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15.06.2016

Erfolgreicher Start, missglückte Landung und Vorbereitung für ein Schwergewicht

Die wichtigste Nachricht für SpaceX war die Information, dass Intelsat 117 West B und ABS 2A erfolgreich in der vorgesehenen Bahn ausgesetzt wurden. Die Landung der ersten Stufe der Falcon 9 misslang jedoch. Die Nutzlast einer Ariane 5 beim Start am Donnerstag ist ein wahres Schwergewicht.

Um 16.29 Uhr unserer Zeit - in Cape Canaveral war es später Vormittag - ist am Mittwoch eine Rakete Falcon 9 gestartet. Es dauerte keine drei Minuten, bis die erste Raketenstufe den ersten Teil der Mission beendet hatte, bei einer Geschwindigkeit von mehr als 8000 Kilometer pro Stunde trennte sie sich von der zweiten Stufe und der Nutzlast. Dieses Tempo ist fast ein Drittel der Geschwindigkeit, mit der die Raumstation ISS um die Erde kreist und damit deutlich mehr, als die Erststufe der Falcon 9 bei Starts der Raumfrachter Dragon erreichen muss.

Dementsprechend muss für die Rückkehr zur Erdoberfläche auch kräftiger gebremst werden, wenn die Raketenstufe unversehrt landen soll. Zuletzt war SpaceX dieses Manöver bei drei Missionen gelungen. Dabei hatten selbst die Konstrukteure nur verhalten Hoffnung gezeigt, dass es insbesondere bei Starts in Richtung geostationärer Transferorbits (GTO) gelinge könne, die Raketenstufe zu landen. Nach den drei Erfolgen muss SpaceX nun aber wieder einen Fehlschlag verbuchen. Nach einer ersten Wortmeldung von SpaceX-Gründer Elon Musk war einem der drei Merlin-Triebwerke, die bei solchen GTO-Missionen für die Landung gebraucht werden, der Treibstoff ausgegangen. Insgesamt hat die Raketenstufe neun dieser Triebwerke, bei Starts in den erdnahen Orbit wird für den Landeanflug nur ein Triebwerk gebraucht.

Die Ingenieure des Raumfahrtunternehmens rechnen jedoch mit solchen Fehlschlägen, immer wieder betonen sie, dass es eine experimentelle Technik sei, die da getestet wird. Wichtiger war es SpaceX, dass die zweite Stufe ihre Arbeit wie geplant verrichtete. Knapp zehn Minuten nach dem Start schaltete sie ihr Triebwerk ab, um es später noch einmal für 64 Sekunden zu starten. Damit wurde die geplante hochelliptische Bahn erreicht. Rund eine halbe Stunde nach dem Start wurden Intelsat 117 West B und ABS 2A in einem supersynchronen Transferorbit ausgesetzt, von dem aus sich beide Satelliten mit eigenen Triebwerken zu ihren Einsatzorten im geostationären Orbit bewegen. Zufrieden vermeldete denn auch ein SpaceX-Ingenieur einen erfolgreichen Start.

Im europäischen Raumfahrtzentrum Kourou in Französisch-Guayana laufen derweilen die Vorbereitungen für den Start einer Ariane 5 am Donnerstagabend. Der eigentlich bereits für den 8. Juni geplante Start war verschoben worden, weil ein Bauteil der Betankungsanlage am Startturm auffgrund eines Defekts ausgetauscht werden musste. Nun soll die Ariane 5 am Donnerstag, 16. Juni, um 22.30 Uhr MESZ starten, das Startfenster ist etwa eine Dreiviertelstunde offen.

Dabei hat die Rakete eine Rekordlast zu tragen. EchoStar 18 wiegt 6300 Kilogramm, BRIsat bringt etwas mehr 3500 Kilogramm auf die Waage. Zusammen mit der Transportvorrichtung, die bei solch einem Doppelstart von Satelliten notwendig ist, muss die Ariane 5 damit eine Nutzlast von mehr als 10700 Kilogramm in die Höhe stemmen. Der bisherige Rekord liegt bei etwa 10300 Kilogramm, die erste Version der Ariane 5 schaffte gerade einmal etwas mehr als 6000 Kilogramm bei Starts in geostationäre Transferorbits.

(15. Juni 2016, Mittwoch)

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