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23.05.2015

Forschungssonde LRO geht auf Tuchfühlung zum Mond

Mit zwei Triebwerkszündungen hat die Bodenkontrolle der Nasa die Umlaufbahn des Lunar Reconnaissance Orbiter verändert. Die Raumsonde überfliegt damit den Südpol des Mondes jetzt in nur noch 20 Kilometer Höhe.

Für die Ingenieure der Nasa war es eine Routineoperation, als sie Anfang des Monats die Programmierung des Lunar Reconnaissance Orbiters (LRO) mit dem Auftrag versorgten, zwei Mal die Triebwerke zu zünden. Für die Wissenschaftler ergibt sich dadurch jedoch eine völlig neue Situation, denn die sieben Forschungsinstrumente der Sonde kommen der Oberfläche des Mondes so nah wie noch nie zuvor. Vor allem am Südpol, den LRO jetzt in nur noch 20 Kilometer Höhe (zuvor waren es 30 Kilometer) überfliegt, schauen die Forscher genau hin. Dort gibt es Täler, in die niemals ein Sonnenstrahl vordringt und in denen Wasservorkommen vermutet werden. Den Nordpol des Mondes überfliegt der LRO jetzt in etwa 165 Kilometer.

Die Mondsonde war am 18. Juni 2009 mit einer Atlas 5-Rakete gestartet. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Suche nach Wasser auf dem Mond, außerdem dient die Kartografierung der Oberfläche der Vorbereitung künftiger Mondmissionen, die sowohl mit Robotern als auch mit Menschen geplant werden. Die ursprüngliche Mission war auf vier Jahre angesetzt, wovon das erste Jahr der Ermittlung möglicher Landeplätze für bemannte Flüge diente, während in den folgenden drei Jahren der Fokus auf wissenschaftlichen Fragen stand. Inzwischen ist die Mission bereits um zwei Jahre verlängert worden.

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Der LRO wiegt rund 1000 Kilogramm, beim Start vor knapp sechs Jahren hatte die Sonde zudem rund 900 Kilogramm Treibstoff für seine Triebwerke an Bord. Nur eine Woche nach dem Start war sie in ihrem ersten Zielorbit aktiv, erste Aufnahmen, die nur zwei Wochen nach dem Beginn der Mission gemacht wurden, zeigten pünktlich zum Jubiläum der ersten Mondlandung mehrere der Apollo-Landeplätze.

Mit den Instrumenten des LRO untersuchen die Wissenschaftler auch die Folgen des regelmäßigen Bombardements durch Himmelskörper aus dem All. Am 17. März 2013 schlug im Mare Imbrium ein kleiner Felsbrocken ein, der bei seinem Aufprall die hellste jemals auf dem Mond beobachtete Explosion zeigte. Mit Vorher-Nachher-Aufnahmen haben die Forscher die Region überprüft, wurden aber zunächst nicht fündig. Erst bei der dritten Serie von Vergleichsaufnahmen entdeckten sie den Einschlagkrater, der mit einem Durchmesser von 18,8 Meter überraschend klein ist. Dafür sind in der verlängerten Flugrichtung an rund 200 Stellen weitere Objekte oder kleinere Krater in bis zu 30 Kilometer Entfernung festgestellt worden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen publizierten die Wissenschaftler vor wenigen Wochen.

  • Heute feiert Thomas Reiter seinen 57. Geburtstag. Der Esa-Astronaut absolvierte zwei Raumflüge, bei denen er auf den Raumstationen Mir und ISS im Einsatz war. Er ist heute bei der europäischen Raumfahrtagentur Esa als Direktor für das bemannte Raumfahrtprogramm zuständig.
  • In der Nacht zum Sonntag sind von Süddeutschland aus gleich zwei Überflüge der Raumstation ISS zu beobachten. Auf dem Weg von West nach Ost ist sie zunächst von 3.19 Uhr bis 3.24 Uhr MESZ zu sehen, auf ihrer Bahn überfliegt sie Franken in Richtung Tschechische Republik. Von Augsburg aus sieht man sie nördlicher Richtung, das gilt auch für den zweiten Überflug von 4.54 Uhr bis 5.00 Uhr MESZ. Dann kommt die ISS aus Richtung Belgien und überfliegt die Mitte Deutschlands, bevor sie in der Nähe von Görlitz die deutsche Landesgrenze in Richtung Osten überquert.

(23. Mai 2015, Samstag)

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