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17.11.2014

Landeapparat Mascot soll auf Asteroid herumhüpfen

Für Techniker und Ingenieure des DLR-Instituts für Raumfahrtsysteme in Bremen hieß es vor wenigen Tagen Abschied nehmen von Mascot. Der Landeapparat soll in fünf Jahren auf einem Asteroiden landen und später zwei Sprünge ausführen.

In knapp zwei Wochen will Japan eine ehrgeizige wissenschaftliche Mission starten, die zum zweiten Mal Material eines Asteroiden zur Erde bringen soll. Die Hayabusa 2 genannte Sonde hat einen Passagier aus Deutschland mit an Bord, den Landeapparat Mascot. Gebaut wurde das Gerät am Institut für Raumfahrtsysteme des DLR in Bremen mit Unterstützung durch andere DLR-Institute in Berlin, Braunschweig, Köln und Oberpfaffenhofen , einzelne Komponenten und Forschungsinstrumente haben die TU Braunschweig und die französische Raumfahrtagentur CNES beigesteuert. Anfang November wurde der Landeapparat von den deutschen Entwicklern in die japanische Sonde eingebaut und am Startplatz in Tanegashima letzten Tests unterzogen.

Mascot hat vier Forschungsinstrumente an Bord, mit denen die Oberfläche des Asteroiden 1999 JU3 untersucht werden soll. Eine Weitwinkelkamera liefert Bilder im sichtbaren Bereich des Lichts, ein Radiometer misst die Temperatur auf dem Himmelskörper, das Magnetometer aus Braunschweig erforscht die Magnetisierung des Gesteins und das französische Spektrometer ermittelt die Zusammensetzung von Mineralien und des Gesteins, aus dem der Asteroid besteht.

Die Anreise zum Untersuchungsziel soll etwa vier Jahre dauern, voraussichtlich 2019 kommt dann Mascot zum Einsatz. Seine Entwickler müssen also nur halb so lange warten wie ihre Kollegen, die den Kometenlander Philae gebaut haben, der vor wenigen Tagen auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko aufsetzte.

Hayabusa 2 wird den Landeapparat aus etwa 100 Meter Höhe auf den Asteroiden fallen lassen. Nach dem Aufsetzen richtet er sich automatisch auf und beginnt mit seinen Untersuchungen. Anders als bei Philae, der nach der Landung ungesteuert noch zwei Mal von der Kometenoberfläche abprallte, ist bei Mascot ein zweifaches Hüpfen auf der Oberfläche des Asteroiden vorgesehen. Nach Abschluss der Untersuchungen am ersten Landeort soll sich der Lander noch mindestens zwei Mal vom Boden lösen und nach Sprüngen von zehn bis 70 Metern die Messungen wiederholen, um Vergleichswerte von verschiedenen Standorten zu gewinnen. Ähnlich wie bei Philae wird Mascot nur eine begrenzte Einsatzdauer haben, nach etwa 16 Stunden - gleichbedeutend mit zwei Asteroidentagen - wird die Energie der mitgeführten Batterie zur Neige gehen.

(17. November 2014, Montag)

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