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13.01.2015

Himmelsjäger Orion schießt aus der Hüfte auf Komet Lovejoy

Während die Forschungssonde Rosetta den Kometen 67P weiter fest im Blick hat, ist mit C/2014 Q2 Lovejoy ein anderer Komet von der Erde aus sogar mit bloßem Auge sichtbar. Die Richtung lässt sich bestimmen, wenn man Orion aus der Hüfte schießen lässt.

Nach dem Absetzen von Philae auf 67P/Tschurjumow-Gerasimenko hat sich die Forschungssonde Rosetta wieder auf eine Umlaufbahn mit einer Entfernung von rund 30 Kilometern zum Kometen begeben. Der langsam rotierende Himmelskörper wird immer wieder fotografiert, um die Veränderungen während des Anflugs auf die Sonne zu bestimmen. In drei Wochen soll Rosetta ihre Bahn verändern, um von zunächst 140 Kilometer Entfernung aus einen Anflug auf den Kometen durchzuführen, der sie bis auf nur 6 Kilometer über der Oberfläche bringt. Bei diesem Manöver nehmen am 14. Februar alle Instrumente von Rosetta den Kometen ins Visier, mit Aufnahmen in vielen Spektralbereichen soll vor allem der Kern des Himmelskörpers untersucht werden. In welcher Entfernung die Sonde anschließend den Kometen begleiten wird, entscheidet sich anhand seiner Aktivität, die bis zum Erreichen des sonnennächsten Punkts am 13. August zunehmen wird.

Ziemlich aktiv geworden ist bereits heute der Kern des Kometen C/2014 Q2 (Lovejoy). Von dessen Existenz wissen die Astronomen erst seit etwa fünf Monaten, am 17. August 2014 entdeckte der Australier Terry Lovejoy den Schweifstern. Vermutlich war er von der Erde aus schon früher zu sehen, allerdings gibt es aus der Zeit vor 14000 Jahren keine von Menschen dokumentierten Beobachtungsdaten. Diese Zeit benötigt der Komet für einen Umlauf um die Sonne.

Am 7. Januar hat Lovejoy den erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn durchlaufen, dabei war er rund 70 Millionen Kilometer von unserem Planeten entfernt - das ist etwas weniger als die Hälfte der Distanz zwischen Erde und Sonne. Unserem Zentralgestirn nähert sich der Komet nur auf etwa 193 Millionen Kilometer an, das ist etwa das 1,3fache der Erdumlaufbahn. Das reicht allerdings aus, um ihn mächtig aufzuheizen.

So entwickelt C/2014 Q2 einen Schweif, der den Kometen von der Erde aus sichtbar macht. Bei klarem Himmel und einer Umgebung mit wenig Lichtverschmutzung ist er sogar mit bloßem Auge sichtbar, mit einem Fernglas soll er aber auch als heller, leicht verschwommen wirkender Fleck von Großstädten aus erkennbar sein. Heute Abend gegen 19 Uhr MEZ steht er mit einer Höhe von mehr als 45 Grad beim Blick in Richtung Süden bereits recht hoch am Himmel und steigt noch knapp eine Stunde lang bis auf 51 Grad.

Bei der Suche des Kometen hilft der Blick auf das Sternbild Orion, das am frühen Abend im Süden den Sternenhimmel dominiert. Die drei Gürtelsterne bilden eine Linie, die man nach rechts oben verlängert, der Himmelsjäger schießt quasi aus der Hüfte. Etwa beim sechs- bis achtfachen der Länge dieser Linie ist der Komet zu finden.

Bis Monatsende steigt die Position des Schweifsterns immer weiter, am 25. Januar ist  er gegen 19 Uhr MEZ beim Blick in Richtung Süden bereits mehr als 70 Grad über dem Horizont. Bezogen auf den Orion erreicht Lovejoy damit zunächst die Höhe der Schultern, später die Höhe des Kopfs, außerdem wird die Distanz größer. Da in den nächsten Tagen der abnehmende Mond mit seinem Streulicht Beobachtungen am Himmel immer weniger beeinträchtigt, verbessern sich die Beobachtungsmöglichkeiten des Kometen - sofern das Wetter mitspielt und freien Blick auf die Sterne gewährt.

  • Gestern Mittag unserer Zeit hat die Besatzung der Raumstation ISS den Raumfrachter Dragon eingefangen. Er wurde anschließend mit Canadarm 2 an einen Kopplungsstutzen des Moduls Harmony angedockt, wo er etwa vier Wochen stationiert sein wird.
  • Heute erhält Esa-Astronaut Alexander Gerst in Berlin das Bundesverdienstkreuz.

(13. Januar 2015, Dienstag)

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