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30.04.2015

Progress M-27M stürzt auf die Erde, Messenger auf den Merkur

Der Raumfrachter Progress M-27M wird unkontrolliert auf die Erde stürzen, nur der Zeitpunkt ist noch unsicher. Ebenfalls unkontrolliert wird heute Messenger auf dem Merkur abstürzen - allerdings ist das so geplant und geschieht nach einer erfolgreichen Mission.

Vergeblich hat die russische Bodenkontrolle gestern versucht, Kontakt mit dem Raumfrachter Progress M-27M aufzunehmen und ihn in seiner Flugbahn zu stabilisieren. Inzwischen gibt es keine Hoffnung mehr, das Raumschiff noch auf eine Bahn zur Raumstation ISS zu bringen. Es wird damit gerechnet, dass es zwischen dem 5. Mai und 7. Mai in die dichten Schichten der Erdatmosphäre eintritt und dabei weitgehend verglüht. Erst wenige Stunden zuvor wird man ermitteln können, wo der Absturz vonstatten geht.

Über den Ablauf der Panne gibt es inzwischen mehrere Informationen, die aber noch nicht alle bestätigt sind. Demnach sollen 1,5 Sekunden vor dem Abtrennen des Raumschiffs von der dritten Stufe der Sojus-Rakete die ersten Telemetriedaten ausgefallen sein. Widersprüchlich sind die Informationen, wie deutlich zu diesem Zeitpunkt der geplante Orbit verfehlt wurde, Angaben aus verschiedenen Quellen differieren zwischen zehn und 60 Kilometer. Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos bestätigte, dass sich das Progress-Raumschiff etwa 90 Grad pro Sekunde um seine Achse dreht. Die dritte Raketenstufe sei in etwa 30 Kilometer Entfernung von Progress M-27M gesichtet worden. Auch amerikanische Bahnverfolger beobachten das Raumschiff und haben in seiner Nähe 44 Trümmerteile entdeckt.

Aus den bisherigen Daten lässt sich noch nicht klären, ob ein Fehler an der dritten Raketenstufe oder am Frachter selbst der Grund für das Desaster ist. Spekulationen, dass nach der Panne der Start von Sojus TMA-17M vom 26. Mai verschoben werden solle, wies ein russischer Sprecher zurück. Beim bemannten Raumschiff komme die bewährte Sojus-FG als dritte Raketenstufe zum Einsatz und nicht die weiterentwickelte dritte Stufe der Sojus 2.1a, die am Dienstag für den Progress-Start verwendet wurde.

Ein unkontrollierter Absturz wird bereits heute auf dem Merkur erwartet, doch im Gegensatz zum Progress-Frachter war die Mission der Forschungssonde Messenger ein voller Erfolg und der Absturz ist auch geplant. Rund vier Jahre hat sie den erdnächsten Planeten Merkur erforscht und vermessen, seine Oberfläche kartografiert und sein Magnetfeld untersucht. Die Primärmission, die nach siebenjährigem Flug im Jahr 2011 begann, sollte nur ein Jahr dauern. Zur Überraschung der WIssenschaftler hat Messenger in Regionen an den Polen des Planeten, die ständig im Schatten liegen, sogar Wassereis entdeckt.

Vor wenigen Wochen ging der Sonde der Treibstoff aus, um die Mission noch zu verlängern, wurde improvisiert. Die Techniker setzten Helium ein, das in den Tanks den eigentlichen Treibstoff unter Druck setzt. Damit wurden noch einmal vier Wochen Einsatzzeit gewonnen, in denen Messenger mehrfach bis auf wenige Kilometer der Merkur-Oberfläche nahekam und dabei noch einmal Aufnahmen in bisher nicht möglicher Qualität machte.

Mittlerweile ist auch das Helium verbraucht, so dass keine Bahnkorrekturen mehr möglich sind. Im Laufe des Tages wird Messenger mit einer Geschwindigkeit von knapp vier Kilometer pro Sekunde voraussichtlich auf der erdabgewandten Seite des Merkur einschlagen und dabei einen Krater mit einem Durchmesser von etwa 16 Metern hinterlassen.

(30. April 2015, Donnerstag)

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