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21.11.2017

Kleines Weltraumteleskop startet von der ISS

Mehrere Cubesats hat die Besatzung der ISS in einen eigenen Erdorbit geschossen. Darunter ist ein Weltraumteleskop, das nur etwa die Größe eines handelüblichen Kartons für Waschpulver hat. Bei ihrem zweiten Start hat eine Langer Marsch 6 drei kleine Erdbeobachtungssatelliten ins All transportiert.

Vom japanischen Forschungsmodul Kibo hat die Besatzung der ISS-Expedition 53 am Montag und Dienstag fünf Cubesats in eigene Umlaufbahnen geschossen. Die Kleinsatelliten dienen der Erforschung der Resistenz von Antibiotika, des Weltraumwetters und der Ionosphäre. Mit einem Satelliten wird ein Verfahren untersucht, mit dem Raumsonden nach Abschluss ihrer Mission gezielt zum Verglühen gebracht werden sollen.

Auch der größte der gestarteten Satelliten dient vor allem der Erprobung neuer technischer Systeme. Asteria ist ein 6U-Cubesat und etwa zwölf Kilogramm schwer, mit den Maßen 10x20x30 Zentimeter hat er etwa die Größe eines handelsüblichen Kartons für Wäschepulver. Der neue Satellit könnte der Wegbereiter für eine Flotte kleiner Weltraumteleskope sein, mit denen jeweils ein Stern für einen Zeitraum von mehreren Wochen gezielt beobachtet werden kann. Über die Technik des kleinen Teleskops, die Beobachtungen, die Astronomen damit machen wollen, sowie die erwartete Lebensdauer von Asteria berichtet Abenteuer Astronomie ausführlich.

Die Crew der  Raumstation ISS setzte zu Wochenbeginn Experimente fort, mit denen Veränderungen der Muskulatur sowie der Sehstärke während eines Langzeitaufenthalts in der Schwerelosigkeit untersucht werden. Außerdem tauscht die Besatzung im Modul Beam technische Systeme aus. Aus dem experimentellen Modul, das seit Mai 2016 seine Weltraumtauglichkeit unter Beweis gestellt hat, werden ein Getriebe und Speichertanks sowie eine Reihe von Sensoren entfernt, die nach dem Ankoppeln für das Aufblasen von Beam auf seine Einsatzgröße gebraucht wurden. Nun soll das Modul dauerhaft an der ISS angedockt bleiben und zusätzlichen Stauraum für Ausrüstung und Versorgungsgüter bereitstellen. Dafür wird es mit Lagerregalen und neuer Überwachungs- und Steuerungselektronik ausgestattet. Die überschüssige Technik wird im Frachtraum von Cygnus verstaut und verglüht dann mit dem Raumfrachter.

Bei ihrem erst zweiten Start hat die neue kleine chinesische Trägerrakete Langer Marsch 6 vom Kosmodrom Taiyuan aus am Dienstagmorgen unserer Zeit drei kleine Erdbeobachtungssatelliten ins All transportiert. Aus einer polaren Erdumlaufbahn liefern Jilin-1 04, Jilin-1 05 und Jilin-1 06 liefern Fotos und Videos sowie Multispektralaufnahmen der Erdoberfläche für staatliche Behörden und kommerzielle Kunden. Bislang erfolgten zwei Starts mit Trägerraketen Langer Marsch 2 und Kuaizhou-1A. Damit sind aktuell acht Jilin-1-Satelliten verschiedener Bauformen im All, im Endausbau sollen es 60 Satelliten sein. Zwei davon starten möglicherweise noch in diesem Jahr mit einer Langer Marsch 11. Diese ebenfalls neu entwickelte Rakete verwendet jedoch Feststofftriebwerke, sie hat bislang zwei erfolgreiche Starts absolviert.

(21. November 2017, Dienstag)

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