weitgehend fertiggestellt.

In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler der Pekinger Universität für Luft- und Raumfahrt unter mondähnlichen Bedingungen mit Pflanzen experimentiert, die in der lebensfeindlichen Umgebung des Mondes Sauerstoff und Nahrungsmittel erzeugen sollen, dabei aber auch die stärkere Strahlung unbeschadet überstehen. Im Jahr 2012 wurden bei einem Experiment zwei Forscher für 30 Tage in einem Modell des geplanten Mondpalasts eingeschlossen, so weit auf der Erde möglich wurde dabei die Umgebung des Mondes simuliert. Die Nutzfläche der Anlage war 36 Quadratmeter groß. Etwas mehr als ein Drittel davon bildete eine Plantage mit verschiedenen Pflanzen, die ausreichend Sauerstoff für die beiden Testpersonen produzierten. Außerdem konnten sie täglich etwa 30 bis 50 Gramm frischen Grüns gewinnen, mit dem sie ihren Speiseplan bereicherten.

Auf Basis dieser Testanlage soll Yuegong 1 gebaut werden, Details der geplanten Konstruktion sollen in diesem Jahr vorgestellt werden. Ein Starttermin wurde noch nicht genannt, auch über die Dauer eines Mondaufenthalts ist bislang keine Entscheidung gefallen.

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