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30.11.2017

Space Rider: Esa will wiederverwendbaren Raumgleiter einsetzen

Die Esa will mit dem Space Rider Experimente in den niedrigen Erdorbit transportieren - und wieder zurück. Mit der Entwicklung des wiederverwendbaren Raumgleiters wurden Thales Alenia Space und ELV beauftragt. Auch die Vega, die derzeit kleinste europäische Trägerrakete, wird weiterentwickelt.

Im nächsten Jahrzehnt will die europäische Raumfahrtagentur Esa mit einem eigenen Fluggerät wissenschaftliche Experimente in einen erdnahen Orbit und von dort auch wieder unversehrt zur Erdoberfläche transportieren können. Diese Aufgabe soll der Space Rider erfüllen, ein als sogenannter Lifting Body konzipierter wiederverwendbarer Raumgleiter. Die Esa hat mit den Unternehmen Thales Alenia Space und ELV einen Entwicklungsvertrag mit einem finanziellen Umfang von 36,7 Millionen Euro abgeschlossen.

Das Auftragsziel besteht in der Erstellung der Konstruktionspläne für einen mehrfach einsetzbaren Orbiter sowie eines Servicemoduls für dessen Steuerung und Betrieb im All. Den Orbiter entwickelt Thales Alenia Space, er basiert auf den Erfahrungen mit dem experimentellen Esa-Raumgleiter IXV , der am 11. Februar 2015 mit einer Trägerrakete Vega von Kourou aus zu einem suborbitalen Testflug startete. Bei dieser derzeit kleinsten europäischen Trägerrakete setzt die Esa eine von ELV entwickelte Avum-Oberstufe ein, diese bildet auch die Basis für die Entwicklung des Servicemoduls.

Mit dem Space Rider will die Esa Nutzlasten von bis zu 800 Kilogramm in erdnahe Orbits transportieren, er soll bis zu zwei Monate in der Erdumlaufbahn bleiben und für bis zu sechs Raumflüge genutzt werden können. In dieser Zeit können unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit Experimente unter anderem in den Bereichen Materialforschung und Pharmazie sowie bei der Erprobung robotischer Systeme möglich, astronomische Forschung und die Erdbeobachtung sind mögiche weitere Aufgabenfelder. Nach Abschluss der Experimente können zum Beispiel gewonnene Materialproben zur detaillierten Untersuchung zur Erde zurückgebracht werden, teure wissenschaftliche und technische Geräte können für weitere Einsätze konfiguriert werden.

Derzeit setzt die US-Luftwaffe einen wiederverwendbaren Raumgleiter ein, der fünfte Start eines X-37B erfolgte am 7. September mit einer Falcon-9. Die Sierra Nevada Corporation hat mit dem Dream Chaser ebenfalls einen Raumgleiter in der Lifting-Body-Bauweise konstruiert, er soll als Frachtschiff die Raumstation ISS mit Nachschub versorgen. Aktuell finden in Kalifornien Flugtests des Dream Chaser in der Atmosphäre statt.

Mit dem italienischen Hersteller ELV hat die Esa außerdem einen Vertrag mit einem finanziellen Umfang von 53 Millionen Euro zur Entwicklung eines neuen kryogenen Antriebs für die Oberstufe der Vega abgeschlossen. Er soll den bisher genutzten Zefiro-9-Feststoffmotor sowie den Antrieb der Oberstufe Avum ersetzen, diese bilden aktuell die dritte und vierte Stufe der Vega. Diese Entwicklung ist ein Bestandteil der Weiterentwicklung der leichten Trägerrakete, mit der Nutzlasten bis zu 2500 Kilogramm in erdnahe Orbits gestartet werden. Seit Februar 2012 absolvierte die Vega elf erfolgreiche Starts, dazu gehörte auch der Testflug des Raumgleiters IXV.

(30. November 2017, Donnerstag)

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