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26.05.2015

Japan will auf dem Mond landen

Zwei Forschungssonden hat Japan bislang zum Mond geschickt, beide wurden in Umlaufbahnen um den Erdtrabanten gebracht und endeten mit einem harten Aufprall. Nun wird über eine neue Mission beraten, bei der eine Sonde weich auf der Oberfläche landen soll.

Bereits mehrfach wurden in den vergangenen Jahren in Japan Vorschläge für eine neue Mondmission diskutiert, bei der eine Landung auf der Oberfläche stattfinden soll. Sowohl aus Kostengründen als auch wegen der ungenügenden wissenschaftlichen Perspektive wurden daraus jedoch keine konkreten Projekte. Nun nimmt die japanische Raumfahrtagentur Jaxa einen neuen Anlauf für die Mission, eine Sonde auf der Mondoberfläche zu landen. Das Ziel besteht dabei vor allem darin, die für eine punktgenaue Landung erforderliche Technik zu entwickeln und in der Praxis zu erproben, wissenschaftliche Experimente sind zunächst nicht vorgesehen. Gestartet werden soll der Mondlander 2018 oder 2019 mit einer Epsilon-Rakete. Auch aufgrund der Verwendung dieser kleinen Feststoffrakete sollen die Kosten für die Mission in einem Bereich von umgerechnet nur 75 bis 110 Millionen Euro liegen.

Japan war nach der Sowjetunion und den USA das dritte Land, das einen Raumflugkörper erfolgreich zum Mond geschickt hat. Die erste japanische Mondsonde Hiten, die Ende Januar 1990 startete, war ebenfalls nur ein experimenteller Satellit, mit dem vorrangig die Technik für eine solche Mission erprobt wurde. Zunächst setzte Hiten eine kleine Tochersonde aus, die zwar in einen Mondorbit einschwenkte, zu der aber kurz darauf der Kontakt verloren ging. Hiten selbst führte Swingby-Manöver an der Erde durch, in deren Folge die Sonde gut zwei Jahre nach dem Start in eine Umlaufbahn um den Mond schwenkte. Am 10. April 1993 schlug sie nach Abschluss ihrer Mission wie geplant auf dem Mond auf.

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Auch die zweite japanische Mondsonde Kaguya wurde bei ihrem Absturz zerstört, auch diesmal war der harte Aufprall so vorgesehen. Gestartet war sie am 14. September 2007, mit insgesamt rund 2500 Kilogramm brachte sie mehr als das Zehnfache des Gewichts von Hiten auf die Waage. Diesmal war die Erforschung des Mondes das Ziel der Mission, unter anderem sollte das Schwerkraftfeld auf der Rückseite, die von der Erde aus nie zu sehen ist, genau vermessen werden. Weil Kaguya in dieser Phase natürlich auch hinter dem Mond im Funkschatten liegt, wurden zwei kleinere Relaissatelliten mitgeschickt. Anders als bei Hiten gelang der Versuch, die beiden Tochtersonden in den  geplanten Umlaufbahnen zu platzieren und die Kommunikation mit ihnen herzustellen. Auf diese Weise konnte Kaguya seine Messergebnisse auch von einer Position auf der erdabgewandten Seite des Mondes zur Erde zu übermitteln. Die Forschungsmission wurde nach etwas mehr als einem Jahr erfolgreich abgeschlossen, Kaguya stürzte schließlich am 10. Juni 2009 auf den Mond. Die Messergebnisse der Sonde sind bis heute, auch sechs Jahre nach dem Ende der Mission, für die Forscher von Nutzen und sind die Grundlage für neue wissenschaftliche Arbeiten.

Mit einer weichen Landung auf dem Mond kann Japan nicht mehr den dritten Platz erreichen. Die USA haben dieses Ziel mit ihren bemannten Apollo-Missionen mehrfach erreicht, die damalige Sowjetunion setzte nach dem verlorenen Wettlauf zum Mond auf automatische Sonden und die Lunochod-Fahrzeuge. Mittlerweile hat auch China erfolgreich mehrfach Forschungsroboter weich auf der Mondoberfläche abgesetzt, bei der Mission Chang'e 3 kam mit Yutu auch ein Mondrover zum Einsatz.

  • Der Fehlschlag von Progress M-27M ist möglicherweise auf eine gerissene Schweißnaht an einem Treibstofftank der dritten Stufe zurückzuführen. Durch die explosionsartige Dekompression des Resttreibstoffs könnte der Raumfrachter in seine zu hohe Flugbahn und in die starke Drehbewegung geraten sein. Eine andere Theorie hält ein verfrühtes Abtrennmanöver für möglich, das ein Computer des Frachters auf der Basis der Daten von Lagesensoren des Progress-Raumschiffs eingeleitet hat, ohne dabei den Betriebszustand der dritten Raketenstufe zu berücksichtigen. Offiziell heißt es bislang, dass noch weitere Tests und Simulationen erforderlich seien.
  • Die Beobachtung der Raumstation ISS ist von Augsburg aus auch in den nächsten Tagen jeweils in den frühen Morgenstunden möglich. Am Mittwoch ist sie beim Blick in Richtung Norden von 2.16 Uhr bis 2.21 Uhr MESZ sowie von 3.51 Uhr bis 3.58 Uhr MESZ zu sehen.

(26. Mai 2015, Dienstag)

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