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16.06.2017

Progress MS-06 erreicht die ISS - Erfolgreiche Tests für Falcon 9 und Orion

Nach zwei Tagen Flug hat Progress MS-06 an der ISS angedockt. Fjodor Jurtschichin beobachtete den automatischen Anflug, musste aber nicht eingreifen. Eine Falcon 9, die Bulgariasat 1 ins All bringen soll, hat ihren Triebwerkstest bestanden. Auch für das Raumschiff Orion verlief ein Test von Triebwerken erfolgreich.

Um 13.37 Uhr MESZ meldeten am Freitag die Sensoren einen Kontakt zwischen dem anfliegenden Raumfrachter Progress MS-06 und dem Kopplungsstutzen am Heck des Modul Swjesda. Pünktlich legte das Transportschiff in einem automatischen Flugmodus an der Raumstation ISS an. ISS-Kommandant Fjodor Jurtschichin beobachtete das Anflugmanöver, musste aber nicht eingreifen. Zwei Tage war der Frachter unterweg. Er bringt rund 1,4 Tonnen Nachschub in seiner unter Druck stehenden Kapsel mit, darunter auch vier Kleinsatelliten, die zwei Kosmonauten in einigen Wochen bei einem Weltraumausstieg ins All schicken sollen. Zur Ladung gehören außerdem auch rund 880 Kilogramm Treibstoff und mehr als 400 Kilogramm Trinkwasser. Bis Mitte Dezember soll das Frachtschiff angekoppelt bleiben.

Eine Falcon 9 hat am frühen Freitagmorgen unserer Zeit ihren Triebwerkstest erfolgreich absolviert, mit dem Hersteller SpaceX sowohl die Startbereitschaft der Rakete als auch der Bedienmannschaften testet. Um 0.25 Uhr MESZ zündeten die neun Merlin-Triebwerke und entwickelten für wenige Sekunden vollen Schub. Die Trägerrakete soll am Montag, 19. Juni, den rund vier Tonnen schweren Kommunikationssatelliten Bulgariasat 1 in einen geostationären Transferorbit bringen. Für die erste Raketenstufe ist es bereits der zweite Einsatz. Beim ersten Flug hatte sie von Vandenberg aus das erste Zehnerpaket von Satelliten des Typs Iridium Next in Richtung Weltraum befördert und war dann auf der schwimmenden Plattform Just read the instructions gelandet.

Auch Orbital ATK hat einen Triebwerkstest den ersten Auswertungen zufolge erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen hofft allerdings darauf, dass die getesteten Raketen niemals in einem Ernstfall zum Einsatz kommen müssen. Erprobt wurde der Antrieb eines Startabbruchsystems für das amerikanische Raumschiff Orion. Die kleinen Raketen werden gezündet, sollte es in den ersten Sekunden des Starts der Rakete Space Launch System zu einem Unfall kommen, sie bringen dann das Raumschiff und seine Insassen in eine sichere Höhe und Entfernung von der Startrampe. Danach wird Orion abgetrennt und landet am Fallschirm. Das Verfahren ist vergleichbar mit einem Schleudersitz, wie er in Kampfflugzeugen eingebaut ist.

Die Nasa entwickelt Orion für Flüge in den interplanetaren Raum, während Boeing und SpaceX ihre Raumschiffe CST-100 Starliner und Crew Dragon zunächst für den Einsatz in einer erdnahen Umlaufbahn entwickeln. Aber auch die beiden privaten Unternehmen müssen dabei nachweisen, dass ihre bemannten Raumschiffe über ein funktionierendes Startabbruchsystem verfügen.

Wenn eine russische Sojus-Rakete mit Satelliten oder einem Progress-Raumfrachter startet, besteht die Spitze ihrer Nutzlastverkleidung aus einem Kegel. Wenn jedoch ein bemanntes Raumschiff Sojus darunter steckt, ist an der Kegelspitze ebenfalls ein Abbruchsystem montiert. Dieses rettete Wladimir Titow und Gennadi Strekalow am 27. September 1983 das Leben, als auslaufender Treibstoff unter ihnen die Trägerrakete Sojus-U in Brand setzte. Zwei Sekunden vor der Explosion der Rakete zündeten die Notfalltriebwerke, die beiden Kosmonauten landeten wenig später in der Nähe des Kosmodroms Baikonur.

(16. Juni 2017, Freitag)

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