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12.06.2017

Nach mehr als zwei Jahren Dauerbetrieb ist New Horizons nun im Schlafmodus

Vor knapp zwei Jahren hat New Horizons den Pluto passiert. Es dauerte Monate, bis die Raumsonde alle Daten zur Erde geschickt hatte. Parallel dazu steuerte sie ihr neues Ziel 2014 MU69 an. Seit Anfang April fliegt sie wieder im Schlafmodus.

Mehr als die Hälfte des Wegs zwischen Pluto und 2014 MU69 hat die amerikanische Forschungssonde New Horizons bereits zurückgelegt. Sie soll am 1. Januar 2019 das Objekt im Kuipergürtel passieren, einer Region jenseits der Umlaufbahn des Neptun, in der bislang mehrere tausend kleine Himmelskörper bekannt sind. Deren Bahnen liegen in etwa in der Ebene, in der auch die großen Planeten die Sonne umkreisen. Nach der erfolgreichen Forschungsmission zum Pluto entschied die Nasa, für New Horizons ein weiteres Ziel zu suchen. Die Raumsonde ist technisch in einem sehr guten Zustand, daher bekam sie mit 2014 MU69 ein weiteres Forschungsobjekt als Reiseziel einprogrammiert.

Zunächst bis Mitte September wird New Horizons diesen Flug im Schlafmodus absolvieren. Dabei sind die meisten Forschungsinstrumente abgeschaltet, auch einige Backupsysteme und der Antrieb sind deaktiviert. Drei Instrumente für die Beobachtung der Umgebung, die Steuerung für die Wärmekontrolle sowie die Kommunikationssysteme bleiben dagegen in Betrieb. Immer montags führen diese Systeme einen Selbsttest durch und schicken dann ein Statussignal zur Erde. Aufgrund der Entfernung braucht dieses Signal bereits fast sechs Stunden, bis es die Bodenkontrolle erreicht.

Diesen Schlafmodus hatte New Horizons zwischen 2007 und 2014 zusammengenommen bereits für fast fünf Jahre aktiviert, so lange dauerte der Flug von der Erde bis in die Nähe des Pluto. Nur selten signalisierte die Sonde dabei ein Problem, berichtet Alan Stern vom Southwest Research Institute in Bolder, Colorado, der Leiter des New Horizons-Forschungsprogramms in einem Blogbeitrag. Seit Dezember 2014 war die Sonde dann für mehr als zwei Jahre ununterbrochen im aktiven Betrieb. Am 14. Juli 2015 erreichte sie die dichteste Annäherung an das Plutosystem, davor und danach waren für insgesamt etwa vier Wochen alle Forschungsinstrumente auf den Zwergplaneten und seine Begleiter gerichtet. Bis Ende Oktober 2016 dauerte die Übertragung der gesammelten Daten zur Erde.

Nach mehreren Bahnmanövern im Spätherbst 2015 erfolgte Anfang Februar 2017 noch einmal eine leichte Bahnkorrektur. Zuvor hatte New Horizons noch einige Kuipergürtelobjekte beobachtet, die Übertragung dieser Daten war Ende März abgeschlossen. Anfang April 2017 hatte die Raumsonde die halbe Strecke zwischen Pluto und 2014 MU69 zurückgelegt - und erhielt nun eine Ruhepause bis Mitte September. Auf der Erde wird in der Zwischenzeit das weitere Flug- und Forschungsprogramm präzisiert. Die heiße Phase des Anflugs auf das neue Ziel beginnt im Juli 2018.

(12. Juni 2017, Montag)

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