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05.09.2016

Rosetta findet Philae und ein Asteroid heißt nun Freddie Mercury

Vier Wochen vor dem Ende ihrer Mission hat die Forschungssonde Rosetta auf dem Kometen Tschuri den Landeapparat Philae entdeckt. Außerdem trägt nun ein Asteroid den Namen Freddie Mercury, der am Montag 70 Jahre alt geworden wäre.

Schon seit einigen Wochen suchte das Team der Esa, das die Planetensonde Rosetta steuert, nach dem Landeapparat Philae. Am Freitag, 2. September, fotografierte die Sonde aus einer Entfernung von nur 2,7 Kilometer einen Bereich am Kopf des entenförmigen Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, in dem der Landeort von Philae vermutet wurde. Die Aufnahme, bei der die Auflösung aufgrund der geringen Entfernung auf 5 Zentimeter pro Pixel gesteigert werden konnte, wurde zwei Tage später zur Erde gefunkt.

Bei Fotos aus größerer Entfernung waren schon mehrfach Objekte zu sehen, die man für Philae halten konnte, doch sie waren zu unscharf, um Gewissheit zu haben. Diesmal ist der Befund jedoch klar - Rosetta hat Philae gefunden, wie das  von der Esa veröffentlichte Foto zeigt. Der nur einen Meter große Landeapparat und zwei seiner drei Landebeine sind nahe einer Felswand zu erkennen, die auch der Grund dafür ist, dass er nach seiner Landung zu wenig Sonnenlicht bekam, um mit den Solarzellen die Batterien aufzuladen.

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Philae war am 12. November 2014 auf dem Kometen 67P/C-G gelandet, um den Himmelskörper zu untersuchen. Nach dem ersten Bodenkontakt gab es ein Problem, denn die Harpunen wurden nicht abgefeuert, die das Fluggerät auf dem Boden fixieren sollten. Dadurch hüpfte Philae mehrfach über die Oberfläche. Erst zwei Stunden später als vorgesehen setzte der Apparat endgültig auf dem Boden auf, der genaue Landeort war damit nicht bekannt. Dennoch startete Philae seine Untersuchungen, solange die Batterien Strom lieferten, ein Großteil der geplanten Experimente wurde in dieser Zeit abgearbeitet.

Schnell war klar, dass Philae an einer sehr schattigen Stelle aufgesetzt hatte, die an einem rund zwölf Stunden langen Kometentag nur für etwas mehr als eine Stunde Sonnenlicht bekommt, berichtet Astronews.com. Das reichte nicht, um mit den Solarzellen die Batterien soweit aufzuladen, dass weitere Forschungsaufgaben möglich gewesen wären. Nachdem nun der Landepunkt bekannt ist, der etwa einen Kilometer von der eigentlich angepeilten Stelle entfernt ist, können die Wissenschaftler aber die von Philae übermittelten Daten genauer bewerten.

Seit Sonntag, 4. September, hat der Asteroid 17473 (1991 FM3) einen Namen - Freddie Mercury. Damit würdigt das Minor Planet Center der Internationalen Astronomischen Union (IAU) den Sänger der Rockband Queen, der am Montag 70 Jahre alt geworden wäre. Der Asteroid wurde am 21. März 1991 entdeckt, im November desselben Jahres starb Mercury. 17473 Freddiemercury, wie der Himmelskörper nun heißt, hat einen Durchmesser von etwa 3,5 Kilometer und braucht auf seiner Flugbahn im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter fast vier Jahre, um die Sonne einmal zu umkreisen. Über die Namensgebung informierte Brian May unter anderem bei Facebook. Der Gitarrist von Queen hat 2007 seine Dissertation auf dem Gebiet der Astrophysik eingereicht und erfolgreich verteidigt, offiziell darf er seit 2008 den Doktortitel führen.

(05. September 2016, Montag)

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