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09.05.2015

Rosetta: Lauschen auf Philae, neuer Missionsmanager und ein Besuch in Paris

Seit gestern hat die Kometensonde Rosetta wieder ihr Funkgerät auf Empfang gestellt, damit ihr eine Nachricht von Philae nicht entgeht. Seit einigen Tagen hat Patrick Martin die Verantwortung für die Mission, er löste Fred Jansen ab. Eine Nachbildung des Kometen landet am Sonntag in Paris.

Den größten Teil seiner Aufgaben hat der Landeapparat Philae nach dem Aufsetzen auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko erledigt, bevor seine Stromreserven zur Neige gingen. Jetzt ist er darauf angewiesen, dass seine Solarzellen die Batterien wieder aufladen. Wenn das geschieht, meldet sich Philae mit einem Funksignal bei der Kometensonde Rosetta. Aufgrund der Position, an der Philae aufgesetzt hat, rechnen die Ingenieure damit, dass er in diesen Tagen genügend Sonnenlicht bekommt, um schließlich ein Signal absetzen zu können. Daher wurde bei Rosetta am Freitag das Empfangsgerät wieder eingeschaltet, die Sonde lauscht bislang jedoch ohne Erfolg auf eine Meldung des Landegeräts.

Zwei Jahre hat Fred Jansen auf der Erde als Missionsmanager dafür gesorgt, dass die Teams von Wissenschaftlern, Navigationsexperten, Programmierern und Bodenkontrolle koordiniert werden. Nach eigener Aussage waren es die intensivsten Jahre seiner bisherigen beruflichen Karriere. Nach dem Aufwachen von Rosetta galt es zu entscheiden, welchen Annäherungspfad die Sonde zum Kometen einschlagen soll, und die Entscheidung über das Go oder No-Go zum Aussetzen von Philae war einer der Höhepunkte in dieser Zeit.

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Seit Ende März hat Jansen nun seinen Nachfolger Patrick Martin eingearbeitet - und gleich zu Beginn galt es, eine Krisensituation zu meistern, als sich Rosetta in einen Sicherheitsmodus versetzte. Das Navigationssystem konnte die Lage im Raum nicht mehr zuverlässig bestimmen, weil es neben den bekannten Sternen auch viele helle Punkte entdeckte, die aus dem Kometenschweif stammen. Anfang Mai hat Martin die Position des Missionsmanagers für Rosetta übernommen. Erfahrung mit einer solchen Aufgabe hat er bereits bei Mars Express und Venus Express gesammelt.

Wer sich in den nächsten Tagen in Paris aufhält, sollte einen Abstecher zum Place Clémenceau an den Champs Elysees einplanen. Dort präsentiert die französische Raumfahrtagentur CNES von Sonntagnachmittag, 10. Mai, bis zum 25. Mai eine Nachbildung des Kometen 67P/C-G sowie des Landeapparats Philae. Während letzterer in Originalgröße zu sehen ist, wird der Komet im Maßstab 1:6000 gezeigt - mit seinem Durchmesser zwischen 3,5 und 4 Kilometer wäre er bei einem Maßstab von 1:1 dann doch etwas zu groß geraten.

(09. Mai 2015, Samstag)

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