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09.06.2014

Hayabusa 2 unternimmt Forschungsreise zum Asteroid ohne Namen

Im Dezember will Japan mit Hayabusa 2 erneut eine Forschungssonde zu einem Asteroiden schicken und anschließend Material des Himmelskörpers zur Erde transportieren. Doch das Ziel des Flugs hat bislang noch keinen Namen.

Eine bemannte Mission zu einem Asteroiden ist eines der Ziele der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. Andere Pläne privater Investoren aus den USA sehen vor, Asteroiden als Rohstoffquelle auszubeuten. Dazu soll sogar einer der Himmelskörper aus seiner Umlaufbahn in Richtung Erde umgelenkt werden - zu Risiken und Nebenwirkungen wurden noch keine Aussagen getroffen.

Dass es möglich ist, zu einem Asteroiden zu fliegen und von dort Material zur Erde zu bringen, hat Japan mit der Sonde Hayabusa bewiesen, deren Rückkehrkapsel mit Material von (25143) Itokawa im Jahr 2010 in Australien landete. Für Ende des Jahres ist der Start der Nachfolgemission Hayabusa 2 geplant, mit einer Trägerrakete des Typs HII-A soll die Forschungssonde ins All gebracht werden.

Der Missionsablauf von Hayabusa 2 kann für eine bemannte Mission kein Vorbild sein. Allein die Dauer von sechs Jahren wäre mit der heute zur Verfügung stehenden Technik ein Ausschlusskriterium für den Transport von Astronauten. Nach dem Start wird die Sonde einerseits mit einem Swing by-Manöver um die Erde herum in Richtung Asteroidengürtel beschleunigen, die Hauptarbeit während des Fluges übernimmt nach dem Start ein Ionenantrieb. Dieser entwickelt zwar einen geringeren Schub als herkömmliche Triebwerke und kann auch nur im Vakuum des Weltraums eingesetzt werden, hat aber beim Betrieb über eine längere Flugzeit den Vorteil, deutlich weniger Treibstoff zu benötigen.

Geplant ist, dass Hayabusa 2 im kommenden Jahr einen Swing by-Vorbeiflug um die Erde durchführt und dann nach gut drei Jahren Flugzeit im Sommer 2018 den Asteroid (162173) 1999 JU3 erreicht. Etwa anderthalb Jahre soll sich die Forschungssonde beim Asteroiden aufhalten und ihn mit verschiedenen Instrumenten untersuchen. Dabei wird auch ein Platz gesucht, auf dem der vom DLR und der französischen Raumfahrtagentur CNES gebaute Landeapparat Mascot aufsetzen kann, zudem werden kleine bewegliche Rover Minerva 2 auf der Oberfläche ausgesetzt, die an verschiedenen Stellen Bodenproben des Asteroiden untersuchen sollen.

Die japanische Sonde selbst wird dann zunächst mit rückholbaren Kapseln, die auf den Asteroiden geschossen werden, Material einsammeln. Später schickt sie einen Einschlagkörper auf die Oberfläche. Damit wird ein kleiner Krater erzeugt, von dessen ausgeworfenem Material sammelt Hayabusa 2 so viel wie möglich ein und verstaut es dann in den Kammern einer Rückkehrkapsel. Im Dezember 2019 startet die Sonde zurück in Richtung Erde, ein Jahr später soll die Landekapsel ankommen.

Mit (162173) 1999 JU3 wird ein C-Asteroid angesteuert, zu dieser Klasse gehören etwa 75 Prozent aller Asteroiden. Sie zeichnen sich durch eine kohlenstoffhaltige Oberfläche aus, deshalb wollen die Wissenschaftler mit der Mission untersuchen, wieviel organische Stoffe im Sonnensystem existieren und wie diese zur Entstehung des Lebens auf der Erde beigetragen haben könnten.

Bei der ersten Hayabusa-Mission war der S-Asteroid (25143) Itokawa das Ziel, dessen Oberfläche aus Silikat besteht. Der Zielasteroid von Hayabusa 2 trägt dagegen bis heute nur seine provisorische Bezeichnung, die er nach seiner Entdeckung im Jahr 1999 erhalten hatte.

  • Heute Abend ist ab 23:14 Uhr MESZ die Raumstation ISS von  Augsburg und Umgebung aus wieder gut zu beobachten. Sie geht im Westen auf, erreicht um 23:18 Uhr MESZ im Norden den höchsten Punkt ihrer Flugbahn und verschwindet um 23:21 Uhr MESZ im Osten wieder.
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