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13.01.2016

Krater Kupalo auf Zwergplanet Ceres ist so groß wie das Nördlinger Ries

Seit Mitte Dezember umkreist die Forschungssonde Dawn den Zwergplaneten Ceres in einer Höhe von etwas weniger als 400 Kilometer. Derzeit wird ein 3D-Modell des Himmelskörpers erstellt. Der Krater Kupalo - etwa so groß wie das Nördlinger Ries - ist für die Wissenschaftler eines der spannendsten Untersuchungsobjekte.

Mehrere Wochen hat das voraussichtlich letzte Bahnmanöver der Forschungssonde Dawn gedauert. Mitte Dezember hat sie eine Umlaufbahn um den Zwergplaneten Ceres in einer Höhe von etwa 385 Kilometer über der Oberfläche erreicht, das sind nur etwa 15 Kilometer weniger als bei der Flugbahn der Raumstation ISS um die Erde. Mit einem in Deutschland entwickelten Kamerasystem wird derzeit die Oberfläche von Ceres erfasst, in diesen Tagen wird erstmals aus dieser Höhe eine komplette Darstellung der Oberfläche mit einer Auflösung von 35 Meter pro Pixel fertiggestellt. In den nächsten Monaten soll Ceres mehrfach vollständig aus dem Orbit fotografiert werden. Da Dawn dann dieselbe Stelle auf dem Boden aus mehreren Perspektiven aufnehmen wird, wollen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit diesen Daten ein noch detaillierteres 3D-Modell des Zwergplaneten erstellen. Bereits aus den Beobachtungsdaten, die aus der bisherigen Bahn in rund 1300 Kilometer Höhe geliefert wurden, war ein solches Modell entstanden, das nun verfeinert werden soll.

Das besondere Interesse nicht nur der deutschen Wissenschaftler, sondern auch ihrer Kollegen aus den USA - das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa leitet die Dawn-Mission - und Italien, die ebenfalls an dem Projekt beteiligt sind, richtet sich unter anderem auf den Krater Kupalo. Dieser Einschlagkrater hat einen Durchmesser von etwa 26 Kilometer. Damit ist er ungefähr so groß wie das Nördlinger Ries, dessen Durchmesser mit 20 bis 24 Kilometer nur wenig kleiner ist. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Forscher, über die das DLR auf seiner Webseite berichtet, ist der Krater eigentlich etwa zwei Kilometer tief, aber von der heutigen Talsohle bis zu den oberen Kanten des Kraterrandes sind es heute nur noch rund 1000 Meter Höhenunterschied. Offen sind die Fragen, welches Material den Boden des Kraters füllt, wie es dort hin gelangte und ob Eis oder Salzablagerungen an den Kraterhängen zu sehen sind. Die Forschungssonde hat neben dem Kamerasystem aus Deutschland auch Instrumente an Bord, mit denen die Oberfläche von Ceres in anderen Spektralbereichen untersucht werden kann, damit wird dann auch die chemische Zusammensetzung des Materials entschlüsselt.

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Die Mission von Dawn soll nach aktuellem Stand noch bis Mitte des Jahres 2016 dauern. Die Sonde bleibt dann dauerhaft in ihrem jetzigen Orbit um Ceres in etwa 385 Kilometer, weitere Bahnmanöver sind bislang nicht geplant. Nachdem sie 2011/2012 für mehr als ein Jahr den Asteroiden Vesta untersucht hatte, nahm sie mit Hilfe ihres Ionentriebwerks Kurs auf Ceres, dort kam sie vor etwa zehn Monaten an. In mehreren Schritten wurde die Umlaufbahn von zunächst 75000 und 40000 Kilometer bis auf zuletzt 1300 Kilometer verringert. Ceres ist mit einem Durchmesser von etwa 975 Kilometer der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

(13. Januar 2016, Mittwoch)

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13.01.2016

Lieber Gunter,

immer wieder weckst du meine/unsere Neugier - Krater Kupalo . . . ein schöner Vergleich mit meinem Ries - dagegen aber kalt und unfruchtbar. Vielen Dank für deinen lesenswerten, interessanten Blog.

"Das Nördlinger Ries ist ein Naturraum - es ist nahezu kreisrund (Abmessung etwa 20 × 24 Kilometer). Die Flächenausdehnung beträgt 348 km². Der Krater ist aufgrund seiner Größe und der starken Verwitterung nur aus der Luft deutlich zu erkennen.

Vom Boden aus erscheint der Kraterrand als eine bewaldeteHügelkette ringsum am Horizont. Der heutige Kraterboden, in dem es, im Gegensatz zur angrenzenden hügeligen Alblandschaft, keine größeren Erhebungen gibt, liegt rund 100 bis 150 Meter unterhalb der umgebenden Hochflächen der Schwäbisch-Fränkischen Alb. Eine Ausnahme bildet lediglich eine ringförmige Hügelkette im Inneren des Kraters (Innerer Wall, Innerer Ring oder Kristalliner Ring), die das Nördlinger Ries als komplexen Impaktkrater kennzeichnet und von einfachen, „schüsselförmigen“ Kratern unterscheidet.

Bestandteile des inneren Ringes sind zum Beispiel die Marienhöhe bei Nördlingen, der Wallersteiner Felsen oder der Wennenberg bei Alerheim" . . .

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13.01.2016

Lieber Herr Olay,

ich möchte Ihnen auf diesem Wege einmal danke sagen für Ihre interessanten und wirklich guten Beiträge. Ich lese diese schon geraume Zeit und habe oft das Gefühl, dass dies wenig beachtet wird, dadurch Bedenken, dass Sie damit aufhören. Na ja, der Themenkreis mag vielleicht für viele nicht so interessant sein. Trotzdem noch mal Danke und machen Sie bitte weiter!

Beste Grüße

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