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29.06.2017

Erfolgreicher Start von Kourou und die Suche nach gefährlichen Asteroiden

Erfolgreich hat eine Ariane 5 am späten Mittwochabend unserer Zeit zwei Kommunikationssatelliten in einen geostationären Transferorbit gebracht. Der Freitag steht erstmals im Zeichen der Asteroiden. Vor 109 Jahren explodierte ein Himmelskörper in der Tunguska-Region in Sibirien.

Ein wenig Verwunderung war im ersten Moment aus den Gesichtern der Mitarbeiter im Kontrollzentrum von Arianespace in Kourou abzulesen, als am Mittwochabend die Uhr des Countdowns plötzlich auf rot schaltete. Sie zählte noch etwas weniger als eine Minute die Sekunden herunter bis zum Unterbrechungspunkt bei T-7 Minuten und blieb stehen. Kurz darauf wurde auch der moderierte Livestream vorläufig unterbrochen. Einem Bericht von Spaceflightnow zufolge waren einige Aufgaben der Startvorbereitung nicht rechtzeitig abgearbeitet, insgesamt dauerte die Startverzögerung 16 Minuten.

Schließlich startete die Ariane 5 mit den Satelliten Hellas-Sat 3 - Inmarsat S EAN und GSAT 17 am Mittwoch, 28. Juni, um 23.15 Uhr MESZ. Knapp eine halbe Stunde später setzte die Oberstufe ECA den Gemeinschaftssatelliten Hellas-Sat 3 - Inmarsat S EAN aus. Ein Teil seiner Nutzlast wird von Hellas-Sat genutzt, dessen Eigentümer aus Griechenland und Zypern kommen. Der andere Teil wird von Inmarsat für die Übertragung von Fernsehprogrammen und anderen Datendiensten eingesetzt, das Unternehmen hat seinen Sitz in London. Danach dauerte es noch einmal rund zehn Minuten, bis GSAT 17 in seinen geostationären Transferorbit entlassen wurde, er wurde im Auftrag der indischen Raumfahrtagentur Isro gestartet.

Am 30. Juni 1908 zerbrach in wenigen Kilometer Höhe über den riesigen Wäldern von Sibirien ein Himmelskörper, vermutlich ein Asteroid mit einem Durchmesser von mehr als 30 Meter. Das ist zumindest die wahrscheinlichste Begründung für eine Explosion, die am Fluss Steinige Tunguska bis zu 60 Millionen Bäume fällte - auf einem Gebiet, das etwa doppelt so groß ist wie Berlin. Größere Schäden in bewohnten Gebieten der bis heute dünn besiedelten Region gab es damals nicht. Das war vor rund vier Jahren anders, als über der russischen Stadt Tscheljabinsk ein Meteor zerbrach. Die Druckwelle dieses Ereignisses rollte über die Stadt hinweg, unter anderem durch zersplitternde Fenster wurden rund 1500 Menschen verletzt.

Der Einschlag eines Asteroiden auf der Erdoberfläche kann also erhebliche Schäden verursachen. Zunächst war es eine private Initiative, die mit dem Asteroid Day die Suche nach solchen gefährlichen Himmelskörpern forcierte, daran wirken unter anderem Apollo-Astronaut Rusty Schweickart und Queen-Gitarrist Brian May mit, der 2007 seine Doktorarbeit auf dem Gebiet der Astrophysik erfolgreich verteidigte. Am 8. Dezember 2016 erklärte die Generalversammlung der UNO offiziell den 30. Juni zum Internationalen Tag der Asteroiden.

Öffentlichkeitswirksam soll an diesem Tag auf eine im Alltag zwar sehr fern scheinende, vielleicht aber auch sehr kurzfristig drohende Gefahr aufmerksam gemacht werden. Astronomen schätzen, dass es rund 1 Million Asteroiden und Kometen mit einem Durchmesser von mindestens 20 Meter gibt, die eines Tages mit der Erde kollidieren könnten. Bislang kennen sie davon aber nur etwa ein Prozent. Seit einigen Jahren werden zwar verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wie die Flugbahn eines solchen Himmelskörpers abgelenkt werden kann, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Doch dazu muss man erst einmal diese Flugbahn kennen - und das rechtzeitig. Was dazu nötig ist, erfährt man am Freitag unter anderem im Livestream des Asteroid Day Deutschland.

(29. Juni 2017, Donnerstag)

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