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17.02.2015

Elektriker aus Kanada wechselt auf der ISS defekte FI-Schalter aus

Für etwa 24 Stunden hat am Sonntag und Montag ein Elektriker aus Kanada am Stromsystem der ISS gearbeitet. Während die Crew im Inneren der Station ihrer Arbeit nachging, tauschte Dextre an der Außenseite zwei defekte FI-Schalter aus.

Wenn ein Hausbesitzer auf der Erde in seinem Einfamilienhaus einen Defekt bei seiner Stromversorgung entdeckt und diesen nicht selbst reparieren kann, ruft er den Elektriker. Für die Bewohner der Raumstation ISS besteht diese Möglichkeit nicht. Deshalb werden die Kosmonauten und Astronauten nicht nur als Wissenschaftler, Leistungssportler, Pilot und Überlebenskünstler ausgebildet, sondern auch als Reinigungskraft, Programmierer, Klempner und eben Elektriker.

Um einen sicheren Dauerbetrieb zu gewährleisten, sind die Systeme der Raumstation ISS redundant ausgelegt, wann immer das möglich ist. Als Ende 2013 eine Ammoniakpumpe ausfiel und einen der Kühlkreisläufe lahmlegte, mussten zwar einige Systene deaktiviert werden, aber die Station funktionierte trotzdem. Zwei Astronauten unternahmen damals einen eilends organisierten Weltraumausstieg und betätigten sich erfolgreich als Klempner, um die Pumpe gegen ein Ersatzgerät auszutauschen.

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Bis vor mehr als fünf Jahren wäre solch ein anstrengender und riskanter Weltraumausstieg auch für die Reparatur nötig gewesen, die am Wochenbeginn ein Elektriker aus Kanada vorgenommen hat. Dieser Handwerker mit der Kurzbezeichnung Dextre ist allerdings kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern ein Zusatzgerät für den Canadarm2. Dieser Roboterarm und seine Erweiterungen sind im Gemeinschaftsprojekt Internationale Raumstation die Zuarbeit aus Kanada, so wie Europa das Forschungsmodul Columbus und die Raumtransporter ATV beisteuerte, aus Japan kommen das Modul Kibo und die Raumfrachter HTV. Dextre wurde mit dem Space Shuttle Endeavour im März 2008 zur ISS gebracht.

Am Sonntag begann Dextre, sich als Elektriker der Raumstation zu betätigen. Im sekundären Stromkreislauf hatten die Techniker in den Kontrollstationen auf der Erde den Ausfall von zwei Fehlerstromschutzschaltern festgestellt, bei uns hält sich für diese Sicherungseinrichtungen bis heute der Begriff FI-Schalter. Die Boxen mit den beiden Schaltern galt es zu entfernen und anschließend Ersatzgeräte zu montieren, die für solche Fälle an der Außenseite der ISS gelagert werden. Rund 24 Stunden hat Dextre gebraucht, um diese Aufgabe zu erfüllen. Die Steuerung und Kontrolle der Roboterhand sowie des Roboterarms Canadarm2, der die Hand hält, haben dabei vollständig Techniker in St. Hubert übernommen, der Bodenkontrollstation am Standort der kanadischen Raumfahrtagentur CSA in Quebec.

Anders als beim Aussetzen des Falcon-Frachters vor einer Woche, als Samantha Cristoforetti und Terry Virts den Roboterarm steuerten, hatte die ISS-Expedition 42 mit diesen Arbeiten nichts zu tun. Am Montag meldete die Bodenkontrolle aus Kanada den Abschluss der Arbeiten, damit ist die Steuerung der Stromkreisläufe auf der ISS wieder komplett.

  • Heute um 12:00:17 Uhr MEZ startet Progress M-26M von Baikonur aus mit einer Sojus-Rakete zur ISS. Das Raumschiff ist rund 7,3 Tonnen schwer und bringt rund drei Tonnen Nachschub ins All. Nach knapp fünf Erdumkreisungen soll der Raumfrachter kurz vor 18 Uhr an der ISS anlegen.

(17. Februar 2015, Dienstag)

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