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29.04.2015

Raumfrachter Progress M-27M taumelt durchs All

Die Bestätigung, dass die Sonnensegel von Progress M-27M ausgeklappt sind, war zunächst das letzte Signal, das die Bodenkontrolle vom Raumfrachter erhielt. Der Start mit einer Sojus-Rakete und das Aussetzen hatten zuvor wie geplant funktioniert.

Um 9.09 Uhr MESZ hat gestern Morgen in Baikonur ein weiterer Versorgungsflug zur Raumstation ISS begonnen. Die drei Stufen der Sojus-Rakete funktionierten wie vorgesehen und setzten Progress M-27M knapp zehn Minuten nach dem Start aus. Kurz danach gab es jedoch Probleme. Die Bodenkontrolle erhielt noch die Bestätigung, dass die Solarpanele wie vorgesehen ausgeklappt wurden, doch kurz darauf gab es eine Panne. Eine Videoaufnahme zeigt, dass der Raumfrachter zu rotieren begann, immer wieder taucht die Erde im Blickfeld der Kamera auf und verschwindet dann wieder. Offenbar taumelt das Schiff unkontrolliert durchs All.

Vergeblich versuchten gestern im Tagesverlauf die Teams der Bodenkontrolle, mit dem Raumschiff Kontakt aufzunehmen. Dabei sind sie darauf angewiesen, dass die Umlaufbahn gerade über das russische Territorium läuft, denn nur dort sind Funkstationen in Betrieb, mit denen die direkte Datenverbindung zu Sojus- und Progress-Raumschiffen hergestellt werden kann. Anders als die USA hat Russland derzeit kein Netz von Relais-Satelliten in Betrieb, die ähnlich wie Funkmasten für den Mobilfunk ein Signal weiterreichen, wenn sich der Empfänger vom Sender aus gesehen gerade im Funkschatten der Erde aufhält.

Im Lauf der Nacht wurden die Bemühungen fortgesetzt, eine Verbindung zu Progress M-27M herzustellen. Nur dann ist es möglich, dem Raumschiff die nötigen Steuerbefehle zu übermitteln, um es zu stabilisieren und die Flugbahn zu korrigieren. Wenn dies nicht gelingt, wird der Raumfrachter in wenigen Tagen unkontrolliert in der Erdatmosphäre verglühen.

Mit dem Raumschiff sollten etwa 2,4 Tonnen an Nachschub zur ISS gebracht werden. Für den Betrieb der Station besteht aktuell jedoch keine Gefahr, die Vorräte an Atemluft, Wasser und Nahrungsmitteln reichen für eine sechsköpfige Crew noch für mindestens vier Monate.

Bislang gab es zwei Fehlschläge bei den Versorgungsmissionen zur ISS. Im August 2011 versagte die dritte Stufe einer Sojus-Rakete, so dass Progress M-12M abstürzte. Im Oktober vergangenen Jahres explodierte eine Antares-Rakete mit einem Raumfrachter Cygnus wenige Sekunden nach dem Start.

  • Dava Newman wird stellvertrende Administratorin der amerikanischen Raumfahrtagentur Nasa. Das hat der Senat des US-Parlaments am Montag beschlossen. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte US-Präsident Barack Obama die Professorin vorgeschlagen, die am Massachusettes Institute of Technology (MIT) einen Lehrstuhl für Luftfahrt, Raumfahrt und Systemtechnik innehat. Der Vertreterposten von Nasa-Administrator Charles Bolden war bereits seit September 2013 vakant, als Lori Garver die Agentur verließ.

(29. April 2015, Mittwoch)

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