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21.04.2015

Neues Outfit für das Startflugzeug der Pegasus

Seit knapp zwei Jahren ist keine Pegasus-Rakete mehr in den Weltraum gestartet und der nächste Start steht erst für das kommende Jahr in den Auftragsbüchern. Das gab Orbital ATK die Gelegenheit, das Trägerflugzeug zu überholen und mit einem neuen Anstrich zu versehen.

Mit einer neuen Lackierung hat vor wenigen Tagen die Stargazer den Flugzeughangar verlassen. Das von Lockheed gebaute Flugzeug des Typs L-1011 wurde 1974 an die Fluggesellschaft Air Canada ausgeliefert. Das Raumfahrtunternehmen Orbital Sciences übernahm die Maschine im Jahr 1992 und baute sie zum Trägerflugzeug für Pegasus-Raketen um. Jetzt wurde die Stargazer überholt und erhielt dabei den neuen Anstrich, der nun auch das Firmen-Logo Orbital ATK zeigt - vor knapp einem Jahr hatten die zuvor eigenständigen Unternehmen Orbital und ATK ihre Fusion angekündigt.

Die Rakete Pegasus und ihre weiterentwickelte stärkere Version Pegasus XL ist für den Start kleiner Satelliten in einen niedrigen Erdorbit geeignet. Die maximale Nutzlast beträgt etwa 450 Kilogramm bei einem geplanten Orbit von 200 Kilometer. Die Satelliten dürfen bei einem Durchmesser von wenig mehr als 1,10 Meter rund 2,10 Meter lang sein. Die Rakete wird von einem Flugzeug in eine Höhe von mehr als 12000 Meter gebracht und dort ausgeklinkt, dieses Manöver wird stets über dem freien Ozean durchgeführt.

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Rund fünf Sekunden stürzt die Pegasus im freien Fall in Richtung Oberfläche, dann zünden nacheinander drei Feststoffbooster und bringen die Nutzlast in den erdnahen Orbit. Dieser kann bis zu 1400 Kilometer hoch sein, wobei sich dann das Gewicht der möglichen Nutzlast auf rund 100 Kilogramm verringert. Auch die gewünschte Neigung der Umlaufbahn gegenüber dem Äquator beeinflusst, wie schwer ein Satellit sein darf.

Den ersten Einsatz hatte eine Pegasus-Rakete vor 25 Jahren, am 5. April 1990 brachte sie die Satelliten SECS (68 kg) und Pegsat (178 kg) in eine Erdumlaufbahn. Beide Sonden dienten dem Hersteller Orbital, der Nasa und dem US-Militär vor allem experimentellen Zwecken. Trägerflugzeug war beim Jungfernflug wie auch bei den Starts bis 1994 eine B-52, mit einer Ausnahme: Mitte 1994 kam nach dem erforderlichen Umbau die L-1011 Stargazer erstmals zum Einsatz. Ab 1995 wurde sie für alle Flüge mit dem Ziel erdnaher Orbit eingesetzt. Bei 42 Starts verzeichnete die Pegasus drei Fehlschläge, seit 1997 waren alle 28 Missionen erfolgreich. Insgesamt wurden dabei bislang 86 Satelliten ins All befördert. Nach dem bislang letzten Start einer Pegasus-Rakete am 27. Juni 2013 sind für 2016 und 2017 die nächsten beiden Einsätze der flugzeugbasierten Rakete gebucht.

  • Am Samstag haben Terry Virts und Scott Kelly die Luken zum Raumfrachter Dragon CRS-6 geöffnet. In den nächsten fünf Wochen wird er entladen, zu seiner Fracht gehören auch zwei Gefriereinheiten, in denen Proben medizinischer und biologischer Experimente bei -80 Grad Celsius eingefroren werden. Sie kehren dann an Bord des nächsten Raumfrachters zur Erde zurück, wo die Proben dann untersucht werden.
  • Beim Raketenhersteller RKZ Progress steht die Produktion der Sojus 2.1a-Rakete vor dem Abschluss, die Ende des Jahres den ersten Start vom neuen Kosmodrom Wostotschny absolvieren soll. Anfang Juni soll sie auf die Reise zum neuen Weltraumbahnhof im Fernen Osten geschickt werden.

(21. April 2015, Dienstag)

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