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23.04.2015

Esa will Einschlag auf einem Asteroid live beobachten - und vorher darauf landen

Den Einschlag einer Nasa-Sonde auf einem Begleiter des Asteroiden Didymos will die Esa im Rahmen der Asteroid Impact Mission live beobachten. Ein Landeapparat, zwei Cubesats und eine Datenverbindung via Laser gehören ebenfalls zum anspruchsvollen Programm der Mission.

Irgendwann wird wieder einmal ein größerer Asteroid Kurs auf die Erde nehmen, darin sind sich die Wissenschaftler einig. Bislang weiß noch niemand, wann das passiert, doch ein weltweites Programm entwickelt Konzepte, wie man einen Zusammenstoß abwenden könnte. Dazu gehört auch das Projekt AIDA (Asteroid Impact & Deflection Assessment) von Nasa und Esa, das die Untersuchung des Asteroiden (65803) Didymos und seines kleinen Begleiters zum Ziel hat.

Didymos ist ein Brocken mit einem Durchmesser von etwa 800 Meter, dessen Begleiter hat einen Durchmesser von rund 170 Meter und umkreist den Asteroiden in einer Entfernung von etwa 1000 Meter. Bei ihrer Bahn um die Sonne, für die sie etwas mehr als zwei Jahre brauchen, kommen sie im Jahr 2022 der Erde bis auf etwa 11 Millionen Kilometer nahe, ein Aufprall ist jedoch nicht zu befürchten.

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Die amerikanische Raumfahrtagentur Nasa will die Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test) auf die Reise zu Didymos schicken. Sie soll ihn mit eigenen Instrumenten untersuchen und dann gezielt mit etwa 6 km/s auf dem kleineren der beiden Himmelskörper einschlagen. Diesen Einschlag zu beobachten ist die Aufgabe von AIM, der Asteroid Impact Mission der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Diese soll im Herbst 2020 mit einer Sojus-Rakete von Kourou aus starten und nach 18 Monaten Flug Mitte 2022 den Doppel-Asteroiden erreichen, während die Ankunft von Dart erst für das Jahresende geplant ist.

Die Aufmerksamkeit gilt dabei vor allem dem kleineren der beiden Himmelskörper, dem so genannten Didymoon. Den soll die Esa-Sonde zunächst mit mehreren Instrumenten erforschen - eine Kamera liefert Bilder mit einer Auflösung von einem Meter, eine Infrarotkamera erfasst die geophysikalischen und Wärme-Eigenschaften, ein Radar sorgt für eine genaue Kartografierung der Oberfläche und eine weitere Radarantenne, die mit einer niedrigen Frequenz den kleinen Mond abtastet, blickt unter die Oberfläche.

Mit Mascot 2 ist auch ein Landeapparat an Bord von AIM, der auf dem Himmelskörper aufsetzen und mit seinen Instrumenten unter anderem die chemische Zusammensetzung des Bodens untersuchen soll. Mascot 1, das erste Exemplar dieser Landegeräte, ist derzeit als Passagier der japanischen Sonde Hayabusa 2 auf dem Weg zum Asteroiden 1999 JU3 und soll diesen im Jahr 2019 erreichen.

Die Entwickler von AIM rechnen mit großen Datenmengen, die sowohl der Lander als auch die bordeigenen Instrumente sammeln. Daher soll die Datenübertragung nicht auf dem klassischen Funkweg stattfinden, sondern mit einer Laserverbindung, die eine deutlich größere Bandbreite liefert ähnlich wie ein Glasfaserkabel auf der Erde im Vergleich zu einer klassischen Telefonleitung. Unter anderem dieser Laserverbindung dienen zwei Cubesats, die ebenfalls als Passagiere von AIM zu Didymos fliegen.

Wenn die Kartografierung und Vermessung von Didymoon abgeschlossen ist, wird die amerikanische Sonde auf Kollisionskurs geschickt. Die Entwickler des Programms wollen so unter anderem Erkenntnisse darüber gewinnen, wie sich solch ein Aufprall auf die Flugbahn des Asteroiden auswirkt. Ziel ist es, auf der Basis dieser Beobachtungen Methoden zu entwickeln, die eines Tages einen Asteroiden auf Kollisionskurs zur Erde abwehren können.

Derzeit erarbeiten Konstrukteure und Wissenschaftler der Esa detaillierte Pläne für die Mission, so dass dann auch die erforderlichen Kosten beziffert werden können. Über die Durchführung entscheidet der Esa-Ministerrat bei seiner turnusmäßigen Sitzung im November 2016.

  • Eine experimentelle Feststoffrakete ist am Mittwoch kurz nach dem Start vom Kosmodrom Plessezk außer Kontrolle geraten und rund neun Kilometer von der Startrampe entfernt abgestürzt. Nach russischen Angaben sei die Rakete nicht für militärische Zwecke bestimmt. Sie stürzte in ein dünn besiedeltes Gebiet, Schäden auf dem Boden und Gefahren für die Umwelt soll es nicht gegeben haben.
  • Morgen Abend soll eine Ariane 5 die Kommunikationssatelliten Thor 7 und Sicral 2 von Kourou aus ins All bringen. Das Startfenster ist von 21.38 Uhr MESZ für gut eine Stunde geöffnet.

(23. April 2015, Donnerstag)

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