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12.09.2014

Ein Sonnensturm rast auf die Erde zu

Am Mittwochabend kurz vor 20 Uhr unserer Zeit haben Astronomen eine gewaltige Sonneneruption beobachtet. Jetzt rast ein Sonnensturm auf die Erde zu. Das kann zu Polarlichtern, aber auch zu Störungen im Funkverkehr oder bei GPS-Signalen führen.

Die US-amerikanische Wetterbehörde NOAA gibt nicht nur Vorhersagen für Sonnenschein, Sturm und Regen auf der Erde heraus, sondern beobachtet auch das Weltraumwetter. Am frühen Donnerstagmorgen unserer Zeit berichtete sie von einem bevorstehenden geomagnetischen Sturm, nachdem das Solar Dynamics Observatorium der Nasa am Mittwochabend gegen 19.45 Uhr MESZ eine gewaltige Sonneneruption beobachtet hatte. Auch der Kleinsatellit Proba 2 der Esa, der den vor allem den kontinuierlichen Sonnenwind und dessen Wechselwirkung mit dem irdischen Magnetfeld beobachtet, meldete einen sogenannten Koronalen Massenauswurf der Sonne.

Kleinere Eruptionen waren schon in den Stunden zuvor gesichtet worden, doch das bislang stärkste Ereignis dieser Art vom Mittwochabend wird mit der Stärke X1.6 eingestuft. Dabei steht das X für die größte von fünf definierten Kategorien, bei der der Zahlenbereich auch über den Wert 9.9 hinaus gehen kann. Bei weniger starken Klassen ist ein Bereich von 1.0 bis 9.9 möglich. Als Folge einer solchen Eruption wird Plasma ins Weltall geschleudert, das aus großen Mengen von Elektronen und Protonen besteht, aber auch einige Atomkerne von Wasserstoff, Helium und anderer Element gehören dazu.

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Bereits für die vergangene Nacht wurde für große Gebiete im Norden von Kanada das Auftraten von ungewöhnlich starken Polarlichtern angekündigt. Diese entstehen, wenn solch ein Sonnensturm von der Sonne in unsere Richtung fliegt und auf das Magnetfeld der Erde trifft.

Die Esa erwartet das Eintreffen des Sonnensturms für heute Abend gegen 23 Uhr bei einer Toleranz von plus/minus zwölf Stunden. Ob er außer dem vermehrten Auftreten von Polarlichtern noch weitere Auswirkungen auf uns hat, kann man erst abschätzen, wenn er den Lagrange-Punkt L1 in etwas mehr als einer Million Kilometer Entfernung zur Erde erreicht. Abhängig von der Ausrichtung der Magnetfeldlinien des Sonnensturms ist die Beeinträchtigung des Funkverkehrs möglich, auch die Genauigkeit von GPS-Signalen kann sich zeitweise verringern.

Aufgrund der Überlagerung mit den Plasmaauswürfen der kleineren Sonneneruptionen der vergangenen Tage sind in den nördlichen Regionen der Erde noch bis zum Sonntag mehr Polarlichter als sonst zu erwarten.

  • Kurz nach Mitternacht unserer Zeit ist eine Ariane 5-Rakete von Kourou aus gestartet. An Bord hatte sie die Satelliten Measat 3B und Optus 10, die für Anbieter von Kommunikationsdiensten aus Malaysia und Australien in einen Geotransferorbit gebracht werden sollten.

(12. September 2014, Freitag)

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