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01.04.2016

Schutzfolie vor der Kamera von ExoMars und Progress MS-2 auf dem Weg zum Mond

Seit gut zwei Wochen fliegt ExoMars 2016 in Richtung des roten Planeten. Die Esa veröffentlichte am 1. April ein erstes Bild einer Kamera der Sonde - darauf war zu lesen "Remove before flight". Roskosmos meldete, dass Progress MS-2 auf dem Weg zum Mond sei.

Wer die Statusmeldungen der europäischen Raumfahrtagentur Esa auf ihrer Facebook-Seite verfolgt, konnte bei einem dort veröffentlichten Bild nur ungläubig staunen. Den Angaben des Eintrags vom Freitagvormittag zufolge hatten die Mitarbeiter der Flugkontrolle in Darmstadt eine der Kameras aktiviert und ein erstes Foto erhalten, das dann auch umgehend veröffentlicht wurde. Doch zu sehen waren weder der Mars noch der Sternenhimmel, sondern spiegelverkehrt der Schriftzug "remove before flight" - "vor dem Flug entfernen". Es wirkte, als habe jemand vergessen, eine Schutzfolie vor dem Objektiv der Kamera zu entfernen. Manch einer stutzte wohl tatsächlich erst einmal, dass der Esa ein solch fataler Fehler unterlaufen sein könnte. Doch beim Blick aufs Datum 1. April war schnell klar, was dahinter steckte.

Die Aktion der Mitarbeiter, die für die Esa die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken steuern, war nicht der einzige Aprilscherz. Auch Roskosmos hatte eine sensationelle Neuigkeit zu vermelden. Demnach komme das am Freitag gestartete Raumschiff Progress MS-2 erst mit sechs Tagen Verzögerung an der Raumstation ISS an. Im Moment sei es auf dem Weg zum Mond, wo es zunächst Versorgungsgüter für die Kosmonauten einer russischen Mondbasis absetzen werde.

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Im Bereich des Mikrokosmos bewegen sich die Wissenschaftler, die am internationalen Forschungszentrum CERN arbeiten. Sie berichteten am 1. April von einer sensationellen Entdeckung, als sie die Messwerte der Forschungsreihen, die beim Nachweis der Higgs-Teilchen erfasst wurden, in eine akustische Wiedergabe umwandelten. Das Ergebnis dürfte auch die Kunstwelt begeistern.

Für Verblüffung sorgten vor vier Jahren die Macher von Spaceflightcast.de. Klaus Donath und Thomas Wehr begleiten, wenn ihre beruflichen Verpflichtungen Zeit dazu lassen, in einem Internetlivestream die Starts von Weltraummissionen mit Hintergrundinformationen und Kommentaren in deutscher Sprache. Am 1. April 2012 berichteten sie vom Start der Mission STS-136, einem zusätzlichen, vor der Öffentlichkeit geheim gehaltenen Flug eines Space Shuttle zur Raumstation ISS.

Mitunter entwickeln Aprilscherze auch ein unerwartetes Eigenleben. Der britische Astronom Patrick Moore hatte vor 40 Jahren, am 1. April 1976, in einer Sendung von BBC Radio 2 den Tag der Schwerelosigkeit angekündigt. Springe man um 9.47 Uhr in die Höhe, spüre man die Schwerelosigkeit, weil der Pluto von der Erde aus gesehen genau hinter dem Jupiter, dem größten Planeten unseres Sonnensystems, stehe und sich somit die Anziehungskräfte der beiden Himmelskörper so addierten, dass auf der Oberfläche unseres Planeten die Gravitation nicht mehr zu spüren sei. Schon damals gingen bei der BBC zahlreiche Anrufe von Hörern ein, die erklärten, sie hätten dieses Gefühl der Schwerelosigkeit verspürt.

Im Dezember 2014 tauchte Moores Scherz im Internet auf der Seite eines Portals auf, das fiktive Geschichten sammelt und veröffentlicht. Daraus wurde in den sozialen Netzwerken dann die Ankündigung, dass am 4. Januar 2015 durch diese seltene Planetenkonstellation für fünf Minuten auf der Erde Schwerelosigkeit herrsche. Moore selbst konnte diese Meldung aber nicht mehr verfasst haben, er war am 9. Dezember 2012 im Alter von 89 Jahren gestorben. Abgesehen davon, dass der im Vergleich zum Jupiter winzige Pluto gar nicht in der Lage ist, solche Kräfte wirksam werden zu lassen, befand sich der Zwergplanet an dem genannten Datum auch nicht in der verlängerten Achse hinter dem Jupiter, es handelte sich also um einen sogenannten Hoax, eine Falschmeldung.

(01. April 2016, Freitag)

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