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07.06.2016

Proton-M soll am Mittwoch starten, Ariane 5 bleibt dagegen am Boden

Am Wochenende wurde eine Proton-M in Baikonur auf die Startrampe gestellt, am Mittwoch soll sie Intelsat 31 ins All bringen. Vorläufig abgesagt wurde dagegen der für den Abend unserer Zeit geplante Start einer Ariane 5. Sojus MS-01 wird für die Reise zur ISS zwei Tage brauchen.

Noch für einige Jahre bleibt die Proton-M die leistungsstärkste russische Rakete, die serienmäßig zum Einsatz kommt. Auch wenn in den vergangenen Jahren einige Starts mit Fehlschlägen endeten, ist die Trägerrakete auch im Markt der kommerziellen Satellitenstarts gut ausgelastet. Am Mittwoch soll sie Intelsat 31 ins All befördern.

Der Start des Kommunikationssatelliten ist für Mittwoch, 8. Juni, um 9.10 Uhr MESZ geplant. Die Proton-M soll ihn von Baikonur aus zunächst in einen Parkorbit in 173 Kilometer Höhe bringen. Nach etwas mehr als neun Minuten Flug setzt die Rakete dort ihre Nutzlast aus, wobei die Bahnneigung gegenüber dem Äquator ähnlich wie bei der Raumstation ISS etwa 51 Grad beträgt. Die weitere Arbeit übernimmt dann die Oberstufe Bris-M, die etwa 90 Sekunden nach dem Abtrennen von der Rakete erstmals für gut vier Minuten den Satelliten beschleunigt.

Insgesamt fünf Triebwerkszündungen der Oberstufe mit einer Dauer zwischen drei und 19 Minuten sind notwendig, bevor die Bris-M am Donnerstagmorgen unserer Zeit Intelsat 31 aussetzen kann, das passiert um 0.41 Uhr MESZ und damit 15 Stunden und 31 Minuten nach dem Start. Das Ziel ist ein supersynchroner Transferorbit (SSTO) mit einem Perigäum von etwa 3500 Kilometer und einem Apogäum von etwa 65000 Kilometer. Beim Aussetzen beträgt die Bahnneigung noch etwa 29 Grad. Mit ihren eigenen Triebwerken steuert die Raumsonde dann die Einsatzposition in einem annähender kreisförmigen Orbit in 35700 Kilometer Höhe an.  Bei einer Bahnneigung von 0 Grad wird sie dort dann von der Erde aus gesehen am Himmel immer an derselben Position sein.

Der TV-Satellit Intelsat 31 soll über einen Zeitraum von 15 Jahren neun Länder in Lateinamerika mit Fernsehprogrammen versorgen. Er wiegt beim Start fast 6500 Kilogramm und wird in einem geostationären Orbit bei 95 Grad westlicher Länge stationiert, wo bereits jetzt Intelsat 30 im Einsatz ist.

Die letzten Vorbereitungen in Baikonur und den Start von Intelsat 31 zeigt Roskosmos ab 7.10 Uhr MESZ in einem Livestream .

Ebenfalls am Mittwoch sollte eine Ariane 5 von Kourou aus zwei Satelliten in eine Umlaufbahn bringen. Der Start von Echostar 18 und BriSat wurde jedoch verschoben, an einer Verbindung zwischen dem Startturm und den Treibstofftanks der Trägerrakete gibt es einen Defekt, der erst behoben werden muss. Der Start sollte um Mittwochabend um 22.30 Uhr MESZ erfolgen, ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Bereits am Montag hatte Roskosmos entschieden, den Start von Sojus MS-01 um zwei Wochen auf Donnerstag, 7. Juli, zu verschieben. Die Besatzung des Raumschiffs, Anatoli Iwanischin, Kathleen Rubins und Takuya Onishi, muss sich aber nicht nur vor, sondern auch nach dem Start in Geduld üben. Denn ihr Flug zur Raumstation ISS wird nicht wie seit einigen Jahren üblich sechs Stunden, sondern knapp zwei Tage dauern, das Ankoppeln ist für Samstag, 9. Juli, geplant. Bei dieser früher standardmäßig genutzten Anflugroute zu einer Raumstation müssen mehr Bahnmanöver ausgeführt werden. Dadurch ist es aber auch einfacher, Abweichungen von den berechneten Bahndaten auszugleichen, was insgesamt eine größere Sicherheit für eine erfolgreiche Mission bringt. Eine solche verlängerte Anflugroute war kurzfristig auch für Sojus TMA-18M im September 2015 genutzt worden, davon betroffen war auch Esa-Astronaut Andreas Mogensen, dessen Aufenthalt auf der ISS dadurch von etwas mehr als neun auf nur noch gut sieben Tage geschrumpft war.

(07. Juni 2016, Dienstag)

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