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25.03.2015

Hochbetrieb auf den Weltraumbahnhöfen: Sechs Starts in vier Tagen

Ein halbes Dutzend Raketenstarts stehen von heute bis Samstag im weltweiten Startkalender. Beinahe wären es sogar sieben Starts gewesen, doch SpaceX braucht noch einen Monat Zeit, um seine Rakete startklar zu machen. Aber auch China könnte noch für einen siebenten Start sorgen.

Auf den Weltraumbahnhöfen in Cape Canaveral, Jasny, Tanegashima, Baikonur, Kourou und Sriharikota laufen derzeit die Vorbereitungen für den Start von Raketen. Der Höhepunkt ist dabei der Start von Sojus TMA-16M mit drei Raumfahrern zur Raumstation ISS. Drei Missionen bringen Navigationssatelliten ins All, die anderen beiden Erdbeobachtungssonden für militärische und wissenschaftliche Nutzung. Zum Einsatz kommen fünf Raketentypen - sowohl in Baikonur als auch in Kourou startet eine Sojus.

Überblick der geplanten Starttermine

Cape Canaveral (USA): Mittwoch, 25. März, 19.36 Uhr MEZ (Startfenster bis 19.54 Uhr MEZ), GPS 2F-9 auf Rakete Delta 4; Navigationssatellit für das Global Positioning System der US-Luftwaffe, die Delta 4 wird in ihrer mittelstarken Konfiguration mit zwei Zusatzboostern eingesetzt

Jasny (Russland): Mittwoch, 25. März, 23.08 Uhr MEZ, Kompsat 3A auf Dnepr; Erdbeobachtungssatellit für Südkorea, der Name ist eine Abkürzung für Korea Multi- Purpose Satellit und gehört zu einer Serie von Forschungssonden für die Fernerkundung der Erde vorrangig zu wissenschaftlichen Zwecken

Tanegashima (Japan): Donnerstag, 26. März, 02.00 Uhr MEZ (Startfenster bis 04.00 Uhr MEZ), IGS Optical-5 auf H-2A; militärischer Erdbeobachtungssatellit für Japan, es ist der zweite Satellit für die IGS-Flotte, der in diesem Jahr gestartet wird;

Baikonur (Kasachstan, von Russland genutzt): Freitag, 27. März, 20.42 Uhr MEZ, Sojus TMA-16M auf Rakete Sojus; das Raumschiff bringt mit Gennadi Padalka, Scott Kelly und Michail Kornijenko drei weitere Mitglieder der ISS-Expediton 43 zur Raumstation ISS, Kelly und Kornijenko sollen für ein Jahr auf der Station bleiben

Kourou (Französisch-Guayana): Freitag, 27. März, 22.46 Uhr MEZ, Galileo 7 und Galileo 8 auf Sojus ST-B mit Fregat-Oberstufe; zwei Navigationssatelliten für das europäische System Galileo

Sriharikota (Indien): Samstag, 28. März, 12.49 Uhr MEZ, IRNSS 1D auf PSLV, Navigationssatellit für das nationale indische Navigationssystem IRNSS

Startverschiebung und Überraschungsstarts

Beinahe hätte es in diesen vier Tagen sogar noch einen weiteren Start gegeben. Am vergangenen Samstag (21. März) sollte eine Falcon 9 einen Kommunikationssatelliten für Turkmenistan ins All bringen. Nach einem Problem mit einem Helium-Tank der Rakete war der Start zunächst auf den kommenden Samstag, 28. März, verlegt worden, es wäre damit der siebente Start in vier Tagen gewesen. Doch inzwischen hat Hersteller SpaceX die Mission mit der Falcon 9 auf Ende April verschoben.

Dennoch ist es möglich, dass bis zum Wochenende doch noch ein Start Nummer 7 erfolgt. Vor wenigen Tagen hat China angekündigt, in diesem Jahr bei 20 Starts rund 40 Nutzlasten ins All bringen zu wollen. Der bislang letzte Start erfolgte am Silvestertag des vergangenen Jahres, daher müsste das Reich der Mitte in den kommenden Monaten im Durchschnitt etwa alle zwei Wochen eine Weltraumrakete starten, um diese angepeilte Startrate zu erreichen. Im vergangenen Jahr haben die chinesischen Raketenbauer bereits nachgewiesen, dass sie zu einer solch dichten Startfolge in der Lage sind. Von Ende September bis Ende Dezember waren bei sieben Starts neun Satelliten der Yaogan-Serie in eine Umlaufbahn gebracht worden, die wahrscheinlich vorrangig militärischen Zwecken dienen. Außerdem erfolgten in dieser Zeit kommerzielle und zivile Starts. Der nächste Satellit wird wahrscheinlich zum Ausbau des Navigationssystems Beidou beitragen. Genaue Starttermine für die 20 geplanten Missionen wurden von China bislang nicht genannt, oft vermeldet das Land die Starts erst nachträglich oder kündigt den Start erst wenige Tage oder sogar nur Stunden vorher an.

Ähnlich verhält sich Russland vor allem bei Starts vom nordrussischen, vorwiegend für militärische Nutzlasten verwendeten Kosmodrom Plessezk. Dort sind aktuell eine Sojus-Rakete mit einem Erdbeobachtungssatelliten und eine Rokot-Rakete mit drei Kommunikationssatelliten in Vorbereitung für einen Start, der in den nächsten Tagen erfolgen könnte.

(25.03.2015, Mittwoch)

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