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23.09.2016

Esa testet in Kourou Feststoffbooster der Ariane 5

In rund zwei Minuten hat in Kourou ein Feststoffbooster einer Ariane 5 seinen Treibstoff verbrannt. Die Zusatzrakete, deren Hülle zu großen Teilen in Augsburg hergestellt wird, wurde einer Testprozedur unterzogen, die den Anforderungen bei einem normalen Raketenstart entspricht. Die Auswertung der Daten wird Monate dauern.

Für genau 128 Sekunden rollte am 8. September der Donner eines gezündeten Raketentriebwerks über das europäische Raumfahrtzentrum Kourou in Französisch-Guayana. Doch am Himmel tauchten weder eine Ariane 5 noch die kleineren Trägerraketen Sojus oder Vega auf. Die Techniker der europäischen Raumfahrtagentur Esa und der französischen Raumfahrtagentur CNES hatten auf einem Teststand einen Feststoffbooster der Ariane 5 gezündet, um unter kontrollierten Bedingungen die Leistungswerte der Zusatzrakete zu messen und Weiterentwicklungen des Boosters zu erproben. Solche Tests werden etwa alle drei Jahre durchgeführt, es war der sechste Probelauf, den ein Ariane-Booster in Kourou absolvierte.

Beim Start einer Ariane 5 wird zunächst das Triebwerk der Zentralstufe gezündet und auf vollen Schub hochgefahren. Erst dann zünden zwei Feststoffbooster - von diesem Moment an gibt es für die Rakete kein Zurück mehr. Diese Zusatzraketen sind seitlich angebracht und sorgen in der ersten Flugphase für die notwendige Beschleunigung, mit der die Rakete die Erdanziehungskraft überwinden kann. Die Booster sind  etwa 30 Meter lang und haben einen Durchmesser von rund drei Meter. Die Hülle der Zusatzrakete wird in Augsburg bei MT Aerospace produziert. Jede von ihnen ist beim Start mit 240 Tonnen Treibstoff gefüllt, der bei einem Ariane-Start nach etwas mehr als zwei Minuten verbrannt ist. Die Booster werden etwa 130 Sekunden nach dem Start abgeworfen, dann feuern sie noch etwa fünf Sekunden, bis auch der letzte Treibstoff aufgebraucht ist. Danach fallen sie zur Erde zurück und versinken im Atlantik.

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Beim Testlauf vor zwei Wochen wurde in Kourou ein durchschnittliches Einsatzprofil der Ariane 5 simuliert. Dazu sollte der Booster über 128 Sekunden einen mittleren Schub von mehr als 500 Tonnen entwickeln, bei großen Nutzlasten kann dieser Wert bis auf 650 Tonnen gesteigert werden. Nach den ersten Messergebnissen verlief der Test erfolgreich, es wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt und die Erwartungen an die Leistung des Triebwerks wurden erfüllt. Die detaillierte Auswertung der gesammelten Daten wird aber voraussichtlich etwa ein Jahr dauern. Erst dann steht fest, ob alle Weiterentwicklungen des Boosters für künftige Einsätze übernommen werden oder ob an der Konstruktion noch Veränderungen notwendig sind.

(23. September 2016, Freitag)

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