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23.08.2014

Steven Nagel ist tot: Pilot und Kommandant der D1- und D2-Missionen

Am Donnerstag ist der ehemalige US-Astronaut Steven Ray Nagel gestorben. Er absolvierte vier Raumflüge und war der einzige Raumfahrer, der an beiden deutschen Missionen mit dem Spacelab als Astronaut mitwirkte. Dabei arbeitete er mit vier deutschen Astronauten zusammen.

Im Alter von 67 Jahren ist am Donnerstag der frühere US-Astronaut Steven Nagel nach langer Krankheit gestorben. Er gehörte bereits bei den ersten Testflügen des Space Shuttle Columbia zu den Unterstützungsteams für die Astronauten, von 1985 bis 1993 flog er mit Ausnahme der Endeavour mit allen weltraumtauglichen Space Shuttles ins Weltall.

Im Jahr 1978 begann Nagel seine Astronauten-Ausbildung bei der Nasa, zuvor war er Pilot, Testpilot und Ausbilder bei der amerikanischen Luftwaffe. Bereits bei den ersten drei Testflügen des damals neuen Space Shuttle  Columbia war er 1981 und 1982 im Einsatz, wenn auch noch nicht als Astronaut. Beim ersten Flug unterstützte er die Crew des Space Shuttle als Pilot eines der Begleitflugzeuge bei der Landung. Bei den beiden folgenden Testmissionen der Columbia gehörte Nagel zu den Verbindungssprechern, die vom Boden aus die Astronauten bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen.

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Erst bei seinem letzten Start im Jahr 1993 flog Nagel dann selbst mit der Columbia ins Weltall. Seine ersten drei Missionen absolvierte er mit den Orbitern Discovery, Challenger - beide im Jahr 1985 - und Atlantis (1991). In seinem Startbuch fehlte damit lediglich die Endeavour, die als Ersatz für die verunglückte Challenger gebaut wurde. Obwohl er als Pilot ausgebildet war, fungierte Nagel bei seinem ersten Flug mit der Discovery im Juni 1985 als Missionsspezialist. Nur etwas mehr als vier Monate später übernahm er dann beim Flug der Challenger den Pilotensitz. Bei den Flügen mit den Orbitern Atlantis und Columbia bekam Nagel dann als Kommandant die wichtigste Funktion übertragen.

Bei seinen vier Raumflügen bekam es der Astronaut, der am 27. Oktober 1946 im US-Bundesstaat Illinois geboren wurde, neben seinen Landsleuten mit Raumfahrern aus vier Nationen zu tun. Je einer stammte aus Saudi-Arabien, Frankreich und den Niederlanden, gleich vier Astronauten kamen aus Deutschland. Bei der D1-Mission mit der Challenger - der letzte erfolgreiche Flug dieser Raumfähre - war Nagel als Pilot mit Reinhard Furrer und Ernst Messerschmid unterwegs, bei der D2-Mission mit der Columbia war er der Kommandant von Ulrich Walter und Hans Schlegel.

Das Spacelab, mit dem die D1- und die D2-Mission durchgeführt wurden, war ein überwiegend in Deutschland entwickeltes Raumlabor, das mehr als 20 Einsätze an Bord eines Space Shuttle absolvierte. Als Gegenleistung für Entwicklung, Konstruktion und Bau dieses modularen Labors hatte Deutschland dessen exklusive Nutzung bei zwei Forschungsmissionen zugesichert bekommen. Diese wurden von je zwei deutschen Astronauten begleitet, mit Steven Nagel war es jedoch ein US-Astronaut, der als einziger bei beiden Missionen ins Weltall startete.

Das Spacelab und die dort installierten Experimente wurden während des Flugs von Deutschland aus kontrolliert und gesteuert. Bei der D1-Mission war das ein Novum, heute zählt das beim ISS-Modul Columbus Weltraumalltag. Hauptaufgabe bei den anderen beiden Missionen von Steven Nagel war das Aussetzen von Forschungs- und Kommunikationsatelliten. 

Zum 1. März 1995 beendete er seine Laufbahn im Astronautenkorps, arbeitete aber weiter im Johnson Space Center. Vor drei Jahren wechselte Nagel von der Nasa an die Universität Columbia, Missouri, wo er Luft- und Raumfahrttechnik unterrichtete.

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